Sapeur OSB stellt vor: Kestin Hare

Heute kommen wir zu einem Label, das sich der smarten Menswear verschrieben hat und in immer mehr Stores geführt wird: Kestin Hare.

Ist Kestin Hare eine Football Casual-Marke? Sicherlich nicht. Ich wollte euch das Label schon etwas länger vorstellen, hatte aber lange hin und her überlegt, ob unsere Blogbühne hierfür geeignet ist. Aber am Ende schauen wir hier nicht nur gerne nach links und rechts bzw. was um uns herum so passiert, sondern auch immer über den Tellerrand hinaus. Und Kestin Hare bietet eine Herrenmode an, die ihr in der Arbeitswoche, aber auch am Wochenende im Pub, beim Italiener und beim Flanieren mit eurer Madame am Mainstrand tragen könnt. Und das ist allemal einen Artikel bei uns wert.

Die Marke ist nach dem Eigentümer und Chef im Ring, Kestin Hare, benannt und steht für feine Herrenbekleidung aus Schottland. Kestin hat sich schon früh für Mode und Design interessiert und stammt aus einer kreativen Familie. Sein großes Vorbild war sein Großvater, den er als wahren Gentleman in Erinnerung hatte, immer bestens gekleidet und Besitzer eines Pubs in Leith. Kestin selbst wurde später beim Raven von Markenklamotten angefixt, die Anfang der 90er Jahre so richtig populär wurden. Er kaufte sich alles, was nicht bei drei auf den Bäumen war und gibt zu, dass er regelrecht süchtig nach Markenshirts war. Er sagt über die Zeit, dass dich die Klamotten damals definiert und dir ein ungeheures Selbstvertrauen eingeimpft haben.

Dies hatte auf ihn einen ziemlich großen Einfluss, so dass er recht früh wusste, dass er Mode & Design studieren möchte. Nach dem Studium zog er direkt nach London, wo er für die großen Marken arbeiten wollte und fand auch recht schnell seine erste Anstellung bei Reiss, bis sein Werdegang dann als Head of Design bei Nigel Cabourn gipfelte. Kestin sagt über die Zeit, dass es für ihn eine sehr intensive Trainingsphase war, in der ihm die wichtigsten Werte beigebracht wurden: Vintage Research, die Geschichte der Kleidungsstücke, wo sie ihren Ursprung haben und hergestellt werden, die Funktionen der verschiedenen Materialien, die richtige Passform, die Details und was es bedeutet, das Prinzip „Made in UK“ zu unterstützen.

Für Kestin war es nur eine Frage der Zeit, bis er sein eigenes Label gründen sollte. Nach seiner Zeit in der englischen Hauptstadt zog es ihn in seine Heimatstadt Edinburgh zurück, wo er seine Vision zu einem Produkt aufbauen wollte, das eine Geschichte erzählt, zeitlos ist und in das er seine schottische Herkunft einfließen lassen kann. Ihm es ist darüber hinaus wichtig, das Handwerk zu unterstützen, Arbeitsplätze zu erhalten und zu fördern und dass sich die ökologischen und sozialen Auswirkungen kontinuierlich verbessern. Seine Designs sind technisch und funktional, aber auch etwas unkonventionell. Vielleicht ganz einfach so, wie Kestin Hare auch als Mensch ist.

Meine absoluten Highlights der aktuellen Kollektion sind die Kleidungsstücke, bei denen sich Kestin von der experimentellen  Whisky-Brennerei bei Benriach Speyside inspirieren ließ. Bei einem Besuch in der Brennerei war er vom Herstellungsprozess, dem Whisky selbst, dem Ort und den Menschen, die dort arbeiten, so fasziniert, dass er direkt damit begann, mit den Farben zu spielen. Ob es am Ende auch etwas am übermäßigen Destillatkonsum gelegen hat, ist leider nicht bekannt, aber Kestin war von den getorften Fässern so begeistert, dass er einen digitalen Fassdruck für das leichte Ripstop Nylon seines Torness Parkas, des Traveller Jackete, der Storr Pant und Fatigue Short entwickelte. Die Farben und Texturen sind so wunderbar gelungen, dass jedes Kleidungsstück ein einzigartiges Finish erhält.

Unter den weiteren Highlights findet ihr das bereits angesprochene Traveller Jacket, das auch in einem Navy Ripstop Nylon angeboten wird. Die Jacke hat ein schickes vier Taschen-Design, ähnlich wie man es von einem klassischen Fieldjacket her kennt, und ist Made in UK.
Weiter geht es mit dem Armadale Shirt Jacket, einem lässigen Overshirt mit Kängurutasche und Kordelsaum aus gebürsteter Baumwolle, das stückgefärbt ist. Das Granton Shirt ist ein sogenanntes Popover-Hemd. Es ist von alten Arbeiterhemden inspiriert und wird aus einem hochwertigen Baumwoll-Seersucker gefertigt. Zu den weiteren Merkmalen gehören eine verlängerte Knopfleiste und eine aufgesetzte Brusttasche mit aufgesetzten Taschenklappendetails.
Insgesamt sind die Kleidungsstücke etwas relaxter geschnitten. Schaut deshalb bitte unbedingt auf den Size Guide. Einzig mit den Hosen und Shorts kann ich ehrlich gesagt nichts anfangen. Diese zum Teil extrem weitgeschnitten Fatigue-Hosen sind nichts für meinen Geschmack. Ansonsten findet ihr weitere schicke Shirts, Sweater und weitere Jacken in der aktuellen Kollektion.

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Source: kestinhare.com