Sapeur OSB Filmtipp: Paranza – Der Clan der Kinder

Paranza, ein Film nach dem Bestseller von Roberto Saviano. Der Autor, der vermutlich den meisten unter euch mit der Fernsehserie „Gomorrha“ ein Begriff sein wird und heute immer noch im Personenschutz in Italien lebt, erzählt die Geschichte von einer jungen Gruppe von Teenager in Neapel, die ihre Chancen sehen, die Kontrolle in ihrem Viertel zu übernehmen.

Sie wollen Markenschuhe, Motorroller und das schnelle Geld: In ihrer Heimatstadt Neapel, wo die Mafia-Bosse der Camorra umgebracht oder verhaftet wurden, haben Nicola und die Jungs aus seiner Clique das Regiment übernommen. Die 15-jährigen haben weder Angst vor dem Gefängnis noch vor dem Tod. Denn für sie gibt es kein Morgen, keine Perspektive, keine Hoffnung. Sie dealen mit Drogen und begehen Morde, während sie nachts bei ihren Eltern schlafen und ihre ersten Erfahrungen in Sachen Liebe machen.
Die „Paranzas“ (ugs. für eine Kleingruppierung der Camorra), wie sie sich selbst nennen, wollen alles – und das am besten sofort. Im Zentrum der Geschichte steht Nicola, der den Krieg zwischen den verfeindeten Clans gekonnt für seine Geldgeschäfte nutzt. Mehr als diesen Krieg liebt er nur seinen jüngeren Bruder und die schöne Letizia, mit der er sich sogar einen Neuanfang außerhalb der verschworenen Gemeinschaft vorstellen kann…

Der Roman „La Paranza dei Bambini“ des italienischen Bestseller-Autors Roberto Saviano, der 2006 durch „Gomorrha. Reise in das Reich der Camorra“ weltberühmt wurde, handelt von einer Jugend, die für den Traum vom schnellen Geld über Leichen geht. Der Film erzählt die Geschichte einer Gruppe Heranwachsender, die zwar der bürgerlichen Mittelschicht entstammt, aber aufgrund ihrer Faszination für die sie umgebende Gewalt zu einer leichten Beute für die Mafia-Clans wird.

Der Regisseur Claudio Giovannesi war bereits an der Entwicklung der TV-Serie „Gomorrha“ beteiligt und drehte LA PARANZA DEI BAMBINI, so der italienische Titel, mit jungen Laiendarstellern aus Neapel. Roberto Saviano schrieb nicht nur am Drehbuch, sondern wirkte auch als Produzent an dem Film mit.
Der Film hat insgesamt eine Spieldauer von 105 Minuten und wird am 22. August 2019 in den deutschen Lichtspielhäusern zu sehen sein. Ich vermute, dass er wie in Frankfurt, auch bundesweit, „nur“ in den sogenannten Arthouse-Kinos zu sehen sein wird.

Source: prokino.de