Null Achtzehn im Rückspiegel oder der Versuch eines geordneten Rückblicks

Hochgeschätzter Lesezirkel, Freunde des Sports, ehrenwerte Therapiebedürftige,

vermutlich erwacht auch Ihr allmählich aus dem weihnachtlichen Delirium aus Festessen, gepaart mit Rotweinexzessen und hoffentlich hat Euch das Christkind die adäquaten Gaben unter den Baum gelegt? Genau die richtige Stimmung für eine Rückschau auf das vergangene Jahr! Der Kopf ist leer, der Bauch ist voll, wir fassen uns daher so kurz as possible.

In diesen bewegten Zeiten ist es schwer, politische Geschehnisse und sonstige wundersame Ereignisse der Dritten Art auszublenden. Doch politische Aufarbeitung ist unsere Sache nicht. Wir sind kein Leuchtturm, der durch den Nebel des Zeitgeschehens leitet und wir wollen auch keine Fakten zu Fake-News liefern; das ist Aufgabe des Journalismus. Trotz fortwährendem Alkoholgenuss ist es uns dennoch nicht gleich, was so los ist und am Ende des Tages bzw. Jahres haben auch wir unsere Sicht der Dinge. Scheiße passiert und Gutes kommt wieder, In diesem Sinne zitieren wir aus unserem Jahresrückblicks von 2015.

In diesem Zusammenhang nur soviel: Wir können (zumindest einigermaßen und nach unseren eigenen Regeln) frei zum Fußball fahren. Wir können frei über unsere Interessen schreiben. Und wir können uns den Luxus eines besonderen Geschmacks bei der Wahl der Garderobe und des Schuhwerks leisten. Diese Privilegien sollten uns allen bewusst sein. Amen, die Predigt ist zu Ende, aber das war mir wichtig.“

Ein äußerst ereignisreiches Jahr liegt hinter uns. Wir hatten das große Glück mit den Wunschgesprächspartnern zu plaudern, die uns bisher noch im Panini-Album „Sapeur Interviews“ fehlten. Zu unserer Freude konnten wir euch ausführliche und einblickende Interviews mit Typen präsentieren, die was zu sagen haben. Die Higlights waren sicher: Der weiße Brasilianer Ansgar Brinkmann. Der ehemalige Fan Treff und match-live Herausgeber Steffen Heumann. Johnny Ridley von MA.STRUM. Daniel Steindorf vom Frankfurter Menswear Store Uebervart sowie die Terrace-Legends Cass Pennant und Buchautor Riaz Khan. Wie Hannibal lieben wir es, wenn ein Plan bzw. eine Interviewanfrage funktioniert. Und so konnten wir das schöne Wort „check“ hinter Namen auf unserer Interview-Wunschliste vermerken, die wir seit dem Start des Blogs führen. Hinzu kommen eine Reihe von weiteren Interviews mit Marken, Stores und Persönlichkeiten, die wir ins Rampenlicht unserer Blogbühne rückten.

Auch in anderen Rubriken konnten wir punkten: Gemeinsam mit dem Casual Store „The Smart Dresser“ wurde an der Idee gefeilt, wie wir Matchday-Outfits auf eine interessante Art und Weise vorstellen können; die – wie wir finden – gelungen Arrangements konnten sich sehen lassen. Mit den „Sapeur OSB Denim Days“ gab‘s einen Übersicht verdammt guter Jeans. Die „Casual Girls“ haben einen viel diskutierten Artikel gewidmet bekommen und Alina Schwermer hat nicht nur ihr Buch „Wir sind der Verein“ vorgestellt, sondern mit ihrem Artikel über Fanvereine einen wichtigen und lesenswerten Gastbericht geschrieben.

Kurzum sind wir wirklich sehr glücklich darüber, welche qualitative Bandbreite wir in Sachen Football Casual Culture einerseits, aber auch Blicke über den berühmten Tellerrand hinaus andererseits auf‘m Blog hatten. Wir sind heiß drauf euch auch weiterhin Alternativen zur hergebrachten „Casual-Standard-Uniform“ vorzustellen und euch damit zu noch besseren Menschen zu machen, zumindest was die Wahl der Garderobe betrifft. Wie damals bei Dr. Sommer in der Bravo (Gibt‘s das noch? Kennt das noch jemand? Werden wir langsam echt alt? Stellen Jugendliche heute ihre Fragen in der Suchfunktion bei Youporn? Und wenn schon? Egal jetzt!) könnt Ihr uns gerne kontaktieren, Fragen stellen und Themen für den Blog vorschlagen.

Ein weiteres Sapeur OSB-Steckenpferd ist natürlich die von uns kreierte Terrace Couture. Auch auf dieser Flanke sind wir mit Freude erfüllt, nicht dem Content geschuldet zu „müssen“, sondern nur die Dinger rauszuhauen, die den Ansprüchen unserer strengen wie geschmackvollen Qualitätskontrolle genügen.

Das absolute Highlight für uns war zweifelsfrei die Colabo mit den Jungs von Unfair Athletics inklusive der Releaseparty in Frankfurt. Die Track-Tops waren im Nuh ausverkauft und unter den Klängen von Gastone wurde der Abend zu einer rauschenden Ballnacht. Habe die Ehre, ins UNFR Headquarter!

Übergeleitet durch Restalkohol inspirierte Wortspiele kommen wir nun zu etwas völlig anderem: Neben Lesenswertem verließ auch Textiles das Sapeur-Werk. Auch in 2018 gab es wieder ein Shirt, das ganz oben auf eurer Beliebtheitsskala rangierte. Ladies und Gentlemen, der Gewinner ist das „Sneaker o Plomo“-Motiv. Immer wieder schön, wenn eine bekloppte Idee topp umgesetzt wird und dann auch noch derartigen Anklang findet.

Kurz vor Jahresende haben wir ein weiteres Herzensprojekt mit Red Rebane gestartet. Zugegeben, wir hatten aufgrund der Preisgestaltung ein wenig Bammel, ob sich das realisieren lässt. Die Qualität, die Materialien, deutsche Handarbeit und nicht zuletzt das Design des Schweriner Labels haben am Ende für sich gesprochen. Die Duffle Bags haben gepunktet und sind sind in die Verlängerung gegangen. Einfach großartig!

Wir denken, der große Unterschied von Sapeur – One Step Beyond zu anderen „Casual Labels“ ist, dass wir das hier weiterhin neben unserer Jobs als Hobby betreiben und so wie wir wollen unsere Leidenschaft für den Fußball und der damit verbundenen Football Casual Culture ohne kommerzielle Interessen und Sachzwängen ausleben können. Euer Feedback spricht für sich. Auch die Anfragen von Stores aus Deutschland, Italien, Frankreich, Schweden und Griechenland, die unsere Sachen ins Programm aufnehmen wollen, schmeicheln uns sehr. Doch diesen Schritt wollen wir nicht gehen, weil er auf der einen Seite auch nach über vier Jahren zu früh erscheint und auf der anderen Seite den Charakter unserer Sache unkalkulierbar verändern würde.

Influencer, Shout out´s, Werbung, gekaufte Follower oder eine Kooperation mit den hunderten „Casual Hool Ultra“-Instagram Accounts, die das Wesen der Fußball-Subkultur Null verstanden haben: Spielt euer Spiel mal ohne uns, das ist nicht unser Wege! Wir scheißen auf virtuellen Fame und bleiben lieber authentisch.

Für 2019 haben wir bereits eine Wundertüte an Überraschungen in Planung, die aber noch der Geheimhaltung unterliegen. Seht uns die Diskretion nach aber ihr könnt nicht glauben an welchen Kleinigkeiten – und das leider nicht nur manchmal – große Ideen oder Colabos mit kleinen oder großen Labels scheitern können. Schlimmer als bei „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“!

So, genug gebabbelt. Das Hirn kann wieder in Urlaub. Stellvertretend für die Sapeur – One Step Beyond Crew möchte ich mich abschließend bei euch für 2018 bedanken. Seid gespannt, was wir in Sachen Blogsteady und Terrace Couture 2019 in der Pipeline haben. Bleibt gesund und auf ein stabiles neues Jahr mit vielen Abenteuern!
Cheers, Mark

P.S.:
Vielen Dank an die Blogsteady Crew in Person von Andreas Zwingmann und Vilbelmaggus, die mich bei den Themen hier unterstützten.
Vielen Dank an alle Models und Fotografen, die uns bei der Umsetzung unserer Ideen geholfen haben.
Merci beaucoup pour vos brillantes illustrations, Duckas!
Crew love is true love!