Wenn man sich lange genug mit guter Kleidung beschäftigt -so wie ihr und wir, landet man früher oder später bei zwei Namen: Mackintosh und C.P. Company. Zwei Welten, die auf den ersten Blick unterschiedlich wirken – hier schottische Handwerkskunst mit fast zwei Jahrhunderten Geschichte, dort italienischer Erfindergeist und Materialbesessenheit. Und doch ergibt die Begegnung erstaunlich viel Sinn. Vielleicht sogar mehr, als man zunächst denkt.

Diese erste Zusammenarbeit ist im Grunde ein Gespräch über Zeit. Über Tradition. Und über die Idee, dass gute Outerwear immer ein bisschen Wissenschaft, ein bisschen Handwerk und ein bisschen Wahnsinn braucht.
Denn Mackintosh ist nicht einfach nur ein Mantelhersteller. Mackintosh ist im Grunde der Moment, in dem Wissenschaft beschließt, Mode zu werden. Im Jahr 1823 experimentierte der schottische Chemiker Charles Macintosh mit gummierter Baumwolle und kam dabei auf eine Idee, die bis heute nachhallt: Zwei Lagen Stoff, dazwischen eine dünne Schicht Gummi. Das Ergebnis war der erste funktionierende wasserdichte Stoff der Welt. Ein Durchbruch, der Großbritannien trockener machte – was, meteorologisch betrachtet, eine ziemlich ambitionierte Aufgabe ist.

Der daraus entstandene Mantel wurde bald einfach „Mac“ genannt und war schon auf den Straßen unterwegs, bevor Thomas Burberry Jahrzehnte später den Trenchcoat populär machte oder Aquascutum ihre eigenen Regenmantel-Interpretationen perfektionierten. Was Mackintosh damals entwickelte, wird übrigens bis heute in Schottland produziert. Nicht als nostalgische Geste, sondern weil dort Menschen sitzen, die diese Technik mit einer Präzision beherrschen, die man nicht beschleunigen kann.

Auf der anderen Seite dieser Geschichte steht C.P. Company, eine Marke, die ohne den Namen Massimo Osti kaum denkbar wäre. Osti war einer dieser Designer, die Kleidung wie ein Forschungsfeld behandelten. Stoffe wurden gefärbt, beschichtet, neu gedacht. Militärarchive, Arbeitskleidung und Zukunftsvisionen landeten plötzlich im selben Experiment. Aus diesem Denken entstand nicht nur eine komplett eigene Design-DNA, sondern auch eines der berühmtesten Details der modernen Sportswear: die Goggle.

Wenn man genauer hinsieht, verbindet diese beiden Marken mehr, als man zunächst vermuten würde. Beide sind geradezu besessen von Material. Beide glauben daran, dass Innovation nicht laut sein muss, solange sie funktioniert. Und beide haben eine gewisse Freude daran, Dinge ein wenig nerdiger zu machen, als unbedingt nötig wäre.

Für ihre erste Zusammenarbeit greifen sie deshalb nicht nach irgendetwas Beliebigem, sondern direkt nach zwei Ikonen. Mackintosh bringt seinen legendären Mantel ins Spiel, C.P. Company die Goggle Jacket. Heraus kommt eine ziemlich elegante Fusion: klassischer bonded cotton aus Schottland, kombiniert mit einer abnehmbaren Goggle-Kapuze – ein Detail, das sich gleichzeitig futuristisch und vollkommen logisch anfühlt.

Das Material selbst ist dabei fast der eigentliche Star. Zwei Lagen Baumwolle, ein dünner Kern aus Gummi, alles miteinander verbunden zu einem Stoff, der vollständig wasserdicht ist und sich trotzdem erstaunlich natürlich anfühlt. Jedes einzelne Kleidungsstück wird von Hand zugeschnitten, anschließend mit einer Gummilösung versiegelt. Die Nähte werden sorgfältig abgeklebt und verstärkt – Schritt für Schritt, von denselben Händen, die diese Technik seit Jahren, teilweise Jahrzehnten beherrschen. Man merkt schnell: Hier geht es weniger um Produktion als um Handwerk.

Dass so etwas seinen Preis hat, überrascht am Ende kaum. Ab dem 26. Februar 2026 erscheint die Kollaboration auf den Websites beider Marken. Nach bisher kursierenden Informationen soll die Goggle Jacket bei etwa 1.270 Pfund liegen, während der Goggle Car Coat rund 1.360 Pfund kosten dürfte. Nicht bestätigt, aber durchaus im Rahmen dessen, was passiert, wenn schottische Präzision auf italienischen Erfindergeist trifft.

Am Ende ist diese Zusammenarbeit vor allem ein schönes Beispiel dafür, wie langlebige Ideen aussehen können. Mackintosh perfektioniert seit über zweihundert Jahren eine Technologie, die immer noch relevant ist. C.P. Company denkt Kleidung weiterhin wie ein Experiment. Und irgendwo zwischen Regenmantel, Labor und Designstudio hätte Massimo Osti vermutlich sich eine Zigarette angezündet und dabei ziemlich zufrieden genickt.

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Source: C.P. Company