Sapeur OSB stellt vor: Clarks Originals


Wie findet man die passenden Worte zu solch einer Weltmarke? Vielleicht wie immer ganz am Anfang. Clarks wurde bereits im Jahr 1825 im englischen Somerset gegründet und hat sich binnen kürzester Zeit zu einem wichtigen Hersteller in Großbritannien entwickelt. Clarks steht für eine erstklassige Qualität und britischen Stil par excellence. Die Schuhe der Marke werden seit Jahren von den Lads in den Stadien, von den Rude Boys in Jamaika und im Hip Hop getragen. Betrachtet man zudem einen britischen Mob aus der Nähe wird einem neben den Trainern eine nicht gerade kleine Auswahl an Clarks Original Modellen auffallen. Tanzen, feiern und „Randsportarten“ im Stadionumfeld verdeutlichen den ungeheuren Siegeszug den Clarks hingelegt hat und wie diese vermeintlichen „Opa Treter“ ihren Weg in die „coolen“ Subkulturen gefunden haben.

Die Kreppsohle ist das essentielle Feature bei den Schuhen von Clarks Originals und seit 1950 der erste Desert Boot präsentiert wurde, führt kein Weg daran vorbei. Bei Krepp handelt es sich um einen Naturkautschuk, der aus Latex gewonnen wird. Die Sohlen haben eine hohe Elastizität, bieten durch ihre Dämpfungseigenschaft einen hohen Tragekomfort und sind zudem noch sehr robust. Eine weitere Konstante bei Clarks ist natürlich das Leder. Für mich geht nichts über einen Clarks Wallabee in Wildleder. Absolut Porno. Zulieferer hierfür ist die britische Gerberei Charles F. Stead deren Historie bis ins Jahr 1893 zurückgeht.

Es fällt mir etwas schwer mich kurz zu halten und nicht in Details zu verfallen, aber bei den Modellen, die wir euch gerne vorstellen möchten, muss die Einleitung und die Markengeschichte leider etwas abgekürzt werden. Lasst uns deshalb direkt mit den vier Klassikern von Clarks Originals starten…

Clarks Wallabee

Seit mehr als fünfzig Jahren ist dieser Klassiker fester Bestandteil jeder Clarks Kollektion. Die Silhouette ging um die Welt und der Wallabee konnte über die Jahre nicht nur eine große Fangemeinde hinzugewinnen, sondern kann ohne Probleme mit deinen Sneakern konkurrieren. Die Geschichte des Clarks Wallabees begann übrigens in good old Germany. Der Schuh wurde als Modell „Grasshopper“ beim deutschen Fabrikanten Sioux gefertigt und in den Markt eingeführt. Clarks entgang nicht das Potenzial das im „Grasshopper“ schlummerte und so einigten sich beide Firmen im Jahr 1964 per Vertrag darauf, dass auch die Briten den Schuh unter den Namen Clarks herstellen dürfen. Eine Wahnsinnsgeschichte, die zwar bekannt ist, aber auf die ich erst bei der Recherche zu diesem Artikel gestoßen bin. Die ersten Clarks Wallabees sind übrigens 1967 in der irischen Padmore & Barnes Fabrik gefertigt worden und bis heute wird der Schuh einmal als Wallabee bei Clarks und als Grasshopper bei Sioux produziert, was doch Irgendwie verrückt ist.

Durch seine Mokassin Konstruktion, des unkonventionellen Designs und durch seinen Tragekomfort hat der Wallabee schnell zu einem Höhenflug angesetzt. Durch seine charakteristische Kreppsohle, sein cleanes Design ist er zeitlos und wird jeden Trend überdauern. Egal ob Wallabee Boot oder die „normale“ Variante, meine Favoriten sind ganz klar die Modelle aus Wildleder. Und hier vor allem die schwarzen und dunkelbraunen Varianten. Brutale Bretter, die du überall drauf anziehen kannst. Meinen schwarzen Wildleder Wallabee rocke ich beispielsweise aktuell jeden zweiten Tag im Büro. Mega bequem und auf einer Jeans oder Chino einfach très chic.

Und wie ihr unter anderem an der Illustration von unserem Duckas erkennen könnt, sieht er am Fuß einfach verdammt gut aus.

Clarks Desert Boots

Der Desert Boot wurde von Nathan Clark, dem Urenkel von Firmengründer James Clark entwickelt. Nathan wurde im Jahr 1941 als Offizier des britischen Royal Army Services Corp nach Burma mit dem Auftrag abkommandiert, eine Versorgungsroute von Rangoon zu den chinesischen Streitkräften in Chongqing aufzubauen.

Bevor er die Heimat verließ, bekam er jedoch noch von seinem Bruder den Auftrag Informationen zu sammeln und Entwicklungen anzustellen, wie denn der perfekte Schuh für den Familienbetrieb auszusehen hat, während er um die Welt im Dienste seiner Majestät reist. Das Ergebnis dieser Mission war der Desert Boot. Die Inspiration fand er auf Kairo´s Khan el-Khalili Basar und der Rest ist wie man so schön sagt Geschichte. Über die Jahre tauchte der Desert Boot von Clarks immer wieder auch in den Subkulturen auf. Während der Pariser Studentenaufstände Ende der Sechziger, bei den Mods, im jamaikanischen Reggea und na klar, beim Fußball. Stilikonen wie die Beatles und Mr. Cool himself Steve McQueen hauchten den Schuhen die gewisse Coolness ein und verhalfen ihm ein modisches Statement zu werden.

Der Desert Boot kommt mit einem Minimum an Nähten aus, baut auf gerundete Linien und es ist wirklich keine große Überraschung, dass er sich seit 67 Jahren neben dem Wallabee zum Aushängeschild der Marke Clarks entwickelt hat. Ein Design, das ebenfalls ohne jeden Zweifel sämtliche Trends der kommenden fünfzig Jahre überdauern und zudem immer mehr als nur eine stilvolle Alternative bleiben wird.

Clarks Desert Trek

Wenn man einen Einblick in die Marke Clarks geben möchte, kommt man nicht am Desert Trek vorbei. Auf der Insel wirklich äußerst beliebt und um ehrlich zu sein, bei mir eher nicht. Die Mittelnaht polarisiert und macht den Lederschuh zu einem ausgefallenen Modell. Die Inspiration zu dem Schuh erhielt der Designer Lance Clark im Jahr 1974 von einem niederländischen Schuh und nannte ihn ursprünglich wegen seiner Leistenform „Sly Toes“. Es gibt ihn England echte Nerds, die keinen anderen Schuh zu ihrer Stone Island oder Barbour Mantel tragen als den Desert Trek.

Das Branding findet ihr eigentlich für Clarks untypisch groß auf der Ferse, dass wahrscheinlich von der Verstärkung in Keilform ablenken soll. Der Desert Trek hat ebenfalls eine Innensohle aus Leder, die dem Fuß ein angenehmes Klima ermöglichen soll.

Clarks Weaver

Um ehrlich zu sein kommen wir nun zu einem Modell, dass mir bereits vorher ins Auge gefallen war, aber mit dem ich mich noch nicht auseinandergesetzt hatte. Clarks hatte ihn erst kürzlich wieder aus dem Archiv zurückgebracht und er eroberte im Sturm die Herzen der Crep Sole Lovers. Der Weaver hat wie alle Modelle von Clarks eine charakteristische Silhouette und ist durch seine Wulstnaht im Mokassin Stil gehalten.

Der Schuh verbindet das Erbe und die Einfachheit der Schuhmode von Clarks und ist vielleicht so etwas wie der kleine Bruder seiner Crep Sole Geschwister Wallabee und Desert Boot.

Clarks in Jamaica

An dieser Stelle folgt ein kleiner Hinweis für die unter euch, die sich noch intensiver mit der Marke Clarks und ihren Einfluss im Reggae beschäftigen wollen. Der jamaikanische DJ und Designer Al Fingers erzählt in seinem 2012 erschienen Buch „Clarks in Jamaica“ die Geschichte der phänomenalen Popularität von Clarks Schuhen auf der karibischen Insel.

“From ever since, Clarks is a number one shoe inna Jamaica. Not just now, I’m talking from the 1950s come right up… Clarks stand the test of time inna Jamaica. All other shoes come and bow down at Clarks’ Foot.”  Bunny „Striker“ Lee

In den 1960er Jahren wurden die Schuhe zur Wahl der Rude Boys und Rasta, und die Popularität fand sich auch in den Reggae und Dancehall Liedtexten wieder. Al Fingers zeigt in seinem Buch aktuelle und historische Fotografien, Interviews und zuvor noch nie abgebildeten Material aus dem Archiv von Clarks. Natürlich stehen die jamaikanischen Sänger, Produzenten und Musiker im Mittelpunkt, die im Laufe der Jahre Clarks Schuhe getragen und in ihren Liedern bedacht haben. Mit dabei sind u.a. Little John, Vybz Kartel, Popcaan, Jah Thomas, Henry Lawes und Trinity.

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