Mit dem Herbst kommt nicht nur die Zeit, in der man morgens wieder ernsthaft über Socken nachdenken muss. Es beginnt auch jene Jahreszeit, in der Barbour-Jacken plötzlich wieder vollkommen logisch erscheinen. Und mit einer gewissen Vorfreude schauen wir deshalb auf die neueste Kollaboration der Briten. Eine, für die wir sogar unsere kleine Männergrippe-Pause hier auf dem Blog unterbrechen: Barbour x norbit by Hiroshi Nozawa.

Eine ziemlich schöne Begegnung zweier Marken, die geografisch zwar ein paar Kilometer auseinanderliegen, in Sachen Kleidung aber erstaunlich nah beieinander sind. Auf der einen Seite Barbour: South Shields, Wachsjacken, britisches Wetter, Countryside und mittlerweile weit über ein Jahrhundert Erfahrung darin, Kleidungsstücke zu bauen, die mit ein paar Gebrauchsspuren eigentlich erst richtig gut aussehen.
Auf der anderen Seite norbit und Designer Hiroshi Nozawa: Japan, technische Materialien, Workwear, Outdoor und jene typisch japanische Fähigkeit, ein vermeintlich bekanntes Kleidungsstück so lange zu überdenken, bis plötzlich Taschen dort sitzen, wo man sie tatsächlich braucht.

Oder, um es mit norbit zu sagen: „Field, Travel, Chill.“ Ein Motto, das nebenbei bemerkt auch als überraschend vernünftiger Lebensentwurf durchgehen könnte.

norbit wurde ursprünglich 1998 gegründet und 2018 wiederbelebt. Seitdem bewegt sich die Marke irgendwo zwischen klassischer Outdoor-Bekleidung, japanischer Workwear und technischem Design. Fishing Jackets und Hunting Jackets treffen auf Einflüsse traditioneller japanischer Kleidung wie dem Samue; dazu kommen moderne Stoffe, Stretch-Materialien, wasserdichte Membranen und eine ganze Menge durchdachter Details.
Das Ergebnis sind Kleidungsstücke, mit denen man theoretisch morgens zum Fliegenfischen aufbrechen, mittags einen Zug nach Tokio nehmen und abends noch ziemlich entspannt an der Bar sitzen könnte.

Und genau hier trifft norbit ziemlich elegant auf Barbour. Denn trotz aller Unterschiede verbindet beide Marken eine angenehm altmodische Vorstellung davon, was gute Kleidung eigentlich leisten sollte: Sie soll funktionieren. Sie soll lange halten. Und sie sollte im besten Fall nach ein paar Jahren besser aussehen als am ersten Tag. Für AW26 haben Barbour und norbit daraus nun erstmals eine gemeinsame Kollektion gebaut. Und glücklicherweise nicht einfach ein Barbour-Modell genommen, ein norbit-Logo daraufgesetzt und Feierabend gemacht.

Das Herzstück der Zusammenarbeit ist erwartungsgemäß die Outerwear. Besonders schön ist die Wool Jacket, deren Ausgangspunkt die legendäre Barbour Bedale bildet. norbit übersetzt den Klassiker allerdings in zwei Wollstoffe von Abraham Moon – Windowpane und Prince-of-Wales-Glencheck. Very British. Aber eben mit japanischem Blick darauf. Daneben wird selbstverständlich gewachst. Die Long Wax Jacket kommt aus klassischem Six-Ounce-Wax und bekommt einen Tunnelzug in der Taille spendiert. Technischer wird es bei der Ripstop Wax Jacket mit Stehkragen und ausrollbarer Kapuze.

Das klingt zunächst nach Details. Ist aber genau die Art von Details, wegen der Menschen wie wir anschließend viel zu lange vor einer Jacke stehen und erklären, warum diese eine Tasche beziehungsweise jene Kapuze selbstverständlich absolut notwendig ist. Ergänzt wird das Ganze durch eine Quilt Jacket und eine hybride 3-in-1 Casual Jacket. Letztere bringt den Gedanken der Kollektion wahrscheinlich am besten auf den Punkt: Kleidung, die sich nicht entscheiden muss, ob sie fürs Land, für die Reise oder für die Stadt gedacht ist.

Unter den Jacken geht es erfreulicherweise weiter. Die Hemden kommen einerseits in Barbours klassischem Tartan, andererseits in einem deutlich kräftigeren orange-lilafarbenen Check von norbit. Needle-Cord-Patches an den Ellenbogen greifen dabei Details der Outerwear wieder auf. Dazu gibt es Lambswool Funnel Necks in Burnt Orange und Olive sowie einen militärisch angehauchten Bouclé-Cardigan mit Alcantara-Verstärkungen an Taschen und Ellenbogen. Ein Kleidungsstück, bei dem die Wahrscheinlichkeit relativ hoch sein dürfte, dass es auf Produktbildern zunächst etwas eigensinnig aussieht und sechs Monate später jeder bedauert, es nicht gekauft zu haben.

Komplettiert wird das Zubehör durch die Carpenter Cap aus Ripstop Cotton samt mit Borg Fleece eingefassten Ohrenklappen – ein Accessoire irgendwo zwischen japanischem Craftsman, britischem Gamekeeper und „Ich hole nur kurz einen Kaffee“.

Das Schöne an Barbour x norbit ist letztlich, dass die Zusammenarbeit nicht versucht, aus zwei Marken künstlich etwas vollkommen Neues zu machen. Stattdessen scheint Hiroshi Nozawa ziemlich genau verstanden zu haben, was Barbour interessant macht – und fügt diesem Fundament seine eigene Vorstellung von Funktion, Volumen und Utility hinzu. Britisches Heritage trifft japanischen Pragmatismus. Wachs trifft Ripstop. Bedale trifft Field Jacket.

Barbour x norbit by Hiroshi Nozawa erscheint heute in limitierter Stückzahl über Barbour, norbit und ausgewählte Händler.

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Source: Barbour