Es gibt Marken, die liefern zuverlässig Funktionskleidung für jedes Wetter. Und dann gibt es Fjällräven, die Marke, die uns zwischendurch plötzlich daran erinnert, dass Outdoor und Style sich keineswegs ausschließen müssen. Mit der neuen Samlaren Limited Edition Capsule Collection melden sich die Schweden jetzt jedenfalls eindrucksvoll zurück — und zwar irgendwo zwischen japanischer Workwear, kreativem Upcycling und genau der Sorte entspannter Funktionalität, die man am liebsten direkt in einem alten Hafenviertel spazieren tragen möchte.

Dabei beginnt die Geschichte lange vor Gorpcore, Patchwork-Hype und DIY. 1964 legte Fjällräven-Gründer Åke Nordin eine übrig gebliebene Stoffrolle beiseite, die für sein revolutionäres Thermo Tent nicht mehr benötigt wurde. Statt sie wegzuwerfen, entstand daraus Jahre später die erste Greenland Jacket — ein Stück Outdoor-Geschichte, das bis heute nachhallt. Genau diese Idee führt Samlaren nun weiter: aus Resten etwas Begehrenswertes schaffen.
Der Name passt perfekt. „Samlaren“ bedeutet auf Schwedisch schlicht „Der Sammler“ — und gesammelt wurde hier einiges. Knapp zwölftausend Meter überschüssiges Material, die andernorts vermutlich längst entsorgt worden wären, bekommen in dieser Capsule Collection ein zweites Leben. Klingt erstmal nach vernünftigem Nachhaltigkeitsprojekt, sieht am Ende aber überraschend gut aus. Denn anstatt krampfhaft „Eco“ zu schreien, wirkt die Kollektion angenehm selbstverständlich. Die Inspiration stammt sichtbar aus der japanischen Arbeitskleidung: großzügige Silhouetten, funktionale Taschen, präzise Details und robustes Ripstop-Gewebe aus 100 Prozent Baumwolle. Alles wirkt utilitaristisch, aber nie steif. Mehr Werkstatt in Tokio als Wanderparkplatz im Mittelgebirge.

Besonders spannend ist dabei, dass Samlaren längst mehr geworden ist als bloße Resteverwertung. Die Linie funktioniert inzwischen wie eine kleine kreative Spielwiese für Fjällräven — ein Ort, an dem das Label experimenteller denken darf als sonst. Patchwork-artige Konstruktionen aus überschüssigen Stoffen sorgen dafür, dass jedes Teil eine leicht eigene Persönlichkeit entwickelt.
Farblich setzt die aktuelle Kollektion auf ein ziemlich starkes Duo: ein leuchtendes Orange trifft auf tiefes Navy. Und genau diese Kombination zieht sich durch Cargo Shorts, Westen, leichte Hooded Jackets und natürlich eine Reihe ziemlich überzeugender Headwear-Pieces. Die Farben wirken gleichzeitig technisch und nostalgisch — fast so, als hätte man alte Rettungswesten mit klassischer Dockworker-Ästhetik gekreuzt.
Überhaupt fühlt sich die gesamte Kollektion ein wenig so an, als würde Fjällräven für einen kurzen Moment sich der Mode widmen. Ohne dabei plötzlich modisch geschniegelt wirken zu wollen. Stattdessen bleibt alles angenehm geerdet: funktional, robust und getragen von der Idee des Wiederverwertens. Kleidung für Menschen, die wahrscheinlich lieber Lost Places fotografieren als ultraleichte Trekkingstöcke vergleichen.

Mit Samlaren zeigt Fjällräven ziemlich eindrucksvoll, dass kreative Ideen oft genau dann entstehen, wenn die Möglichkeiten begrenzt sind. Statt Überschüsse einfach verschwinden zu lassen, verwandeln die Schweden übrig gebliebenes Material in eine Kollektion, die gleichermaßen funktional, verspielt und überraschend modern wirkt. Und ganz nebenbei beweist das Label, dass selbst nach Jahrzehnten Outdoor-Geschichte noch genügend Raum für neue Perspektiven bleibt.
Die Kollektion ist ab sofort im Marken-Webshop sowie bei ausgewählten Händlern erhältlich. Preislich startet die Capsule bei 59,95 Euro für die Samlaren 5-Panel Cap und reicht bis 289,95 Euro für die Samlaren Räven Jacket.
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Source: Fjällräven
