Sapeur OSB im Gespräch: Cass Pennant – Hooligan, Buchautor und mehr!

Cass Pennant. Was sollen wir euch groß zu diesem Mann schreiben? Er war führendes Mitglied der berüchtigten InterCityFirm von West Ham United, hat als Autor diverse Bücher geschrieben, sein Leben wurde verfilmt, er brachte eine umfassende Dokumentation zur Casual Culture heraus, präsentierte den herausragenden Kurzfilm „Beverly“ und arbeitet für verschiedene Seiten als Berater. Nicht schlecht für jemanden, der im Londoner East End aufgewachsen ist, im Gefängnis saß und einer der bekanntesten englischen Hooligans war. 
Cass war von Anfang an einer unserer Wunschgesprächspartner und wir sind mehr als glücklich euch das Interview mit ihm präsentieren zu können. Wir haben uns über den Fußball von gestern und heute, über Politik in den Stadien und natürlich über sein facettenreiches Leben unterhalten. Das Interview ist sehr lang. Also wirklich sehr, sehr lang. Denn der gute Mann stand uns wirklich zu allen Abschnitten und Themen in seinem Leben Rede und Antwort. Macht euch ein Bier auf (besser zwei) oder eine große Tasse Tee. Nehmt euch die Zeit, denn wir sind wirklich sehr glücklich darüber wie komplex dieses Gespräch mit Cass Pennant war. 

For our international follower: For the interview in English please scroll down.

© Simon Harsent Photography

Gude Cass, es ist uns eine ganz besondere Ehre und ein großes Vergnügen dich bei uns zu haben. Für den Fall, dass es unter unseren Lesern jemanden geben sollte, der dich nicht kennt, stell dich doch bitte selbst einmal kurz vor,

Ich war seinerzeit ein führendes Mitglied von West Ham’s InterCityFirm. Die ICF war in den 1970er und 80er Jahren eine der gewalttätigsten und berüchtigtsten Hooligan Gruppierungen Großbritanniens.
Heute bin ich ein erfolgreicher Drehbuchautor und Filmproduzent, dessen Leben sogar im britischen Kultfilm „Cass“ verfilmt wurde.

Du bist im Londoner East End, einem ziemlich taffen Viertel aufgewachsen. Erzähl uns bitte zu deiner Kindheit.

Barnardo’s (britische Waisenhausstiftung) hat mich in die Obhut einer weißen Pflegefamilie im Südosten Londons vermittelt. Das Leben außerhalb dieses Zuhause war schwierig, denn es gab noch keine Anti-Rassismus-Gesetze und wenig Toleranz gegenüber anderen Kulturen. Schikane und Mobbing waren an der Tagesordnung und ich musste schon von kleinauf um meinen Platz kämpfen.

Es gibt eine Geschichte in deinem Buch “Congratulations You have just met the ICF”, die mich wirklich sehr beeindruckt hat. Du warst allein im West Stand des Upton Parks unterwegs, der zu der Zeit von Mitgliedern der National Front und von BM Anhängern besucht war. Als du an ihnen vorbei schlenderst hielten sie alle den rechten Arm hoch bis sie dann bemerkten, dass du jemand von der ICF bist und sie ihn schnell wieder runternahmen. Wie waren deine Gedanken und was hast du in dem Moment gefühlt?

Diese wirklich so geschehene Geschichte kannst du komplett im entsprechenden Kapitel in meinem Buch nachlesen. Man muss sich in die damalige Zeit zurückversetzen und überlegen wie der Altersdurchschnitt seinerzeit war.
Heute sind wir in England stolz darauf, dass wir die Politik aus den Stadien fernhalten. Aber damals war ein echt düsteres Kapitel, in dem sich das British Movement und die National Front mit ihren rechtsextremen Ansichten im Fussball einschlichen.
Zu der Zeit arbeite ich als Maler für die Gemeinde und war als Gewerkschaftsfunktionär aktiv. Ich begann zu hinterfragen, was ich beim Fußball zu sehen bekam. Ungefähr 100-200 Skinheads haben vor den Augen der Clubdirektoren „Sieg Heil“ Rufe skandiert. Zwei Saisons lang haben die nichts dagegen getan. Auch die Polizei hat das nie in Frage gestellt, aber da wusste man auch warum die nichts unternahmen.
Einige unserer eigenen Fans stellten das jedoch in Frage. Wir hatten bei uns nicht viele schwarze Fans und die paar waren zähe Burschen, die sehr gut auf sich selbst aufpassen konnten. Waren wir als Schwarze bei West Ham nur willkommen, weil wir im Kampf nützlich waren? Oder spielte das überhaupt keine Rolle?
Diese Frage ging mir ständig im Kopf hin und her und ich wollte eine Antwort darauf. Und der beste Weg diese Antwort zu bekommen, war sich auf den Stehrängen mitten ins Terrain der Rechtsextremen zu begeben. Welche Antworten ich fand, kannst du wie schon erwähnt in meinem Buch nachlesen.

Die Inter City Firm war auswärts immer in einer beachtlichen Mannstärke unterwegs und die Green Street war bei den West Ham Heimspielen eine Festung. Bei all der großen Anzahl an Rivalitäten und Feinden, welche andere Firm hast du am meisten für ihre Aktionen respektiert?

Mehr als zwei Jahrzehnte Krawall und Kämpfe mit rivalisierenden Firms, da fällt einem die Antwort nicht leicht. Wir hatten 42 Spiele pro Saison und bei der Hälfte dieser Spiele knallte es. Firms kommen und gehen, aber bestimmte Firms waren immer top wenn es um Action ging. Millwall zählte immer zu den wirklich fiesen Gegnern. Chelsea war top organisiert, aber ein wenig überfordert wenn sie mit einem großen Mob antraten. Wir bezeichnten sie immer als ManU des Südens.
Manchester United selbst hatte immer einen riesigen Haufen Jungs am Start. Die Scouser waren ebenfalls immer für einen Kampf gut, sowohl Liverpool als auch Everton. Aber wir fanden Everton immer etwas stärker. Die haben Millwall mal eine Lektion erteilt, die sie nie vergessen werden.

Die Clubs aus den Midlands hatten für uns wenig Bedeutung, aber ich würde Birmingham City als die wahre Nr. 1 der Midlands bezeichnen. Die Firms aus Stoke und von Forest hatten auch ihren Tag als Mob.
Der Nordosten waren harte Auswärtsspiele. Jeder dieser Clubs hatte zähe Burschen in seinen Reihen. Wir hatten noch nie Fans mit solch verrückter Leidenschaft gesehen, wie die Geordies aus Newcastle. Echte Dummköpfe. Middlesborough wurden ebenfalls als erfahrene Gegner respektiert. Leeds war auch heftig, aber wir hatten tatsächlich mehr denkwürdige Aufeinandertreffen mit Sheffield United.
Portsmouth war ebenfalls gut, aber wir haben nie wirklich gegen die gespielt. Cardiff war auch in den Neunzigern noch klasse.

Aber London mit all den Firms die ich noch gar nicht erwähnt habe, war das Zentrum des Geschehens. Arsenal und Tottenham waren über lange Zeiträume hinweg Top Firms deren Geschichte es ebenfalls wert ist erzählt zu werden.

Doch bei allem Respekt gegenüber unseren Gegnern, kann ich hier nur von Erfahrungen sprechen, die wir auswärts gemacht haben. Denn am Upton Park haben uns nur sehr wenige Firms herausgefordert und im Europapokal hat sich damals nie jemand vom Festland blicken lassen.

Was war dich die ereignisreichste Schlacht an die du dich zurückerinnern kannst?

Millwall, Middlesborough, Liverpool, Birmingham, ManU und einige Arsenal-Spiele. Das waren keine kurzen Hauereien, es waren regelrechte Schlachten die für immer im Gedächtnis bleiben. Es hat andauernd geknallt, vor dem Spiel, während dem Spiel im Stadion, einfach den ganzen Tag. Aber wie gesagt, das war in den 1970er und 80er Jahren.

Heimspiele, glorreiche Awaydays, Freundschaft, die Klamotten, West Ham United. Was machte die ICF für dich damals so besonders?

Es spielte keine Rolle, ob du arm oder reich warst oder welche Hautfarbe du hattest. Das spielte wirklich überhaupt keine Rolle, denn darum ging es nicht. Es ging darum, gemeinsam zum Fußball zu gehen und sich gegenseitig Deckung zu geben. Egal ob zuhause oder auswärts, stehen bleiben und sich zusammen mit den Jungs grad machen. Das galt im Grunde für alle Firms, die Teil der Casual Subkultur waren. Die Casuals entstanden aus der Skinhead-Ära der späten 60er Jahre und hatte ihren Höhepunkt in den frühen achtziger Jahren.
Wir waren eine Football Firm mit eigener Historie und einem gewissen Ruf. Persönlich würde ich sogar soweit gehen und sagen, was uns am meisten von den anderen Firms unterschied, war die überdurchschnittlichen Hohe Verstrickung der IFC Mitglieder ins kiminielle Milieu. Unsere verhassten Rivalen von Millwall sind uns in der Hinsicht vermutlich noch am ähnlichsten.

Die Top Boys der britischen Firms avancierten zu Promis. Für uns in Deutschland ist das ein wenig seltsam, da man hier nach Möglichkeit niemanden verrät was man so am Wochenende treibt und nie sein Gesicht zeigt. Wie würdest du dieses Phänomen erklären?

Ich muss sicher nicht erklären, dass wir nach der Austrahlung der ICF Dokumentation in 1985 schon ziemlich berühmt und berüchtigt waren. Die Kinder auf den Schulhöfen sprachen nie über die Geschichte der Römer und der Griechen, aber wer bei welcher Firm war und welcher Mob der Härteste war.
Als die Sozialpädagogen und die Medien nur Bullshit über unsere Szene verbreiteten, hatten einige Leute wie ich genug davon, unser Leben von Außenstehenden erzählen zu lassen. Lasst uns die wahren Geschichten erzählen, von denen die auch wirklich dabei waren. Das funktionierte bestens, denn so entsetzt wie die Literaturwelt auch war, viele dieser Buchtitel wurden zu Bestsellern. Im Allgemeinen basieren auch die meisten Filme auf Büchern und so tauchten plötzlich die Fußballfilme auf. Das ist kein Hooligan Phänomen, denn über jede britische Jugendsubkultur erschienen irgendwann Bücher und zwangsläufig entstanden daraus Filme. Nur gegen die Fußballszene gab es Widerstand, wohl weil die ganzen Moralapostel sich nicht ganz wohl dabei fühlten. Junge Typen die sich zum Spaß die Fresse polieren, schienen für die Erziehung der Jugend provozierender und bedrohlicher zu sein, als Gangster die sich auf der Leinwand über den Haufen schießen. Und jetzt erklär mir mal, wer die wirklich abgefuckten Leute in dieser Welt sind.

Cass, du warst erst ein Boot Boy und später hattest du damit begonnen dich casual zu kleiden. Wie wichtig war für dich der Stil von der Tribüne und der britischen Subkulturen? Und welche Subkultur hatte auf deine Garderobe den größten Einfluss?

Meine ersten Berührungspunkte mit Mode, war die ursprüngliche Skinhead Subkultur. Trojan Records, Arbeiterklasse und stolz darauf. Die Klamotten damals gehörten zum Besten was man tragen konnte.
Als Junge beobachtete ich die älteren Typen, wie sie auftraten, sich prügelten und die Mädels abschleppten. Genau das wollte ich auch und das brachte zwangsläufig das Interesse am richtigen Style mit sich. Die Casual Fashion hat den Kleidungsstil auf ein ganz neues Niveau gebracht und ist unübertroffen. Noch heute bevorzuge ich Marken wie Boneville, Henry Lloyd, Ellesse und Peaceful Hooligan.

Wie allseits bekannt beanspruchen die Liverpool Fans für sich den Fakt, dass sie europäische Sportswear-Marken wie Sergio Tacchini, Fila und viele weitere in die englischen Stadien brachten. Denkst du, dass das stimmt? Und wie siehst du die Wandlung der Fans von Trikots und Schals zu Designermarken?

Ich werde dieses Liverpool-Ding in der späteren Frage zu meinem Dokumentarfilm „Casuals“ beantworten.

Heute halten englische Szeneshops wie „80s Casual Classics“ diesen Retro Style am Leben, weil sie mit ihren Labels die alten Klassiker von damals neu auflegen.
Aber für die Szene ist es nicht dasselbe, weil die Jagd nach dem neuesten Style und der damit verbundene Aspekt der Exklusivität verschwunden ist. Heute drückst du einen Knopf, zahlst per Kreditkarte und am nächsten Tag wird die Bestellung geliefert.

Auf meinen Reisen durch Europa stelle ich immer wieder fest, wie beliebt britische Labels sind. Marken wie Fred Perry sind sehr angesagt. Auch die italienischen Ultras beweisen beim Kleidungsstil eine gewisse Liebe zum Detail. Und ich habe bemerkt, dass sich auch die Deutschen heutzutage sehr casual kleiden, einschließlich der Mädels. Es ist toll zu sehen, wie sich eine neue Szene entwickelt, die Ahnung von schicken Sneakern hat und einen guten Style pflegt.

Wer war deiner Meinung nach damals die bestgekleideste Firm?

Persönlich dachte ich immer, dass die jungen Gooners von „The Herd“ die bestgekleideten Jungs waren, ebenso unsere eigenen „Under 5’s“ und bei den Firms die „657 Crew“ von Portsmouth. Dann waren da noch Sheffield Uniteds Blades Business Crew, die Leeds Service Crew, Leicester’s Baby Squad und die Aberdeen Casuals, die in in der Zeit von 1982-1985 zu den top gekleideten Firms gehörten. In den späten 1980er und frühen 1990er Jahren brachten Firms wie die Cardiff Soul Crew und Birminghams Zulu’s den Casual Style auf ein anderes Level.

Das ist meine persönliche Rangfolge, beurteilt nach dem was ich selbst gesehen habe. Und ich unterstütze die vielleicht unverschämt wirkende, aber dennoch sehr wahre Aussage, dass die großen Clubs aus dem Norden zwar die richtigen Klamotten hatten, aber egal was sie trugen, sie sahen immer noch ungepflegt aus.

Welche Casualmarken trägst du auch heute noch am meisten?

Ellesse, Henry Lloyd, Boneville, Lacoste, Barbour. Fred Perry.

Wie kam es eigentlich zu der Zusammenarbeit mit Hawkins&Joseph?

Hawkins&Joseph und ich haben uns zusammengetan, um die Cass Pennant Collection zu produzieren. Ein Sortiment von Old School Klamotten, die wir nach meinen Wünschen kreiert und mit viel Liebe zum Detail zusammengstellt haben. Definitiv würde ich keine Klamotten bewerben, die ich nicht auch selbst tragen würde. Die Kollektion ist inspiriert von verschiedenen Elemeten der britischen Subkultur, wie sie zu meiner Zeit der berüchtigen ICF in den späten 70er und frühen 80er Jahren in den Stadien getragen wurden.
H&J ist der Zusammenschluss von Robert – einem in Nordirland geboren Casual – und dem Designer Jens, der in Hamburg lebt. Robert war der Erste, der mich für ein Fanzine interviewte, als in 2000 mein erstes Buch „Cass“ auf den Markt kam. Wir lernten uns kennen, als ich den SKA Kurzfilm „Beverley“ drehte und sie boten an, uns mit dem Druck von Film T-Shirts zu sponsern. Ich lobte sie für die große Sorgfalt bei der Produktion von SKA Klamotten und dabei erzählten sie mir, dass sie in das Fußballklamottengeschäft einsteigen wollten. So kam unsere Zusammenarbeit zustande und wir entwarfen gemeinsam meine eigene Kollektion. Die Sachen bekommt ihr übrigens hier.

Was denkst du eigentlich über den heutigen Hooliganismus, Cass? Ist es heute eher ein eigener “Sport” oder siehst du noch eine Verbindung zur altmodischen Fußballgewalt?

In manchen Ländern kämpfen sie auf dem Acker und trainieren jeden Tag MMA, da kann man durchaus sagen, dass es eine Art Sport ist. Aber der Ursprung stammt immer noch aus den alten Tagen auf den Stehrängen. Wir haben das geschaffen, was wir heute als moderne Ära der Gewalt im Fußball kennen und so schlimm wie es für einige war, bezeichnen die Jungs diese Szenen immer noch als die guten alten Zeiten.
Es war wie es war und du kannst das Rad nicht neu erfinden. Heute hält sich die Szene in England stark zurück und ist untergetaucht. Die Gesetze haben sich so stark verschärft seit ich wegen der berüchtigten ICF Geschichten zum letzten Mal vor Gericht stand. Sie wollten mir damals 10 Jahre Gefängnis verpassen, bis die Anklage zusammenbrach, weil wir die Beweise der Polizei erfolgreich als unglaubwürdig vorgeführt haben. Jetzt mit den Überwachungskameras, Stadionverboten, Zivilprozessen usw., wird es nie wieder zurück in diese Zeiten gehen. Der Fußball hat sich weiterentwickelt und das gilt auch für die Fans. Es sei denn, wir ziehen unsere verhasstesten Rivalen in einem Pokalspiel.

Ich traf die Russen bei der EM 2004 und trank Wodka mit einer Truppe stabiler Jungs. Wenn ich ihnen in die Augen sah, konnte ich den selben Ausdruck erkennen, den wir bei uns in England in den 80ern hatten. Diese Jungs waren bereit und wollten es mir zeigen. Ich vergesse niemals die Worte des Anführers: „England ist die Heimat der Hooligans. Danke England, dass du uns Fußballhooliganismus gegeben hast, aber ihr seid nicht die Nummer eins, nicht mal mehr die zwei. Wir sind es jetzt. Äh, na ja, vielleicht ist Polen die Nummer eins, aber wir werden bald die Nummer Eins sein. England, ihr seid nur noch auf Platz 3.“
Das war 2004 und ich möchte nicht wissen, was sie denken auf welchem Platz der Rangliste sich England nun befindet 😉

Cass, du bist der Autor einer Reihe von Büchern. Wie bist du eigentlich zum Schreiben gekommen? Wer ermutigte dich dazu und war es schwierig für deine ersten Werke einen interessierten Verlag zu finden?

Es war eine Ansammlung von Vorkommnissen und mein gewalttätiger Lebensstil als führendes Mitglied der berüchtigten InterCityFirm, die mich im Alter von 20 Jahren ins Gefängnis brachte. Und zu dieser Zeit begann ich zu schreiben. Ich habe beschlossen, meine Version der Erlebnisse im Fußballhooliganismus aufzuschreiben. Und so schrieb ich die Geschichten über die Jungs und mich in meine Gefängnishefte. Ich hatte keine Blutsverwandten, keine Identität und ich wollte einfach, dass die Leute verstehen, wie es damals für mich war.

Es hat 22 Jahre gedauert, bis ich endlich im Jahr 2000 meine Autobiographie veröffentlichen konnte. Als ich die ersten Kapitel grob in meiner Gefängniszelle verfasste, glaubte ich das wird was, ganz einfach weil es noch kein Buch gab, in dem über die Gewalt im Fußball aus unserer Perspektive berichtet wurde. Ich wollte raus aus dieser ewigen Sackgasse aus moralischer Erlösung und Frieden. Die Gelegenheit ergab sich schließlich, als Kate Kray (Ehefrau von Gangsterboss Ronnie Kray) anfragte, ob ich ein Kapitel zu ihrem Buch „Hard Bastards“ beisteuern wolle. Das brachte mich zu ihrem Verleger John Blake. Außerdem gab es da noch George Marshall, der die Skinhead Buchreihe von Richard Allen veröffentlichte und mir gleichzeitig einen Deal anbot. Manchmal passiert sowas im Leben einfach, deshalb darfst du niemals im Leben aufgeben. Manchmal braucht es auch nur das richtige Timing.

Seitdem habe ich neun Bücher mit Fußballfanbezug geschrieben, von denen fünf Top 10 Bestseller in Großbritannien waren. Als ich erkannte, dass Bücher verlegengenau mein Ding ist, konzentrierte sich mein Interesse auf die Förderung und Entdeckung anderer Autoren.

Du arbeitest als Berater für Filmprojekte, hast eine gewisse Medienpräsenz, schreibst Bücher und vieles mehr. Für ein führendes Mitglied der berüchtigten ICF gar nicht so übel oder? Jetzt aber mal Butter bei die Fische. Hättest du jemals gedacht, dass du so berühmt werden wirst?

Nein, natürlich nicht. Es ist einfach, weil ich immer der Erste war, der etwas gemacht hat. In den Beiträgen im Radio / TV kamen sonst immer nur Offizielle zur Wort, aber die moderne Welt verlangt nun mal, dass man in einer Debatte alle Seiten hört. Also fungierte ich als Vertreter für die andere Seite. Quasi eine Stimme die dem Thema etwas mehr Authentizität verlieh. Ich habe mir selbst beigebracht, wie ich mich in solchen Gesprächen zu verhalten habe und kann damit sehr gut umgehen. Glaub mir, die laden mich nicht ein, weil sie meiner Meinung sind, sondern weil sie wissen dass mein Hintergrund zu dem Thema authentisch ist.

Meine Tage mit den West Ham Jungs lehrten mich, auf eigenen Füßen zu stehen und eine Gelegenheit zu ergreifen wenn sie sich ergibt. Etwas was wir alle gut konnten, als wir glaubten einfach nichts sei unmöglich. Heute habe ich einen anderen Weg gewählt, einen der etwas mehr gesellschaftsfähig ist.

2008, also sechs Jahre nach dem Erscheinen deiner Biographie mit dem Namen “Cass”, war dein Leben dann auch auf den Leinwänden britischer Kinos zu sehen. Was war das für ein Gefühl und wie bist du mit dem Film zu deinem Leben zufrieden?

Ein Film über mein Leben, selbstverständlich bin ich bin stolz wie Oskar. Es ist im Filmgeschäft doch die ganz große Ausnahme, einen autobiographischen Film über eine Person zu drehen, die noch am Leben ist. Fällt dir irgendein Film über einen noch lebenden Sportstar oder berühmten Politiker ein? Dokumentationen zählen nicht. Denk mal drüber nach.
Ein Oscar-Preisträger hat mich einmal zur Seite gezogen, um mir zu sagen, ich solle mal die 100 berühmtesten farbigen Briten googlen. Cass, dein Name ist zwar nicht auf diese Liste, aber du bist der einzige über den sie einen Film gedreht haben.
Der Film ist zu einem Kultfilm geworden, deshalb bin ich dem Regisseur Jon S. Baird und dem Produzenten Stefan Haller dankbar dafür, dass sie an meine Story geglaubt haben und der Film realisiert wurde.

Im Jahr 2015 hattest du den Film “Beverly” herausgebracht, der die Identitätskrise von jugendlichen Mischlingen zeigt. Die Geschichte spielt im Hintergrund der britischen 2-Tone Ära der 1980er Jahren. Eine großartige Arbeit, die leider in Deutschland doch noch sehr unbekannt ist. Was war die Inspiration zu dem Film und was hat dich zu dem Projekt bewogen?

Britische Subkulturen übten schon lange eine Faszination auf mich aus und die 80er Jahre waren die vielfältigste Zeit für britische Jugendsubkulturen. Die Two-Tone Bewegung war in Filmen immer etwas unterrepräsentiert.
Sie brachte im Zeitraum von 1979 bis 1981 viele unterschiedliche junge Leute zusammen. Das war sicherlich nicht der Verdienst der Regierung oder irgendjemandes aus dem Establishment, da es zu der Zeit heftige Unruhen gab.
Ich glaube fest daran, dass nach den Krawallen in Tottenham in 2011, der richtige Zeitpunkt da ist, einen solchen Film zu drehen. Die sozialen und politischen Aspekte der Bewegung sind auch heute noch von großer Aktualität. Als Vater von Mischlingskindern ist das eine Geschichte, die mich besonders anspricht.

Wir haben uns dazu entschlossen, zunächst die Machbarkeit des Konzepts sowohl hinsichtlich des Publikumsinteresses als auch unserer Fähigkeiten als Filmemacher zu testen. Also drehten wir den Kurzfilm „Beverley“, um damit Sponsoren für die weitere Verfilmung als „Rude Girl“ zu gewinnen. Der Kurzfilm wurde weltweit von Musiklegenden wie Neville Staple, Ruts DC, The Beat, The English Beat, The Stone Foundation und Melbourne Ska Orchestra unterstützt – alles in Verbindung mit den Two-Tone-Musikeinflüssen der 80er Jahre. Es war ein starker Film, dessen Drehbuch von meinem Freund Alex Thomas geschrieben und inszeniert wurde, während ich die Produktion übernahm. Der Kurzfilm stieß weltweit auf positive Kritiken und erhielt viel Beifall. Zudem gewann er zahlreiche renommierte Filmpreise, unter anderem auf zwei Oscar-qualifizierenden Filmfestivals 2016.
Ein Deal für die Verfilmung bahnte sich an, aber leider konnten wir uns nicht über die Vertragsbedingungen einigen und vergeudeten damit zwei Jahre. Jetzt warten wir, ob evtl. jemand anderes ein finanzielles Interesse an der Verfilmung zeigt. Das Projekt hat das Potenzial ein breites Publikum anzusprechen.

Leider werden auch heute noch Spieler aufgrund ihrer Hautfarbe oder ethnischen Herkunft angefeindet. Letztes prominentes Beispiel war während der WM in Russland der schwedische Nationalspieler Jimmy Durmaz. Denkst du man kann Fußball und Politik strikt voneinander trennen?

Es ist wie es ist, jeder Fall ist anders. Es ist gut, dass heutzutage schwarze Spieler einen Scheiss auf sowas geben und viel mehr den Mund dagegen aufmachen als noch zu meiner Zeit. Aber ich mache mir Sorgen, wohin das alles führt. Wir leben in einer Welt wo sich jeder wegen allem beleidigt fühlt. Für mich gehören und Fußball und Politik einfach nicht zusammen.

In 2015 hattest du die Dokumentation “The Casuals” gemacht. Ein einzigartiges Zeitzeugnis über die Football Casual Culture. Der Film gibt dem Zuschauer einen kompletten und aufschlussreichen Einblick in die Subkultur. Wie wichtig war es für dich den Zuschauern den Beginn und die wahre Geschichte zu zeigen?

Als ein Kerl der fast jede britische Jugendsubkultur in den 60ern, 70ern, 80ern und 90ern erlebt hatte, hielt ich es für ein bemerkenswertes Vermächtnis, dass die Football Casuals alle anderen Jugendsubkulturen überdauert haben, dies aber immer verkannt wurde. In allen Filme und Dokumentationen stand nur die Gewalt im Vordergrund, aber für mich war da eben noch mehr in der Fußballszene.
Ich hatte in meinen Interviews mit rivalisierenden Fans, sogar ehemaligen Feinden, viele Barrieren durchbrochen. Daher dachte ich, ich wäre die am besten geeignete Person, um die Geschichte der Casuals als eine unterschätzte Jugendsubkultur zu erzählen.

Die Liebe zum Details und das Interesse am eigenen Erscheinungsbild sorgte bei den Football-Casuals für ein starkes Interesse an der Männermode. Der Casual-Style erfand dabei die Mode nicht neu, sondern bediente sich lediglich Styles und Labels, die bereits verfügbar waren. Aber er beeinflusste maßgeblich den Status von Sport- und Designerbekleidung. Der Einfluss des Casual Looks und Stils lebt noch lange nach dem goldenen Zeitalter der Subkultur fort. Die Casuals ebneten in den 90ern den Weg zum Erfolg von Marken wie Stone Island und etablierten das Tragen von Sportbekleidung als modische Kleidung.

Wirklich interessant sind auch die ewigen Streitereien, wo der Casual Style zuerst getragen wurde. Wir können durchaus anerkennen, dass in den 70ern die Scouser und Mancs die Szene dominierten, Dem gegenüber stehen die Londoner Firms, die dies gerne für sich beanspruchen. Das ist ein großes Thema was sich wie ein roter Faden durch alle Interviews zieht und zeigt wie lebhaft die Diskussion über das Klamottenthema ist und welchen Stellenwert es bei den Jungs einnimmt.

Zurückblickend, wenn es nicht der Fußball gewesen wäre, an was hättest du dein Leben lieber verschwendet? 🙂

Ich sag’s mal so. Es geht nicht um deine Vergangenheit, sondern welche Erfahrungen du gemacht hast und wie diese deine Persönlichkeit geformt haben. Was zählt ist, welche Lehren du aus deiner Vergangenheit ziehst. Wir alle machen Fehler im Leben und es geht trotzdem weiter. Wer eifersüchtig oder angepisst ist wegen dem was ich für meine Familie und mich erreicht habe, sollte sich immer vor Augen führen, was für ein Leben ich geführt habe. Ich wurde von Gangstern angeschossen, von Rivalen abgestochen und von der Polizei gefickt. Mein Leben war kein Kinofilm, sondern ist so passiert. Es war so real wie die Straße auf der ich ging und so real wie die Menschen die ich traf. Daraus wurde erst später ein Film gemacht.

Bücher, Filme, Consulter – dein Leben scheint zu keiner Zeit langweilig zu werden. An welchen Projekten arbeitest du denn aktuell?

“You’re going home in a fucking Ambulance”heißt mein neuestes Buchprojekt und erscheint 2019. Ein Streifzug durch die englische Hooligan Szene von den Anfängen bis heute, erzählt von denen die dabei waren.
Die Sozialpädagogen werden es als Hoolie-Pornoeinstufen und sich wie immer in Verachtung hüllen. Aber vertraut mir, sie werden es trotzdem lesen und wieder versuchen unser Ding in irgendeinem Fachblatt in ihrer typischen superschlauen Art des außenstehenden Besserwissers zu analysieren. Klingt hoffentlich nach meinem nächsten Bestseller.

Cass, vielen dank für deine Zeit und die Möglichkeit zu dem Interview. Als wir mit dem Blog hier in 2014 gestartet sind, warst du einer meiner Wunschgesprächspartner. Ich finde es klasse, dass wir das heute endlich realisieren konnten.
Ich wünsche dir für deine Zukunft alles Gute. Bleib gesund und viel Erfolg für deine kommenden Projekte. Die letzten Worte gehören dir.

Mein West Ham war der Upton Park. Mein erstes Spiel habe ich im Alter von acht Jahren gesehen, damals spielten die ganz Großen, Hurst, Moore und Peters, die haben die Weltmeisterschaft 1966 gewonnen. Mein letztes Spiel war 2016, West Ham gegen Manchester United. 50 Jahre mitten in der Fußballelite der Working Class. COYI.

Cass Pennant| Homepage Facebook  Instagram

——- The Interview in English starts here ——-

Cass Pennant. How shall we introduce our interlocutor? Cass Pennant – he was a leading member of the notorious West Ham´s InterCityFirm, he is the author of several books, his life was screened in cinemas across the uk, he released a comprehensive documentation about the casual culture, he presented the outstanding short film “Beverly” and is working as a consulter for different kinds of projects.
Not bad for an English hooligan who grew up in London´s East End and has sent to jail, or?

As we started with Sapeur – One Step Beyond Cass Pennant was on the top list of our desired discussion partners. And we are very happy that we can present you the Q&A with him now.
We talked with Cass about the Football and his yesterday´s and today´s side scenes, about politics and about his multifaceted life.
The interview is very long. Really very, very long. We talked with Cass about all chapters in his life and he answered all. It shows you the hooligan, the author, the consultant, the producer and last but not least the man Cass Pennant.
Grab a bottle of beer (or two) and take your time to read this interview. We are very glad about the fact how comprehensive this Q&A is.
Many thanks to my old mate Ingo, who helped us with the translation. 

© Simon Harsent Photography

Hi Cass, it´s a big honour and pleasure to having you with us. Please introduce yourself to our readers in the case they should don´t know you.

I was once a leading member of one of Britain’s most violent and notorious football gangs in the 70s and 80s, West Ham’s ICF. Today I have become a successful writer and film producer who had his life made into the British cult film titled CASS in 2008.

Tell us about how your childhood was in the East End?

I was fostered through Barnardo’s with a white family in south east London, life outside the home, was very different. ‘There were no anti-racism laws or culture awareness and there was a lot of bullying. I felt I had to fight my corner from a very young age.’

There is one story in your book “Congratulations…” that impressed me the most: You on your own, walking through Upton Park’s west stand in 1979, crammed with NF- and BM-supporters – and as you walk by, all of those raised right arms go down as they notice you are “some  ICF-lad or something”. Can you tell us a bit about your thoughts and feelings in that particular moment?

You will have to read the chapter in the book for this true story and also imagine what the time period was like, plus what the age group was back then of all involved. Here in England we pride ourselves that the supporters here keep politics away from the football terraces but this was a dark period when politics was creeping into football because of the right-wing policies of the British Movement and National Front. At that time I was a Union shop steward whilst working as a  painter for  the Council so started to question myself when looking around to what  I was seeing at the football. Around 100-200 skinheads seig heiling in front of the club directors who did nothing about this for 2 seasons, also the police did nothing to question this but you knew why they would do nothing, Some of our own fans had questions to answer, we did not have many black fans and those we had could look after themselves physically, they were tough lads and that’s a question right there, was we welcome at West Ham because we had a use, or did it not matter? So many questions in my head and my action of walking in the middle of the far-right section of the ground I knew was the best way of finding out many answers. What was those answers, like I said, read the book.

ICF was rolling in big numbers on their way to the away matches and Green Street was a fortress during the home matches. You had also a big number of rivals but who of the other firms did you respect most for their actions.

Football violence with rival firms and all that, we played 42 games a season and were fighting in half those games, over two decades of mayhem I’ve experienced, so not easy answer as firms come and go, but certain firms were consistantly at the top end of the aggro, Millwall you will always have to rate as pure evil, Chelsea were quite organised and disorganised with large numbers who had the whole package, we likened them to the Man U of the south, but  Man U had always been a fucking huge travelling army, the scouse we good in a fight, both Liverpool and Everton but we always rated Everton more, they once gave Millwall a lesson they will never forget. Midland clubs we never rated, we just give it to Birmingham as the true Midland number one, firms like Stoke and Forest also had their day as a mob, the north-east region was tough to visit, any of those clubs had real hardmen but we have never seen fans with such crazy passion like the Newcastle geordies, plain daft lads. Middlesborough were respected as game fighters, and Leeds was massive too but we had more epics with Sheffield Utd in truth. Portsmouth were good but we never really played them, Cardiff were tasty in the 90s too but London is where it’s at, all with firms but those I’ve not mention you will have to add both Arsenal and Tottenham over certain periods of time they worthy of a top firm’s history. For all the respect given here we can only talk of experiences of us going to them, few even tested us at Upton Park and Europe would never even show for any cup-tie back in the day.

What were the most memorable battles you were involved in?

Millwall, Middlesborough, Liverpool, Birmingham, Man U and some Arsenal games too, these battles are not just moments, these were memories of the fighting going all through the match and outside,  whole game, and all day, again this was the 70s to 80s seasons.

Matchday, friendship, dress code, WHU. What made the ICF back in the days in your eyes so special?  We didn’t care if you were poor or rich or if you were a different colour, we didn’t care it wasn’t about that, it was about going to the football together and watching each others backs and you standing your ground both home and away, that was all that mattered. Every firm was the same in principal if part of this casuals subculture that had developed and formed from the skinhead era of the late sixties, coming to height during the casual era of early eighties, we was a football firm with both a history and reputation, personally I would go as far to say what kept us apart from the other rival firms was it’s higher than average criminality background the ICF contained within’s ranks, our hated rivals Millwall being very similar in background make-up.

 Top lads of British firms advanced to be celebrities. It´s bit strange as in Germany is everybody hiding their faces. How do you would explain this phenomenon?

Don’t have to explain anything surely, we were already infamous due to that documentary about the ICF in 1985, the kids in the school playground never talked about the history of the Roman’s and the Greeks but who was such and such of this football firm and that firm. When the sociologists and press and media talked bullshit about our world, some people like me said let’s reclaim back the books from outsiders looking in and put the real stories out there by those who was really there. It worked because as appalled as the literary world was many of those book titles became bestsellers and you know most films in general are based on books so as night follows day, the football films suddenly came along. It’s not a phenomenon because every British youth subculture has been at some time a book and then later a film, it’s just there was resistance to the football scene because the right-thinking world don’t sit comfortable with it. Lads having a punch-up for a laugh is more thought-provoking and threatening than gangsters shooting up the movie screen for our kids to grow up on, now tell me who the fucked-up people are in this world.

Cass, you were first a Boot Boy and after it you started to dress casual. How important was for you the style from the terraces or British subcultures? And which of those had the biggest influence to your wardrobe?

My first venture into following any fashion was the original skinhead subculture, Trojan records, working class and proud, the clothes were among the finest ever worn, as a kid watching the older lads look the part and get the girls and have a fight, I was always going to get into that, and that hooked me into the interest of lads fashion. The casual fashion interest was a whole new level that cannot be topped for me, I still today favour brand wear of Boneville, Henry Lloyd, Ellesse and Peaceful Hooligan.

As we all know, Liverpool-Fans claim that they have been the first ones to bring european casual brands like Tacchini, Fila et.al. to englands terraces. Do you think this is true? How did you see the change in the way football fans dress over the years (from patches and scarfs to designer brands)?

I will answer the Liverpool thing in the question on my documentary I produced called Casuals, but today on the England scene brands like 80s Casual Classics serve us well by keeping the casual spirit alive by securing retro brands to be re-issued on their label, as a scene it not the same because the chase and the exclusivity aspect has gone forever because you can click a button and with a credit card have you item delivered next day. On my travels to Europe I find it interesting British labels are very popular, brands like Fred Perry well respected, also like the attention to detail the Italian ultras dress and notice the Germans today including the girls have gone very casual like it a new scene, well into the trainers and tops thing, which is good to see.

Who were the best dressed firm back in the days?

Personally I always thought the young Gooners, the Herd were the best dressed, our own Under 5s, and as a firm then Portsmouth 657 Crew and I would add Sheffield United’s Blades Business Crew, Leeds Service Crew, Leicester’s Baby Squad and was informed Aberdeen Casuals were tidy dressed firm back then for period 1982 -85 and the late 80s early 90s firms like Cardiff Soul Crew and Birmingham’s Zulu’s took it to another level. This is my list from what I saw myself and I support the outrageous but very true statement of the big northern clubs having all the right gear but no matter what they wore they still looked scruffy.

Are there some casual brands you (still) like most?

Ellesse, Henry Lloyd, Boneville, Lacoste, Barbour. Fred Perry.

How come you and Hawkins&Joseph are working together?

Hawkins & Joseph have teamed up with me to produce The Cass Pennant Collection an old school inspired range of clothing. Highly detailed and designed to my own spec with every care taken to attention and detail and produced and presented on their label.I certainly don’t promote new clobber that I wouldn’t wear myself. the collaboration has been a hands-on involvement in the designed of all items taking their inspiration from various British subculture influences during my infamous ICF days of the terrace casual style during the late ‘70s and early ‘80s.

H&J is the brainchild of Robert who is a dedicated casual follower born Northern Ireland and designer Jens residing in Hamburg. Robert knows me from being the first person to ever interview me for a fanzine he was behind when my first book ‚CASS‘ was released 2000. They had got intouch with me when I made the short ska film Beverley and offered to sponsor the film’s festival fees with printing movie t-shirts for me. When I commented on their passion for ska with some of the clothing they had designed with great care they said they wanted to expanded into the football lad market.That’s how I knew I will be working along side the brand designing my own edgy collection. You can find it here.

What do you think about hooliganism today? Has it become more like some sport of its own or do you still see the link to the old fashioned footie violence? 

In parts of the world where they want to fight in woods with gumshields and train themselves MMA on a daily basis so you can say it a sport of kinds but the influence is still from old fashion tear-up we had on the football terraces. We had created what we know as modern day football violence era and as bad as it was for some, the lads still refer to those scenes as the good old days. It was what it was and you can’t re-invent the wheel, today in England it is a pretty low key scene now and gone underground, the law has strengthen so much, when I last appeared in court for the infamous ICF football show trials they wanted to give me 10 years in prison until the case collapsed when we successfully challenged the integrity of the police evidence. Now with CCTV, football banning orders, civil courts etc, it’s never going to go back to those dark days, football has moved on, and so have the fans unless we draw our most hated rivals in a cup game.
I met the Russians at the Euro’s in 2004 and drunk vodka with a firm of serious lads who when I looked into their eyes I could see that same look we each had in England in the 80s, they wanted it now and wanted to show me they are ready. I never forget the leader’s words, England is the motherland of hooliganism, thank you England for giving us football hooliganism but you are not the number one now not even two, we are now, eh, well maybe Poland is number one, we will be number one soon, you are number three, England.
This was 2004 and I would not like to ask where they think England is now in rank.lol.

Cass, you are author of several books incl. famous biography „Cass“ and „Congratulations you have just met the ICF“. Please tell us a little bit more about. How did your book projects started, who did embold and support you and was it difficult get published?

It was a culmination of events and a violent lifestyle as a leading member of notorious football gang, the ICF that saw me being sent to prison by the age of 20 and it was at this time that I began to write. ‘I decided to write down my version of events, about football hooliganism, about me and the boys by writing in my prison exercise books. I had no blood family, no identity and I wanted people to understand what it was for me back then.’

It would be another 22 years before I would reach a point where I would finally be able get my autobiography published in 2000. When I was writing the first rough chapters in my prison cell I believed I had something simply because there was no book out there talking about football violence from our side of it but I also wanted an escape route, a way out of the dead end towards moral redemption and peace. The opportunity opened when Kate Kray(wife of Ronnie Kray at the time) asked me to do a chapter in her book Hard Bastards, it got me a shot at her publisher John Blake. Also there was a George Marshall who republished the Richard Allen skinhead book series also offering me a book deal around the same time, so sometimes in life it can all just happen, that’s why you must never give-up in life, sometimes it just about the right timing. I have since written nine football fan-related books, five of which have been UK Top Ten bestsellers and when I realised that publishing was the world for me, my interest moved on to developing and promoting other writers.

You´re a consultant for movies, doing Media interviews, writing books and so on. It´s not bad for a notorious member of West Ham´s ICF. Honestly, did you ever expected your life would be so famous on day?

No of course not simply because there is no president, it’s something that has happened with me always as a first, doing talks on Radio/TV was always official people, but modern world demands you hear all sides of debate, so I’m representive of that argument, like becoming a voice of authentication for the subject. How I have learned to conduct myself and handle it so well and trust me they don’t invite me on to agree with me. It is because my background. My days with the West Ham lads taught me to think on my feet, and seize an opportunity, something we all did well as we belived nothing was impossible, difference today is I have chosen another path, one society can accept more.

Six years after the release of your book „Cass“ in 2002 it should be finaly screened in the British movies. What was it for a feeling for you and how satisfied you were with the final result?

Proud as fuck to have a film made of my life, it is very rare in the film business will they make any biopic of someone still living today, It is like a unwritten thing with the industry and if you don’t belive me just think of any living sports star or famous politician that comes into your head and tell me if there any cinema film of them, documentaries don’t count. A Oscar winning director once pulled me aside to tell me this, he said just google 100 Great black britons and your name is not in that list Cass but you are the only one they made a movie about. The film has become bit of cult film so I’m grateful to director Jon S. Baird and producer Stefan Haller for keeping it real and believing in my story and the project.

In 2015 you have release the short film „Beverly“ which highlighted the identity problems young people of mixed nationality Set against the backdrop of Britains 2-Tone music era of 1980. A great work which is unfortunately not very famous in Germany. Cass, please let us know what did you drive to do this short film?

British subcultures have long been a fascination of mine and the 80s was the most diverse time for British youth subcultures.The one which has been most under-represented in film is the 2-Tone movement.  The 2-Tone movement for me around the period of 1979-81 brought young people together as it certainly was not the government or anyone from establishment as there was total civil unrest at the time. I strongly believe it to be the right time to make such a film following the Tottenham riots of 2011 as the social and political aspects of the movement have pressing relevance today. As a father of mixed race children this is a story that particularly appeals to me. We decided to first test the viability of the concept in terms of audience interest as well as our capabilities as filmmakers by endeavouring to make a short film Beverley, which we would will use to generate investment interest in developing the feature film under its revised title of Rude Girl. The short film has received worldwide music industry support from music legends such as Specials member Neville Staple, Ruts DC, The Beat, The English Beat, The Stone Foundation and Melbourne Ska Orchestra — all linked to the 2-Tone music influences from the 1980s. This was a powerful film written and directed by my friend Alex Thomas and produced by me which has been receiving critical and audience acclaim worldwide, winning numerous prestigious film awards, including at two Oscar-qualifying film festivals 2016.

A film deal for a feature followed but unfortunately we was unable to agree terms of contract so wasted 2 years and now waiting to see if someone else will come along and show an financial interest, the talent is all there for all to see. 

There has been a huge changing in the mind of many a football supporter since then, but today players of other skin coulour and/or ethnics are still being offended (e.g. Swedens Jimmy Durmaz lately) – do you think politics and football can be strictly separated?

It is what it is, every case is different, it’s good today that black players speak up much more as in my day they said and did fuck all, but I do worry which way it might backfire today for we live in a world where everybody is offended by everything, but for me politics and football can never mix, race or otherwise.

Also in 2015 you made the documentary „The Casuals“. A very special chronicle/testimony(?) about the Casual Culture. The extraordinary and insightful film tells the truth about the this subculture. How important was it for you to show the viewer where did it start and how it really was back in the days?

As a lad who had experience nearly every British youth subculture through 60s, 70s, 80s, 90s I thought it a interesting legacy that the football casual had outlasted them all and there had been no focus on this, all the films and documentaries was only about the violence and for me that was not everything in going football. I had broken many barriers in my interviews with rival fans, even one-time enemies so I thought I would be the best placed person to tell the story of the casuals as an understated youth subculture.

The football casual’s attention to detail and interest in their appearance fed into a broader revival of interest in mens fashion. Whilst casual style in no way pushed the boundaries of fashion, simply focusing on styles and labels that were already available, it did have a significant influence in altering the status of sportswear and designer clothing. The influence of the casual look and style lives on long after the golden age of when this subculture ended. They paved the way for the success of brands like Stone Island in the 1990s and the widespread adoption of sportswear as fashionable dress.

Really important was where did it start argument  and we can for good reason acknowledge the 70s was truely dominated by scouse v mancs with both turning on the London claims of being first firms to influencing casual culture. This is a great thread and starting point to making film as it brings the interviews to life and make the talking commentary lively as it was always being orcastrated by the lads themselves or boys as they referred to themselves.

Looking back – if it hadn’t been for football, is there anything you’d rather had your life wasted on? 😉 I will simply say this, it’s not about yer past as what you learn and experience from your past shapes you as a person, what matters most is how you come out of your past for we all make mistakes in life and hopefully move on, anyone who wants to be jealous or pissed off with what I have achieved for myself and family today then they should remember to have my life, I’ve been shot by gangsters, stabbed by rivals and fitted up by the police. My life was not a movie in reality but as real as the street I walked on and as real as the people I crossed hence it was later made a movie.

Book, movies, work as a consultant – it seems it´s never be boring in your life. On which projects you´re currently working?

„You’re Going Home in a Fucking Ambulance“ will be the next new book title 2019. Iisting a run through of the English hooligan scene from the beginnings to the present day, as told by those who were there.
The sociologists will slate it as hoolie porn and they hardly ever disuse their contempt but trust me they will still read it, and confirm so in their next white paper produced with their doctor level of intelligence in how they analgise this thing of ours, always as knowledgable outsiders looking in at my next bestseller hopefully.

Many thanks for your time and the opportuntiy to this interview with you, Cass. It was a big wish as we started with our blog four years ago and it´s a big pleasure to realized it. I wish you all the best for your future. Stay healthy and good luck for all newprojects. The last words of this interview are yours. Say what you want to say.

My West Ham was Upton Park, my first game at 8 years old the year messiahs Hurst, Moore and Peters won the World Cup 1966 and my last game was West Ham v Man Utd 2016, so 50 years among the working-class elite of football, COYI.

Cass Pennant| Homepage Facebook  Instagram