Die schönsten deutschen Fußballplätze

Fußball ist the beautiful game. Das schöne Spiel. Und wie bei allem, was schön ist, kommt es auch auf den Rahmen an. Ein perfekter Pass im Abendlicht wirkt anders als unter Neonröhren. Ein Tor vor einer vibrierenden Stehtribüne fühlt sich größer an als vor einer glatten Betonwand. Das Auge spielt mit – und manchmal entscheidet es sogar, ob ein Ort für immer im Gedächtnis bleibt.

Ein Stadion ist schließlich mehr als nur eine Spielstätte. Es ist Bühne, Ritualort, Treffpunkt, Erinnerungsarchiv. Ein Platz, an dem sich Geschichten sammeln: vom ersten Stadionbesuch mit dem Vater bis zur legendären Aufholjagd an einem verregneten Dienstagabend. Manche Stadien tragen diese Geschichten wie Patina. Und genau dort beginnt der Kult.

Das Redaktionsteam von „Zeitspiel – Magazin für Fußball-Zeitgeschichte“ hat sich auf die Suche nach genau diesen Orten gemacht. Herausgekommen ist eine Reise quer durch die Fußballrepublik – von Helgoland bis Zittau, von der Gelben Wand in Dortmund bis zum legendären Kaffeetälchen in Tiefenort. Große WM-Arenen treffen auf Plätze, die wirken, als hätte die Zeit sie irgendwann in den 70ern einfach stehen lassen.

Knapp hundert Stadien werden in dem Buch vorgestellt. Manche sind laut, monumental und weltweit bekannt. Andere liegen versteckt zwischen Kleingärten, Industriehallen oder Dorfkirchen. Und genau das macht den Reiz aus. Denn zwischen den bekannten Namen tauchen plötzlich Orte auf, die selbst erfahrenen Groundhoppern ein Stirnrunzeln entlocken.
Da wäre etwa das Jugendstadion in Düren – klein, charmant, ein bisschen aus der Zeit gefallen. Oder das Parkstadion in Baunatal, Heimat des hessischen Oberligisten KSV Baunatal, dessen große Heimtribüne wie ein Relikt aus einer anderen Fußballwelt wirkt. Plätze wie diese sind keine Touristenattraktionen. Sie sind Fußball.

Das Buch ist deshalb weit mehr als eine bloße Fotodokumentation. Es ist eine atmosphärische Reise durch die Kultur des Spiels – und zugleich durch die Architekturgeschichte deutscher Stadien. Von gewaltigen Stehrängen, auf denen sich einst Zehntausende Arbeiter Schulter an Schulter drängten, bis zu den gläsernen VIP-Logen moderner Arenen in München-Fröttmaning.
Die Bilder sind stark, manchmal rau, manchmal poetisch. Nebel über einer Aschenbahn, rostige Flutlichtmasten, eine Tribüne, die sich im Abendlicht orange färbt. Dazu kommen Texte voller Hintergrundgeschichten, Anekdoten und Fakten – kleine Fundstücke aus der großen Geschichte des Spiels.

Dass ein Projekt wie dieses entstehen konnte, passt zur DNA von Zeitspiel. Das Magazin wurde 2015 von Frank Willig und Hardy Grüne gegründet und hat sich seitdem einen festen Platz in der Fußballkultur erarbeitet. Viermal im Jahr widmet sich das Heft Themen, die im schnellen Takt der klassischen Fußballberichterstattung oft untergehen: vergessene Vereine, alte Pokalschlachten, kuriose Episoden und die leisen Geschichten des Spiels.

Zeitspiel blickt zurück auf die viel zitierte „gute alte Zeit“, ohne sie zu verklären – und begleitet gleichzeitig den Fußball auf seinem Weg in die Zukunft. Genau diese Mischung spürt man auch in diesem Buch.

Für das Projekt haben alle Mitglieder der Redaktion ihre schönsten Bilder und Geschichten zusammengetragen. Das Ergebnis ist eine Liebeserklärung an Orte, an denen Fußball mehr ist als 90 Minuten. Denn manchmal reicht schon ein Blick auf eine alte Tribüne oder ein knarrendes Drehkreuz, um zu wissen: Hier lebt das Spiel.

Wenn euch die Reise durch Deutschlands Kult-Stadien neugierig gemacht hat, bestellt das Buch gerne direkt beim Delius Klasing Verlag – oder noch besser: in der kleinen Buchhandlung bei euch um die Ecke. Dort, wo Geschichten ebenfalls zu Hause sind.

Kult-Stadien
Die schönsten deutschen Fußballplätze

Die Werkstatt
256 Seiten, 21,4 x 28,7 cm, 150 Fotos,
Gebunden
ISBN 978-3-7307-0708-1
Preis: 39,90 Euro