Sapeur OSB: Das Jahr 2019 im Rückspiegel

Fünf Jahre! Unglaublich, dass unser kleines Projekt älter geworden ist, als jede heutzutage geschlossene Ehe durchschnittlich hält.

Kommen wir direkt auf 2019, unser Jubiläumsjahr zu sprechen. Zu allererst: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Unser Hobby hält uns ganz schon auf Trab. Neben Job, Familie und Spieltag ist es ein ständiger Hassle, unsere Leidenschaft im Zeichen der gekreuzten Regenschirme zu bespielen oder den Versand zu organisieren. Vielen Dank an alle, die dafür Verständnis haben, dass wir immer noch kein „sapeur Prime“ als Versandoption anbieten.

Wir sind wie immer ohne eine spezielle Agenda ins Jahr 2019 gestartet – abgesehen von unserer Collabo mit Umbro natürlich, doch dazu später mehr. Denn so ein wirtschaftliches Kalkül würde definitiv unsere Leidenschaft für das hier einfach zu stark einengen. Und so waren auch in 2019 einige „zufällige“ Releases dabei, wie z. B. der „Casual & Pub Culture“-Sweater oder das fünf Jahre Vinyl T-Shirt.
In 2019 mussten wir erfahren, dass unser Anspruch, euch echte Casual Attire anzubieten, also von uns entworfene und extra angefertigte Bekleidung, ein immer schwieriger werdendes Unterfangen wird. Die Mindestbestellmengen gehen hoch und dann sind da auch noch sehr viele unseriöse Hersteller im Wettbewerb, die einem weitere Stöcke zwischen die Beine werfen. Wir durften also mal wieder ordentlich Lehrgeld bezahlen und sind bei zwei Produktionen in Portugal ziemlich auf den Arsch gefallen. Der Anspruch, mit dem wir gestartet sind, lässt sich heute leider nicht mehr so einfach erfüllen. Aber wir greifen neu an und versuchen 2020 weiterhin, uns und unsere Ideen zu verwirklichen.

„We turn five“ hieß es am 1. Mai 2019. Und wie es sich für ein Geburtstagskind gehört, haben wir eine große Runde ausgegeben und 500 Trimmy Pins herstellen lassen, die ohne großes Brimborium an Freunde, Partner und zuvor ausgeloste Shopkunden verschickt wurden. Die Überraschung war groß – übrigens auch bei uns. Im Nachhinein haben wir uns selbst „etwas“ für diese Idee verflucht, denn wir hatten die Rechnung ohne den ganzen damit verbundenen Arbeitsaufwand inklusive Nachfrankieren gemacht. Fünf Jahre Sapeur – One Step Beyond – und kein bisschen weise…

Ebensowenig hatten wir damit gerechnet, dass 2019 unser Collabo-Jahr wird. Dennoch war es immer wieder fantastisch, mitzuerleben, wie zwei starke Partner an einer gemeinsamen Idee herumschrauben und dann ein großartiges Ergebnis präsentieren können.
Los ging’s mit den Jungs von Monkey Man und unserer gemeinsamen Hommage an einige Künstler, die uns natürlich durch ihre Musik, aber auch durch ihren Kleidungsstil beeinflusst haben. Weiter ging es mit Weekend Offender und – nach diversen „City Series“-T-Shirts – mit unserer ersten offiziellen Collabo mit Sam und Rhydian.
Iván von IzquierdaCasual ist nicht nur ein Supertyp, sondern es hat sich gezeigt, dass man mit ihm auch prima zusammenarbeiten kann. Das Design zur „Everyday“-Shorts stand bereits nach zwei Nachrichten und einem Sketch. Die Frage nach Knöpfen, Labels und Materialien war nach weiteren vier geklärt und ab ging’s in die Produktion. A true meeting of minds.

Schließlich folgte das absolute Highlight – der Moment, von dem Du träumst, wenn du mit Freunden einen Independent-Blog und Label startest: Die große Collabo mit einer Weltmarke! Die Story von Umbro X Sapeur – One Step Beyond begann vor rund elf Monaten und wir waren wirklich positiv überrascht, dass wir nicht nur die Kleidungsstücke entwerfen durften, auf die wir Bock hatten, sondern sie auch ganz nach unsere Ideen realisieren konnten. Wie in unserem Text zur Collabo bereits erwähnt, ist das Verhältnis zu Umbro ein wirklich besonderes aufgrund unserer persönlichen Verbindung zu dieser Marke, die ein fester Bestandteil unserer Fußballkultur ist. Die erste Generation, die Mitte der Neunziger dabei war, wird jedenfalls verstehen, was wir damit meinen.
So haben wir unser ganzes Herzblut in die Kooperation gesteckt, sind zum Ursprung der Marke nach Mobberley und Manchester gereist und haben daraus eine Hommage an die Casual Culture, dem Britpop und das goldene Stöffche, den Ebbelwoi, gemacht.

Last but noch least ist da ja noch der „Sapeur OSB“-Blog. Wir haben auch 2019 für euch stets nach heißen Releases Ausschau gehalten, Interviews geführt, einen Blick über den Tellerrand geworfen und auch mal kulturelle Themen behandelt. Immer nach der seit Tag Eins geltenden Devise: Feiern oder tragen wir es selbst? Dann kommt es auf den Blog! Nur, um „Content“ zu liefern, haben wir auch in diesem Jahr nichts auf die Seite geholt.
Daher geht an dieser Stelle auch ein ganz besonderer Dank an unsere Interviewpartner. Die Zeiten sind schnelllebig und leider auch unverbindlich geworden. Da arbeitest du drei bis vier Stunden an den Fragen und dann bleiben leider viele Interviewanfragen trotz vorheriger Absprache doch unbeantwortet…
Falls euch mal ein Thema fehlen sollte oder ihr eine Idee zu einem Interview oder einer Blogserie habt, dann schreibt uns einfach. Wir freuen uns über jeden Input.
An dieser Stelle möchte ich mich bei Andreas Zwingmann bedanken, der auch 2019 die Blogsteady Crew bereichert hat.

Jenseits der virtuellen Welt gilt nach wie vor: Wer uns kennt, weiß, dass wir zu den reisefreudigen Menschen gehören und immer nach Möglichkeiten suchen, jeden persönlich kennenzulernen – egal, ob bei einer unserer Release Parties oder bei einem Treffen während unserer Reisen. Das ein oder andere Ziel haben wir für 2020 bereits ins Auge gefasst. Falls also Dein Smartphone klingeln sollte: das könnten wir sein mit einer Kiste Bier im Gepäck.

Getreu dem Motto „Wir können hier nicht anhalten. Das ist Fledermausland“ geht unsere Reise 2020 also munter weiter. Nach dem High mit Umbro zum Jahresausklang müssen wir uns jetzt erst mal wieder motivieren und zum normalen Tagesgeschäft übergehen. Und das kann nur eines heißen: Unsere erfolglose „Selbsthilfegruppe“ namens Sapeur – One Step Beyond wird euch im neuen Jahr das ein oder andere Textil kredenzen und sich auf dem Blog die ein oder andere Neuanschaffung schön rechnen, um bloß keine Antwort auf die Frage zu finden, wieviele Jacken oder Sneaker man(n) denn so benötigt. Merkt euch: Wir haben alle keine Macke, sondern einfach nur einen zu kleinen Kleiderschrank.

Wir wünschen euch einen stabilen Silvesterabend und einer schnell wirkenden Kopfschmerztablette am Morgen danach.

Vielen Dank für euren Support 2019 und alles Gute für 2020! Stay one step beyond!