Erneut haben wir dankenswerterweise einen Reisebericht von unserem Freund D. aus Triest erhalten. Diesmal verschlug es ihn in die kroatische Hauptstadt Zagreb, wo er HIGH VIS auf der vorletzten Station ihrer Europatour live erleben konnte. Viel Spaß beim Lesen!

Ein paar freie Tage boten die perfekte Gelegenheit für einen Kurztrip nach Zagreb. Ziel der Reise war das Konzert von HIGH VIS am 19. Juni im Vintage Industrial Bar. Bereits 2023 hatte ich die Band zum ersten Mal live gesehen – damals mit ihrem Debütalbum No Sense No Feeling und der kurz zuvor erschienenen EP Blending im Gepäck. Seit ihrer Gründung im Jahr 2016 haben sich HIGH VIS den Ruf als eine der spannendsten Livebands der aktuellen britischen Szene erspielt. Mit ihrem aktuellen Album Guided Tour haben sie ihren Sound noch einmal erweitert und ihre stetig wachsende Fangemeinde weiter ausgebaut.

Nach einer rund vierstündigen Flixbus-Fahrt erreichte ich Zagreb gegen 10:30 Uhr. Nachdem der Rucksack im Hostel verstaut war, ging es direkt in die Innenstadt. Neben den wichtigsten Sehenswürdigkeiten standen auch zwei Pflichtstopps auf dem Programm: Im Harat’s Irish Pub sorgten hervorragenden Ales der hauseigenen Brauerei für die erste Erfrischung des Tages, bevor es im nahegelegenen Oliver Twist Pub noch das eine oder andere Guinness gab.

Am frühen Abend ging es zurück ins Hostel, um sich kurz auszuruhen und frisch für den Konzertabend zu machen. Gegen 19 Uhr brachte mich die Straßenbahn vom Hauptbahnhof zum Vintage Industrial Bar – einer beliebten Location mit großem Außenbereich und passendem Industrie-Charme. Obwohl bis zum Konzertbeginn noch etwas Zeit blieb, war das Gelände bereits gut gefüllt. Eigentlich sollte um 20:30 Uhr noch eine kroatische Post-Punk-Band den Abend eröffnen, doch die drückende Hitze im Club ließ mich lieber draußen bei einem kühlen Bier warten.

Um 21:30 Uhr war es schließlich soweit: Unter lautem Jubel betraten Graham Sayle und seine Band die Bühne. Ohne große Ansagen legten HIGH VIS direkt mit „Drop Me Out“ los, gefolgt von „Walking Wires“ und „Talk For Hours“. Spätestens bei „Altitude“ explodierte die Stimmung im Publikum. Moshpits entstanden, lautstark wurde jede Zeile mitgesungen und die Energie der Band übertrug sich sofort auf den gesamten Saal.

Mit Songs wie „Out Cold“, „0151“, dem Titeltrack „Guided Tour“ und weiteren Stücken aus ihren mittlerweile drei Veröffentlichungen steigerten HIGH VIS die Intensität ihres Auftritts kontinuierlich. Die Mischung aus rauer Hardcore-Energie, eingängigen Melodien und emotionalen Texten über den Alltag, das Leben der Arbeiterklasse und persönliche Herausforderungen macht den besonderen Reiz der Band aus.

Nach insgesamt 13 Songs endete das Konzert mit „Trauma Bonds“ – für mich nach wie vor das stärkste Stück der Band und ein perfekter Abschluss eines beeindruckenden Auftritts.

Gegen 22:15 Uhr verabschiedeten sich HIGH VIS unter großem Applaus von den begeisterten Fans. Schweißgebadet verließ ich den Club und nahm die Straßenbahn zurück zum Hostel – zufrieden und mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Am nächsten Tag blieb noch genügend Zeit, um weitere Ecken der Zagreber Altstadt zu entdecken. Nach einem Mittagessen mit Ćevapčići und Burek ging es schließlich zum Busbahnhof, von wo aus die Heimreise nach Triest begann. Im Gepäck blieb vor allem die Erinnerung an einen großartigen Kurztrip und ein weiteres mitreißendes Konzert einer Band, die live einfach immer wieder begeistert.

Text and pics: @rascal_lad