Es gibt Marken, die verschwinden nicht wirklich – sie rutschen nur aus dem eigenen Sichtfeld. Irgendwo zwischen früherer Überzeugung und heutiger Gleichgültigkeit. Und dann stolpert man plötzlich wieder über sie, klickt sich durch eine neue Kollektion und denkt: Ach, die gibt’s ja auch noch. Und… interessant.
Genau in dieser Kategorie bewegt sich Hackett London mittlerweile. Eine Marke, die früher fest in einem bestimmten Milieu verankert war – den Terraces, den Straßen, diesem sehr spezifischen britischen Verständnis von lässiger Männermode. Poloshirts in allem Farben bei England abroad oder den Finals in Wembley. Heute ist davon nur noch ein Echo übrig. Nicht, weil Hackett verschwunden wäre – sondern weil sich die kulturelle Bühne verschoben hat. Weg von den Lads und Bierbechern, wieder zurück zur ursprünglichen Peer Gruppe.

Mit der Spring/Summer 2026 Kollektion, die in Zusammenarbeit mit dem London Rowing Club entstanden ist, wird ziemlich klar, wohin die Reise geht. Das ist kein halbherziger Versuch, an alte Relevanz anzuknüpfen, sondern ein bewusst gewählter Kontextwechsel. Der London Rowing Club ist dabei kein austauschbarer Kollabo-Partner, sondern eine Institution mit Geschichte. Gegründet 1856, angesiedelt am Putney Embankment an der Themse, steht er für eine Form von Sportlichkeit, die mit dem hektischen Rhythmus moderner Fußballkultur wenig zu tun hat. Hier geht es um Präzision, um Wiederholung, um Disziplin – und um eine fast schon stoische Form von Teamgeist.

Auf den ersten Blick bleibt vieles erwartbar – und genau das ist Teil der Stärke. T-Shirts, Polos, Rugby-Shirts: die klassischen Bausteine, die Hackett seit jeher beherrscht. Dazu kommen Strickteile, Jogginghosen und Hoodies, die das Ganze in eine moderne, alltagstaugliche Richtung erweitern.
Doch entscheidend ist weniger was gezeigt wird, sondern wie. Jedes Teil trägt die typische Handschrift der Marke: klare Linien, saubere Verarbeitung, ein Fokus auf Qualität statt Effekthascherei. Gleichzeitig sorgt das gestickte Wappen des London Rowing Club für eine zusätzliche Ebene – eine Art stilles Signal, das die Verbindung zur Tradition sichtbar macht, ohne sich aufzudrängen.
Interessant ist auch die Entscheidung, für die Kampagne echte Athleten des London Rowing Club einzusetzen.

Wie immer gibt’s an der Stelle kein durchgewunkenes PR-Gelaber, sondern ein halbwegs ehrliches Urteil aus der Hüfte. Nicht jedes Teil zündet. Manche Pieces fühlen sich einen Tick zu geschniegelt an – fast so, als wären sie eher für den Clubraum nach dem Rudern gedacht als für irgendwas mit Kante im Alltag.

Aber: Es gibt definitiv Momente in der Kollektion. Einzelne Looks, die funktionieren, ohne sich zu sehr anzustrengen. Und genau da wird’s interessant. Denn die Idee hinter der ganzen Nummer – diese Verbindung aus britischer Sporttradition und moderner Garderobe – hat schon was. Es ist sehr on brand, sehr britisch, sehr sauber. Vielleicht nicht immer aufregend, aber eben auch nicht beliebig. Und genau deshalb landet das hier. Nicht, weil alles perfekt ist – sondern weil es eine Richtung zeigt, die zumindest konsequent ist. Authentisch, sportlich, mit genug Substanz, um nicht direkt im nächsten Trendzyklus zu verschwinden.

Wenn euch das Ganze also auch nur ansatzweise neugierig macht, klickt euch durch den Webshop von Hackett London. Vielleicht ist ja mehr für euch dabei, als man auf den ersten Blick denkt.

Hackett London | Homepage   Instagram

Source: Hackett