Interview mit Dressers Roma (deutsch & englisch)

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Da man ja auch im Urlaub immer gerne Verbindungen knüpft, besuchten wir während unseres Kurztrips in der Ewigen Stadt unseren Freund Alberto in seinem Shop mit dem Namen „Dressers Roma“. Er erzählte uns mehr über die Szene in Rom und seinen Laden. Grazie Mille, Alberto!

Ciao Dressers Roma, erst einmal unsere herzlichsten Glückwünsche zum fünfjährigen Shop Jubiläum. Stellt euch doch einmal kurz vor. Wer seid ihr und was macht ihr?

Hallo, mein Name ist Alberto und ich bin der Besitzer von Dressers Roma. Danke für eure Glückwünsche, aber wir sind (noch) in unserem vierten Jahr.

Kommen wir doch direkt zur Fußballfrage. Wie ist eure Verbindung zum Fußball? Aus welcher Szene kommt ihr?

Ich bin Anhänger von AS Roma und habe meine erste Dauerkarte für die Südkurve im Alter von 15 Jahren gekauft. Mittlerweile bin ich 34 und versuche weiterhin jedes Heim- und Auswärtsspiel meiner Mannschaft zu besuchen. Das ist aber aufgrund der Anstoßzeiten im modernen italienischen Fußball leider gar nicht mehr so einfach. Denn die Spiele können entweder am Samstag um 18h oder 20:30h, sonntags um 12:30h, 15h, 18h oder 20:30h oder sogar montags um 20:30h sein. Ganz zu schweigen von den Pokalspielen. Es ist einfach nur eine Schande was die mit unserem Spiel hier anstellen.

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In der Ewigen Stadt gibt es bekanntermaßen zwei große Vereine. Der AS Roma und Lazio Rom teilen sich das Stadtgebiet und das Umland. Ist euer Shop eine Toleranzzone oder ist eure Kundschaft einer bestimmten Fanszene zuzuordnen?

Es gab vielleicht früher eindeutige Territorien, wo man sagen konnte, dass dort mehr Fans von dem einen oder anderen Team wohnten. Die Roma Fans sagen, ihnen gehört die Stadt und die Laziali kommen aus dem Umland. Aber das gehört wohl der Vergangenheit an. Heute ist die Stadt erfahrungsgemäß zweigeteilt. So ist mein Shop ebenfalls eine gemischte Zone für Kunden aus beiden Lagern.

Man kann in etwa sagen, daß im Norden der Stadt mehr Laziali und die Roma Fans aus den anderen Teilen der Stadt kommen. Aber insgesamt hat der AS schon einen viel größeren Rückhalt in der Stadt.

Lass uns doch einmal über den ital. Casual Style sprechen. Früher gab es in Italiens Kurven nur zwei Schuhmodelle zu sehen: adidas Stan Smith und adidas LA Trainer. Welcher Modelle erfreuen sich heute großer Beliebtheit und welche sind deine Top3 Sneaker, Alberto?

Der Schuhe, der ohne Zweifel in Rom Geschichte schrieb, war der blaue adidas L.A. Trainer.

Aber um das Jahr 2000 rum, als es bei uns in Italien mit den Casuals anfing, war der meistverkaufte Schuh der adidas Stan Smith. Diesen Schuh trug wirklich jeder in der Kurve. Aber als dann auch außerhalb des Fußballs alle damit anfingen das Modell zu tragen, änderte ich meinen Stil. Vorher trug ich fast ausschließlich weiße adidas Sneaker wie eben den Stan Smith oder Universal. Nun wechselte ich zu den bunteren Schuhen, dann zu den Paaren der adidas City Series (London, München,…) und den ganzen Sondermodellen.

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Es ist einfach eine persönliche Entwicklung des Geschmacks und ich denke, dass mich aktuell der Diadora N9000 am meisten begeistert. Heute ist auch New Balance in Rom sehr angesagt, aber um ehrlich zu sein, werde ich mir nichts von NB holen, denn meine Freundin trägt einige Modelle der Marke. Das ist einfach so eine schwer zu beschreibende Familiensache bei mir ;o))

Ein Casual Shop, um die Lads in der italienischen Hauptstadt und dem Umland einzukleiden. Erzählt uns doch bitte einmal zur Gründung. Wie seid ihr auf die Idee gekommen und war es schwierig ein Ladengeschäft in der Stadt anzumieten?

Es gab jede Menge Probleme einen Shop anzumieten. Das allergrößte Problem war aber einfach das Geld. Ich arbeitete zehn Jahre als Rezeptionist in einem Hotel und eröffnete den Laden gemeinsam mit zwei Freunden. Nach einem Jahr sprangen sie jedoch ab, um sich anders zu verwirklichen und so wurde ich zum alleinigen Geschäftsinhaber.

Bei der Namenswahl orientierte ich mich an der schottischen Bezeichnung Dresser, das einfach „The thing with no name“ definiert. Das Word Casual war einfach bereits früh zu sehr abgenutzt und hatte hierdurch seinen elitären Charakter verloren.

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Wie sieht ein normaler Tagesablauf bei euch aus? Die Kundschaft sieht ja meist nur die Öffnungszeiten des Geschäfts. Aber wir wissen ja, daß die Arbeit drum herum weit aufwendiger ist, als in diesen „wenigen“ Stunden.

Ich liebe meinen Beruf. Ich kann meine Lieblingsmusik wie zum Beispiel meine Lieblingbands Oasis und Blur oder auch manchmal eine Ibiza House Compilation während der Arbeit anhören. Ich kann so wie ich es möchte angezogen arbeiten gehen und gegenüber gibt es eine sehr gute Bar, die ich ebenfalls an und wann besuche.

Viele Freunde kommen in den Laden und mit den Kunden kann ich endlose Gespräche über Fußball oder Mode führen. Was willst du denn mehr von deinem Beruf?

Welche Philosophie steckt hinter Dressers Roma und nach welchen Maßstäben entscheidet ihr, welche Marke zu euch passt und in eurem Shop angeboten werden soll?

Ich wähle die Marke nach den folgenden Charakteristiken aus: Exklusivität, Qualität, Attitüde, Innovation und Geschichte.

Ich denke als ich damals ONEtruesaxon im Laden verkaufte, kannten die Marke in Rom nur sehr wenige und das obwohl OTS bereits zu dem Zeitpunkt eine Firmengeschichte von mehr als zehn Jahren hatte und im Buch „Casuals“ als die Marke vorgestellt worden war.

Sicherlich ist gerade Peaceful Hooligan die Marke, die meine Ansprüche am meisten zufrieden stellt.

Wenn man einen Blick auf eure Homepage wirft, kann man sehen, dass ihr bereits über sehr namhafte Marken im Portfolio verfügt: Peaceful Hooligan, Farah Vintage, Diadora, Barbour, Fila, Realm&Empire, etc. War es leicht diese Marken für Dressers gewinnen zu können und in welchem Umfang kann die Kundschaft das Sortiment der Marken im Laden bestaunen?

Ich liebte es schon immer mich in einer bestimmten Art zu kleiden, aber hatte keinerlei Ahnung wie das mit dem Aufbau eines Shops funktioniert. Hier muss ich mich bei Coolness Milano bedanken, die mich unterstützt haben und ohne deren Hilfe mein Laden wahrscheinlich nie konkrete Formen angenommen hätte.

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Neben den internationalen Marken habt ihr natürlich auch die Labels aus Italien wie z.B. Pharabouth im Angebot. Wie schätzt ihr die Szene im eigenen Land ein und wie wird sich die Terrace Kultur in Italien weiter entwickeln?

Die italienische Szene ist sehr aktiv und es gibt ein gutes Dutzend selbst produzierender Marken. Die älteste ist mit Sicherheit Coolness, die es bereits seit 1998 gibt.

Im Shop findest du neben Pharabouth, die es bereits seit zehn Jahren gibt, auch Produkte von Elite Clothing und The Casual Family. Wir machten ebenfalls eine kleine Dressers Linie mit sieben verschiedenen T-Shirts in vier Jahren, die allesamt eine Geschichte aus der Welt des Fußballs erzählen.

Mit all den italienischen und europäischen Marken denke ich, ist es aktuell das schwerste originell zu sein und sich so von der Masse abgrenzen zu können.

Es ist wirklich sehr interessant zu sehen was in der Casual Couture in Italien so passiert ist. Mehr und mehr neue Marken schießen wie Pilze aus den Boden und auch Dressers hat ein kleines House Label mit T-Shirts und Caps am Start. Nach welchen Kriterien folgt ihr bei der Auswahl euer Clothing Line?

Wie bereits gesagt ist es das schwierigste eine originelle Idee zu haben. Niemals zu kopieren. Das letzte Dressers T-Shirt ist beispielweise von Panini Fußballaufklebern inspiriert worden.

Trotz all den vielen T-Shirts von den ganzen Marken, habe ich bereits eine gute Idee für das nächste Shirt…

Eine indiskrete Frage. Eure Homepage ist sehr einfach. Man erhält leider keinen Einblick über die Ware, die gerade im Shop angeboten wird und auch keinen Onlineshop. Verzichtet ihr bewusst auf eine größere Kundschaft via Onlineshop?

Keine Entschuldigung. Das muss ich wirklich angehen.

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Rom ist täglich von tausenden Touristen bevölkert. Und auch bei den Spielen in den internationalen Wettbewerben sind immer jede Menge Gästefans in der Stadt zu Gast.

Ja, viele ausländische Fans kommen hier vorbei. Die meisten sind Griechen, Engländer, Schotten, Waliser, Iren, Franzosen, Spanier oder Russen.

Es gibt aktuell sehr viele neue Style und Marken wie zum Beispiel Uniformes Generale, Weekend Offender oder Marshall Artist zu bewundern. Wie schaut dein aktueller persönlicher Stil aus und gibt es bestimmte Labels, die du gerne in deinem Shop anbieten möchtest?

Meine aktuelle Lieblingsmarke ist Peaceful Hooligan. Die Zukunft ist noch nicht geschrieben, wer weiß. Schaut einfach immer mal bei uns rein!

Wir von Sapeur OSB haben bereits über euer großartiges Magazine „Style Wars“ berichtet (klick hier). Meine Fresse, war das ein geiles Ding. Die Fotos, die Artikel, die Interviews. Ihr habt mit dem Heft etwas wirklich großes geschaffen. Jede Ausgabe einem bestimmten Thema gewidmet und auch top Interviews. Meines Wissens nach hattet ihr das Heft von 2010 bis 2013 herausgebracht. Wie war die Resonanz auf die Ausgaben und gibt es die Hoffnung, dass ihr es wieder aufnehmen werdet?

Es war fantastisch. Ich habe so viele Leute getroffen und alle waren so begeistert ein Teil von dem Magazin zu sein. Nach 37 Ausgaben wurde es schwierig weiterhin innovativ und originell zu schreiben und neben den Themen auch die hierfür nötige Zeit zu finden.

Vor gut einem Jahr bereitete ich die neue Ausgabe vor und viele Leute fragen nach einem Comeback von Style Wars. Ich hoffe, daß das Interview mit euch mir wieder den Schreibblock zurückbringt und ich neue Inspiration finden werde.

Cheers, Alberto!!!

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Dressers Roma

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……….:The English Interview starts here:……….

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Ciao Dresser Roma, first of all congratulation to five years shop jubilee! Please introduce yourself: who are you and what are you doing?

Hi my name is Alberto and I’m the boss of Dressers Roma. Thanks for congratulations, but the years are four

Let´s start with the football question. What is your relation to the world of terraces and curva italiene? From which tifoseria do you come?

I’m a AS Roma Fan, I buyed My first south stand card when i was 15, now i’m 34 and I got to see my football team again, at home and away match when I can because with Italian modern football your team could play Saturday at 18:00 or 20:30, on Sunday at 12:30,15:00,18:00,20:30, Monday at 20:30 or during the week at 20:30, and I’m not talking about cups, it’s a shame!

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There are two big teams in the Città eterna: AS Roma and Lazio. Both clubs are dividing the capital of Italy. Is you shop a zone of tolerance for both sides or are your customers refered to one club?

Perhaps in the past there were areas where they lived more of a fan or other team, AS Roma fan says that lazio fans lives out of rome, Also perhaps this was true in the past, Today the city is experienced by both factions, probably many lazio fans lives in the north of rome, as roma fans live anywhere, there are many more. So my shop is in a mixed area.

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Let´s speak about the Italian Casual style. As well known the Italian Ultras and Casuals were famous to wear adidas Stan Smith or LA Trainer. What is the favourite sneaker style on the terraces these days and what are your Top 3 trainers, Alberto?

One of the shoes that made history in Rome are undoubtedly blue LA Trainer, around the 2000, after with the beginning of fashion casuals i think the best-selling shoes in these parts has been Adidas stan smith, and for some years the white shoes were the most viewed on terraces, but when everyone wears the same thing is now to change, I wore adidas white shoes (stan smith, universal..), then I switched to the adidas colorful shoes, then to Adidas city series (London, munchen…), then the adidas special models. It’s all an evolution, now I am comfortable with the and I think the next step will be diadora N9000. Nowadays a brand is very popular in Rome is New Balance but I honestly I never wear, while my girlfriend wears, family matters ! 😀

 

A Casual Shop to dress the Lads in Rome. Please tell our readers how did you establish Dressers: How did you get the idea, why did you choose the name and were there any problems to rent a store?

there are many problems to rent a shop, you just need the money, I worked as a receptionist in a hotel for about ten years and then I opened the shop with two partners / friends, after a year decided to take other roads, so IHe became the only boss. I chose the word Dressers, because the word casuals was abused and lost the spirit elitist, so I differentiated using the Scottish word that defines „the thing with no name“.

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The customers don´t see all the work behind your store. But we know there´s much more to do as in the opening times. How is a normal working day for you?

I love my job, I can listen to my favorite music, usually British bands like Oasis and Blur, in short, the kind brit pop, but sometimes I put on too few compilation house Ibiza. I can go to work dressed as I like, and there’s a good bar near the shop … Many friends go to the store and many customers often end up talking about football. What do you want more from a job?

Is there any philisophy behind Dressers Roma and what are your criterias to pick a label for your shop?

I choose the brand according to certain characteristics: exclusivity, quality, attitude, innovation, history. When I sold ONEtruesaxon I think in Rome they knew very few people, even though he was born about 10 years and was cited as a new brand to wear in the famous book „casuals“. Surely Peaceful hooligan is the one that currently gives me more satisfaction.

As we can see on your homepage you´re stocking brands like Peaceful Hooligan, Farah Vintage, Diadora, Barbour, Fila, Realm&Empire and other. Was it easy to get these brands on stock in your shop and which range has the assortment?

I always loved to dress in a certain way, but I had no idea how a shop, from this point of view I have to thank the store Coolness of Milan, probably without them none of this would come true.

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You´re also stocking of course few Italian brands like Pharabouth. What do you think about the casual scene in Italy and their brands?

The Italian scene is very active, there are plenty of self-produced brands, the oldest is definitely Coolness, alive and well in 1998, in the store you can also find Pharabouth, which this year celebrates 10 years of life and the products of “Elite clothing” and “The Casual Family”. As for brand products Dressers we produced seven different t-shirts in four years and each one tells a story of the terraces’ world. With all the Italian and European brands I think the hardest thing now is to have an original idea.

An indiscreet question now. Your homepage is very simple. We´re missing an overiew about the brands and an onlineshop. For example, why did you decide against an onlineshop? It would be offer you more customers across Italy.

No excuse, I have to do!

It´s quite interesting to see what happened in the casual couture in Italy the last years. More and more brands are coming up and you have also your own house label. You produced your own „Dressers Line“ like tees and caps. Are there any criterias do you decide to do that or this?

As written before the most difficult thing is to find an original idea, do not copy never, as the stadium … The last Dressers shirt is inspired by the Panini football stickers. despite the many t-shirt made from all brands, more or less famous, I already have an idea for the next t-shirt …

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Rome is visited daily by thousand tourists a day and also on the international matches there are a lot of away supporters in the city. Do you have also few international customers they´ve visited your shop during their holidays or away matches?

Yes, many foreign supporters were here, most are Greek, English, Scots, Welsh, Irish, French, Spanish, Russian.

There actually so many great new styles and labels like Uniformes Generale, Weekend Offender or Marshall Artist. What is your personal style at the moment and are there any labels you wish to stock in the future?

My favorite brand is Peaceful hooligan. the future is a secret…stay tuned!

Sapeur OSB had already posted about your great magazine called „Style Wars“. It was fantastic and I was always excited to get the newest issue. It was a really big thing! Interesting and innovative article, great photo shots and impressive interviews. You published „Stlye Wars“ from 2010 thru 2013. How was the feedback of your work and do you have any plans to bring it back?

It was fantastic, I met many people and all were thrilled to participate in the magazine. After 37 numbers it is difficult to write a magazine always innovative and original, also the years pass and the free time is less and less. I prepared the new issue for a year and many people ask me when it comes out style wars, I probably only the „writer’s block“, we hope that this interview will give me your input again to go back to writing soon …

Cheers, Alberto!!!

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