Wer hätte gedacht, dass die Queen einst ein ehemaliges „Problemkind“ mit dem Orden des British Empire auszeichnen würde? Am wenigsten wohl John Davidson selbst. Doch genau diese außergewöhnliche Geschichte erzählt Verflucht Normal (Originaltitel: I Swear), ein ebenso berührendes wie humorvolles Biopic über einen Mann, der trotz zahlreicher Rückschläge seinen eigenen Weg findet.

Anfang der 1980er Jahre wächst John Davidson (Scott Ellis Watson) in einer kleinen schottischen Stadt auf. Bereits mit zwölf Jahren entwickelt er schwere nervöse Tics, deren Ursache lange Zeit unklar bleibt. Erst Jahre später wird bei ihm das Tourette-Syndrom diagnostiziert. Bis dahin prägen Ausgrenzung, Missverständnisse und Vorurteile seinen Alltag.

Auch als Erwachsener hat John (Robert Aramayo) mit den Folgen seiner Erkrankung zu kämpfen. Mitte zwanzig lebt er noch bei seiner Mutter (Shirley Henderson) und fühlt sich durch die starken Medikamente, auf die er angewiesen ist, zunehmend entmutigt. Erst die zufällige Begegnung mit seinem ehemaligen Schulfreund Murray und dessen Mutter Dottie (Maxine Peake) bringt eine entscheidende Wendung in sein Leben.

Dottie, eine warmherzige Krankenschwester, begegnet John ohne Vorbehalte und nimmt ihn so an, wie er ist. Sie hilft ihm nicht nur dabei, neuen Lebensmut zu fassen, sondern vermittelt ihm auch eine Stelle als Assistent des Hausmeisters Tommy (Peter Mullan) im örtlichen Gemeindezentrum. Aus einem ebenso chaotischen wie urkomischen Vorstellungsgespräch entwickelt sich eine tiefe Freundschaft, die John Schritt für Schritt dabei unterstützt, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Dabei erkennt er, dass seine eigenen Erfahrungen auch anderen Menschen Mut machen können.

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Regisseur Kirk Jones verbindet in seinem Film gekonnt sozialrealistisches Drama mit britischem Humor und erschafft eine bewegende Underdog-Geschichte voller Wärme und Menschlichkeit. Basierend auf dem Leben des echten John Davidson erzählt Verflucht Normal davon, wie ein Mensch trotz gesellschaftlicher Ausgrenzung und mangelnden Verständnisses seinen Platz in der Welt findet – und schließlich selbst zur Inspiration für viele andere wird. In Großbritannien entwickelte sich der Film schnell zu einem Publikumsliebling.

Der reale John Davidson zählt heute zu den bekanntesten Aufklärern zum Thema Tourette-Syndrom. Besondere Aufmerksamkeit erhielt er 2019, als er von der Queen mit dem Orden des British Empire ausgezeichnet wurde. Dass er während der Zeremonie aufgrund seiner Tics ausgerechnet „Fuck the Queen“ rief, sorgte für einen ebenso kuriosen wie unvergesslichen Moment.

Mir wurde der Film selbst empfohlen – und ich kann die Empfehlung nur weitergeben. Wer die Gelegenheit hat, sollte einen Blick ins örtliche Arthouse-Kino werfen. Mit etwas Glück läuft Verflucht Normal dort noch auf der großen Leinwand.