Wir möchten euch heute eine Band vorstellen, die als Wegbereiter des Britpops bekannt ist. Die Rede ist selbstverständlich von The Stone Roses

Die 1980er waren eine seltsame Zeit, um zu leben. Es war ein Jahrzehnt der wichtigen Proteste und Streiks, aber auch der Angst vor einem Atomkrieg. Eine Zeit, in der der weltbekannte Wirtschaftswissenschaftler Francis Fukuyama erklärte, dass „das Ende der Geschichte naht“. Der Untergang lag in der Luft, aber auch ein tiefes Gefühl des Neubeginns. Großbritannien befand sich am Beginn einer neuen Ära, einer Ära, in der die Kultur die Führung übernehmen würde. Und in einem abgedunkelten Club im Südosten Manchesters rief eine junge Stimme den Weg nach vorn: 

“I am the resurrection and I am the life!”

„Ich bin die Auferstehung und ich bin das Leben!“ Die Stimme war die von Ian Brown, begleitet seiner Band The Stone Roses. In dieser Nacht, am 30. Mai 1988, traten sie vor einer ausverkauften Menge auf, zu der auch ein 16-jähriger Liam Gallagher gehörte.

1987 nahm die Gruppe ihre erste Single „So Young“ auf, die von Thin Line Records mit wenig Aufsehen veröffentlicht wurde. Ende 1987 erschien die zweite Single „Sally Cinnamon“, die den Weg für den hakenreichen, klingenden Gitarrenpop der Band wies. Im Herbst 1988 sicherte sich die Band einen Vertrag mit Silvertone Records und veröffentlichte „Elephant Stone“, eine Single, die den eingängigen neo-psychedelischen Gitarrenpop der Band in Stein meißelte. 

Der Legende nach sicherten sich The Stone Roses ihren ersten großen Auftritt als Support von Pete Townsend, als Ian Brown eine charmante Notiz an den Promoter schickte: „Ich bin umgeben von Skagheads. Ich will sie kaputtschlagen. Kannst du uns einen Auftritt geben?“

Kurz nach der Veröffentlichung von „Elephant Stone“ nahm die Band richtig Fahrt auf. Anfang 1989 spielte die Gruppe ausverkaufte Gigs in Manchester und London. Im Mai veröffentlichte die Band ihr gleichnamiges Debütalbum, das nicht nur eine Vorliebe für 60er-Jahre-Gitarrenhooks, sondern auch eine zeitgenössische Acid-House-Rhythmus-Sensibilität demonstrierte. The Stone Roses erhielten begeisterte Kritiken und bald erschien eine Reihe von ähnlich klingenden Bands in Großbritannien. 

„She Bangs the Drums“, die dritte Singleauskopplung aus dem Debüt, wurde die erste Top-40-Single der Gruppe am Ende des Sommers. Im November hatte die Gruppe ihren ersten Top-Ten-Hit, als „Fool’s Gold“ bis auf Platz acht kletterte. Am Ende des Jahres war die Band von ausverkauften Clubs zu ausverkauften großen Theatern in Großbritannien aufgestiegen.

Die Stone Roses kreierten einen völlig neuen Sound, eine einfallsreiche Variante des psychedelischen Pop-Rocks, der den kulturellen Zeitgeist von 1989 aufgriff. Ihre Musik hatte Riffs und Hooks, aber auch wogende Grooves und lyrische Substanz. Sie gefiel Fans von Bands wie The Smiths und Joy Division, verführte aber auch eine damals aufkeimende Subkultur von Ravern. Sie gaben der Musik das Gefühl, wieder mächtig zu sein, vielleicht zu mächtig, denn ihr Debüt war ein Kunststück, das sie nie wiederholen konnten. Und es ist keine Überraschung, dass Bands, die von den Stone Roses inspiriert wurden wie Oasis oder Blur, sieben Jahre später einen Cool Britannia-Wahn auslösten, der die britische Kultur zum Nabel der Welt machen sollte.

Spike Island

Vielleicht ist der beste Weg, um sich an die schiere Geschwindigkeit der Band zu erinnern, sie auf dem Höhepunkt ihrer Kräfte zu betrachten: Spike Island im Jahr 1990. Sie hatten kein Interesse daran, in die Fußstapfen von The Rolling Stones oder Pink Floyd zu treten und in Knebworth zu spielen. Stattdessen wählten sie eine verlassene Chemiemülldeponie in Cheshire und lockten 30.000 Fans in diese postapokalyptische Müllkippe. Es gilt bis heute als einer der größten Gigs der britischen Geschichte und es war auch der Moment als der Bucket Hat ein modisches Accessoire wurde. 

Nach vielen Silber-, Gold- und Platinalben und Singles löste sich die Band um Ian Brown (Gesang), John Squire (Gitarre), Gary „Mani“ Mounfield (Bass) und Alan „Reni“ Wren im Jahr 1996 auf. Grund war vieler Meinung nach ein desaströser Auftritt beim Reading Festival. Trotz aller Umstände haben The Stone Roses ihre musikalisches Erbe hinterlassen, das heute nicht nur zum Soundtrack der Casual Culture zählt. 

Abgesehen von ständigen Dementis, dass keine Reunion bevorstehe, gab es fast 15 Jahre lang keine Neuigkeiten von den Stone Roses. Bis 2011. Anfang des Jahres, nach einer emotionalen Wiedervereinigung von Brown und Squire bei der Beerdigung von Manis Mutter, kursierten Gerüchte, dass die Roses zumindest für eine Show zurückkehren würden. Dann, im Oktober 2011, kündigte die Band eine vollständige Reunion an, einschließlich Tourdaten, die mit einem Drei-Show-Auftritt in Manchester Ende Juni 2012 begannen und sich über die gesamte Festival-Saison erstreckten. Im Dezember wurde auch ein Plattenvertrag bekannt gegeben, wobei die zukünftigen Aufnahmen der Band bei Universal in Großbritannien und Columbia in den Vereinigten Staaten erscheinen sollten. Vier Jahre nach der Unterzeichnung dieser Verträge erschienen die ersten Früchte der Aufnahmesessions in den Studios von Paul Epworth. Im Mai 2016 veröffentlichte die Band die Single „All for One“, das erste neue Material der vierköpfigen Band seit rund 21 Jahren.

Aktuell ist es leider wieder sehr ruhig um die Band und zumindest Mani und Ian erscheinen bei uns so manches mal auf dem Blog, wenn es um adidas SPZL geht. Beide verbindet eine Freundschaft mit Gary Aspden, den Keep it SPEZIAL-Mastermind. Um nur zwei Beispiele zu nennen, war Ian Brown bei Sole Searching in Argentina mit dabei und Mani hat ein SPZL-Modell mit leicht abgewandelten Namen gewidmet bekommen. Für die Hardcore The Stone Roses-Fans fehlen natürlich noch ein paar Anekdoten und Fakten, aber es sollte eine kurze Vorstellung der Britpop Band werden, um unseren Lesern zu vermitteln, die die Band vielleicht noch nicht kannten, warum The Stone Roses über Großbritannien hinaus, für ihre Musik und als Stilikonen verehrt wird.