Manchmal muss man die Geschichte nicht neu schreiben. Es reicht schon, ihr ein Kapitel unterzujubeln, das eigentlich nie existiert hat. Klappt in der Welt der Sneaker super. Und wo könnte man so etwas besser machen als am Schlesischen Tor?

Wir sind also mal wieder in Berlin-Kreuzberg gelandet, genauer gesagt bei Overkill. Einem Laden, bei dem man vermutlich nicht lange erklären muss, was drei Streifen bedeuten. Insbesondere dann nicht, wenn davor noch zwei Buchstaben stehen: ZX.

Overkill und adidas verbindet schließlich eine ziemlich lange gemeinsame Geschichte. Und Marc Leuschner hat neben seiner bekannten Schwäche für die ZX-Familie noch eine zweite große adidas-Leidenschaft: Equipment. Er sammelte die Dinger nicht nur, sondern kuratierte in Berlin auch schon eine komplette Ausstellung rund um EQT. Man könnte also sagen: Der Mann ist vorbelastet.

Was passiert nun, wenn man diese beiden Leidenschaften miteinander kollidieren lässt? Genau darum geht es beim neuen Overkill x adidas Consortium „The Missing Link“ Pack.

Die Ausgangsfrage klingt ein bisschen nach einem Gespräch, das irgendwann spätabends zwischen Schuhkartons und einer Spezi begonnen haben könnte: Was wäre gewesen, wenn ZX und Equipment 1994 zusammengefunden hätten
Eine schöne Frage, denn Anfang der Neunziger standen sich hier gewissermaßen zwei adidas-Epochen gegenüber. ZX hatte bereits reichlich Geschichte geschrieben, während EQT mit einer sehr eigenen, wunderbaren Designsprache in die neue Dekade marschierte. Funktion, Konstruktion und natürlich jenes Grün, das bis heute reicht, um bei bestimmten Menschen spontane Erinnerungen an alte adidas-Kataloge auszulösen.

Overkill beantwortet diese kleine historische Was-wäre-wenn-Frage nun mit zwei Schuhen: einem vertrauten Bekannten und einem Modell, das streng genommen aus einem Paralleluniversum stammt.

Vorhang auf für den ZX 8000 Overkill und den neuen ZX 8094 Overkill.

Der eigentliche Star dieser kleinen Zeitreise dürfte der ZX 8094 sein. Overkill hat beide Designwelten tatsächlich miteinander verschmelzen lassen. Der Schuh soll aussehen, als hätte ihn jemand 1994 entworfen, anschließend in einem Herzogenauracher Archiv vergessen und drei Jahrzehnte später wieder aus einem staubigen Karton gezogen.

Die Basis stammt aus der vierstelligen ZX-Welt der frühen Neunziger. Werkzeug, Sohlenkonstruktion und der markant vernähte Fersenbereich sind natürlich vom ZX 8000. Dazu kommen Elemente des EQT Support 91, allen voran TPU-Cage, Aufbau des Uppers und die Materialauswahl. Das Ergebnis ist erfreulich schwer eindeutig zuzuordnen.
Auch farblich bleibt die Sache angenehm kontrolliert. Auf einer vergleichsweise ruhigen Basis sitzt das unvermeidliche EQT Green. Jenes Grün also, das für die Equipment-Ära ungefähr das ist, was Aqua für den ZX 8000 bedeutet: Man braucht nicht unbedingt eine Fußnote dazu.

ZX 8000 trifft 1994. Ein fiktiver nächster Evolutionsschritt der Serie. Geschichtsfälschung, aber wenigstens eine ausgesprochen hübsche.

Und der adidas ZX 8000 Overkill?
Während der ZX 8094 die beiden Welten konstruktiv miteinander vermischt, bleibt der zweite Schuh formal ein klassischer ZX 8000. Hier findet das Experiment stattdessen über Farben und Details statt. Und es wäre gerade so, als ob man bei mir ihm Freundeskreis nur auf diesen Colorway gewartet hätte!

Overkill wäre nicht Overkill, wenn man beim Branding einfach nach dem ersten Logo Feierabend gemacht hätte. Entsprechend findet sich die Berliner Handschrift an Ferse, Innensohle und Zungenlabel sowie am Torsion Bar in der Mittelsohle. Beide Paare kommen außerdem mit zwei zusätzlichen Lace-Sets und einem weiteren Paar co-gebrandeter Lace Tags. Das sind Kleinigkeiten, sicherlich. Aber wir lieben sie einfach.

Auch rund um den Release bleibt es nicht ausschließlich beim Schuh. Overkill arbeitet für „The Missing Link“ mit mehreren Künstlern zusammen. Darunter befindet sich Mathias Weinfurter, dessen Name zumindest einigen Frankfurtern bekannt vorkommen dürfte. Mathias steckt hinter dem „Yeboah Haus“ in Frankfurt-Niederrad – womit diese Geschichte vom Schlesischen Tor noch einen kleinen, unerwarteten Abstecher an den Main bekommt. Gefällt uns natürlich und Gude!

Historische adidas-Gedankenspiele sind schön und gut. Irgendwann möchte man wissen, wann man wo stehen beziehungsweise welchen Browser-Tab man geöffnet haben muss. Das erfahrt ihr jetzt:

  • Der Instore-First-Release des Overkill x adidas „The Missing Link“ Packs findet am Samstag, den 26. September 2026, bei Overkill in Berlin und Köln statt. Beide Stores öffnen um 11 Uhr.
  • Preislich liegt der adidas ZX 8000 Overkill bei 140 Euro, während für den neuen adidas ZX 8094 Overkill 160 Euro aufgerufen werden.
  • Wer weder in Berlin noch in Köln antreten kann, bekommt eine zweite Möglichkeit über das Online-Raffle. Dieses startet bereits am 23. September um 10 Uhr und läuft bis Sonntag, den 27. September, um 12 Uhr.
  • Sollten nach Instore Release und Raffle tatsächlich noch Paare übrig sein, gehen diese am 27. September um 16 Uhr in den regulären Onlineverkauf.

Source: Overkill Shop