So ganz langsam kündigt sich der Herbst an. Noch nicht so richtig natürlich. Aber morgens ist da plötzlich diese eine halbe Stunde, in der man kurz darüber nachdenkt, ob ein T-Shirt wirklich noch die richtige Entscheidung war. Und spätestens dann darf man sich auch wieder ganz offiziell mit Jacken beschäftigen. Grund genug also, mal nachzuschauen, woran Ten c für die kommende Saison gearbeitet hat.
Ten c dürfte vor allem den Jacket Connoisseurs unter euch ein Begriff sein. Eine dieser italienischen Marken, bei denen man schnell merkt, dass das Wort „Jacke“ eigentlich eine etwas zu profane Beschreibung für das ist, was dort passiert. Ähnlich wie C.P. Company oder Stone Island hat Ten c über die Jahre eine ganz eigene Vorstellung von Sportswear entwickelt: technisch, funktional, ein bisschen militärisch und angenehm uninteressiert daran, jedem kurzfristigen Trend hinterherzulaufen.

Und im Mittelpunkt steht seit jeher ein Stoff, der ziemlich genau das Gegenteil von Fast Fashion verkörpert. Original Japanese Jersey. Oder kurz: OJJ.
Das Material wird exklusiv für Ten c in Japan gefertigt, bevor es seine Reise nach Italien antritt, wo daraus Jacken, Parkas und andere Dinge entstehen, die einem überzeugende Argumente liefern, warum man vielleicht doch noch eine weitere Jacke braucht.
Das Besondere an OJJ ist dabei nicht unbedingt, wie es am ersten Tag aussieht. Sondern wie es am hundertsten aussieht. Durch Mercerisierung und einen doppelten Färbeprozess bei hohen Temperaturen verwandelt sich das ursprünglich leichte Jersey. Es verdichtet sich, bekommt Struktur, Elastizität und eine beinahe eigenwillige Festigkeit. Und eigenwillig ist hier durchaus wörtlich gemeint: Bei hoher Luftfeuchtigkeit wird OJJ weicher, bei trockener Luft und Wärme wieder fester. Ein Stoff mit Wetterfühligkeit also.
Noch interessanter wird es mit der Zeit. Denn OJJ passt sich seinem Träger an. Falten bleiben, Farben verändern sich, die Oberfläche entwickelt Spuren. Ähnlich wie ein gutes Paar japanischer Raw Denim wird das Kleidungsstück dadurch nicht schlechter, sondern persönlicher. Jede Jacke schreibt irgendwann ihre eigene kleine Geschichte aus Fahrradlenkern, Bahnsteigen, Kneipentresen, Flugzeugsitzen und viel zu langen Spaziergängen nach Hause. Patina statt Perfektion. Dass OJJ nebenbei windresistent und wasserabweisend ist, schadet natürlich ebenfalls nicht.

Für die neue Saison verlegt Ten c diese Materialphilosophie einmal mehr in die Stadt. Unter dem Titel „Urban Explorer“ kommt eine Farbpalette, die sich liest, als hätte jemand einen ziemlich guten Tag damit verbracht, Betonwände anzuschauen: Putzweiß, Desert Sage, Asphaltgrau und Matt-Schwarz. Klingt gut. Sieht auch gut aus.
Outerwear, Mid-Layer, Hosen und Accessoires bewegen sich irgendwo zwischen technischem Erbe und urbaner Gegenwart. Funktion wird hier nicht versteckt, sondern zum Teil der Ästhetik. Materialien, Konstruktion und Farbe dürfen sichtbar machen, wofür ein Kleidungsstück eigentlich gedacht ist.
Neu dazu kommen zwei Puffer-Modelle, die eigens für die Urban-Explorer-Linie entwickelt wurden. Zum Einsatz kommen Nylon Crinkle Combo OJJ sowie piece-dyed Nylon Tactel – also genau jene Art von Materialmix, bei der Ten c traditionell ziemlich schnell ziemlich interessant wird.
Und dann wäre da noch ein alter Bekannter. Der Skye Ten Anorak kehrt zurück. Ja, genau der. Das Ding, in dem Liam Gallagher während der Oasis-Tour im vergangenen Jahr zu sehen war. Womit wir vermutlich nicht mehr groß erklären müssen, warum ein italienischer Anorak plötzlich noch ein kleines bisschen mehr Manchester bekommen hat.
Der Skye Ten ist ohnehin eines jener Pieces, an denen sich die Ten-c-DNA besonders schön ablesen lässt. Militärische Referenzen treffen auf moderne Sportswear, Funktion auf eine Silhouette, die auch dann funktioniert, wenn der nächste Einsatz nicht im Gelände, sondern lediglich irgendwo zwischen Northern Quarter und Lieblingspub stattfindet.

Für die neuen Varianten arbeitet Ten c mit technischen Stoffen und PrimaLoft-Wattierungen. Dazu kommen Muster, deren Inspiration direkt aus dem urbanen Raum stammt: Stadtstrukturen, Bodenbeläge und architektonische Oberflächen werden abstrahiert und auf die Kleidung übertragen. Camouflage für Menschen, die lieber auf brutalistische Architektur als auf Büsche schauen, wenn man so will. Und vielleicht beschreibt das Ten c ohnehin ganz gut.
Diese Kleidung möchte nicht für eine Saison perfekt aussehen. Sie soll benutzt werden. Nass werden. Trocknen. Falten bekommen. Mitkommen. Irgendwann vielleicht besser aussehen als an dem Tag, an dem man sie gekauft hat.
Die Stadt verändert sich schließlich auch ständig. Warum sollte eine gute Jacke das nicht dürfen?






Source: Ten c
Ten c | Legacy in Original Japanese Jersey
