Im Gespräch mit: Mark, Proper Magazine


Das Proper Magazine ist eine Konstante in der Welt der Printmedien, die sich genauso wie wir mit dem Delirium aus Terrace Couture, Subkulturen, Kunst in jeglicher Form, Nerdwissen, Turnschuhen, etc auseinandersetzt. Mark und Neil haben mit dem Magazin als Hobby angefangen und es entwickelte sich immer weiter und weiter und nun ist es ihr VollzeitLeidenschaft. Neben ihrem Magazin bringt proper auch diverse Eigenkreationen wie z. B. T-Shirts oder bedruckte Tassen unter die Leute und sind bei diversen Projekten mit Marken, Künstlern und auch anderen Magazinen engagiert und sorgen hier immer für den gewissen „Oha“ Effekt mit. Macht euch ein Bier auf oder vielleicht der Jahreszeit entsprechend einen heißen Tee und lest was uns Mark im Gespräch zu sagen hatte. Mark, thank you very much for the opportunity to do this interview with you. We love what Neil and you are doing. Proper Magazine was for us the first reference work and will ever be. Cheers!

To our international reader: You can scroll down to the Interview in English

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Gude Mark, es ist uns eine große Freude, dass du für uns etwas Zeit finden konntest. Kannst du dich bitte selbst kurz für alle unsere Leser vorstellen, die dich und das Magazin nicht kennen sollten?

Ich bin die eine Hälfte vom Proper Duo. Wir begannen vor einigen Jahren damit ein Fanzine herauszubringen und siehe da, seit Beginn dieses Jahres arbeiten wir an unserem Magazin in unserem eigenen Büro. Darüber hinaus arbeiten wir an Projekten mit unseren Lieblingsmarken und so wurde aus unserem Hobby irgendwann unser Job.

Trotz der Sprachbarriere ist propermag eine unserer Lieblingslektüren. Die Geschichten, die Leitartikel und die Kolumnen sind einfach fantastisch. Ich wünschte, es gebe solch ein Magazin auch auf dem deutschen Markt. Wie fing denn bei euch alles an?

Vor gut 15 Jahren lernten Neil und ich uns bei der Arbeit in einem ziemlich langweiligen Call Center kennen. Wir suchten beide nach Inspiration und wussten, dass wir dies nicht dort durch irgendein nerviges Telefonat mit Kunden, umgeben von Damen mittleren Alters auf irgendeinem Machttrip, finden würden. Als es im Laufe der Zeit im Büro ruhiger wurde und immer mehr Kollegen weggingen, entpuppte sich der Job plötzlich als Komfortzone und wir bauten eine Homepage mit dem Namen propertop.com auf. Das war lange vor Facebook, twitter, instagram und auch bevor die Blogs so langsam Einzug erhielten. Wir aktualisierten die Seite monatlich und ihr müsst euch das in etwa wie ein Magazin vorstellen. Irgendwann realisierten wir, wenn wir etwas mehr über Kleidung und Kultur sprechen würden, könnten wir unser eigenes Magazin auf echtem Papier drucken lassen und so wurde schließlich dann proper magazine geboren. Wir planten nicht jemals ernsthaft über mehr als drei Ausgaben zu kommen, lernten aber immer mehr dazu und nach gut einem Jahr brachten wir nach und nach, immer wieder eine neue Nummer raus. Heute arbeiten wir fast jeden Tag an dem Magazin und es ist in vielerlei Hinsicht ein echter Traumberuf für uns.

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Wann hast du zum ersten Mal deine Leidenschaft für die Mode und das Schreiben entdeckt?

Offen gesagt, ich habe die Einbahnstraße namens Call Center vor gut 14 Jahren verlassen als mein Sohn geboren wurde. Ich blieb daheim und habe mich nur um ihn gekümmert. Aber um ehrlich zu sein, hat das Kinderprogramm im Fernsehen mein Hirn zum schmelzen gebracht und ich benötigte dringend einen Ausgleich. Wenn der Kleine schlief fing ich damit an zu schreiben, immer mehr und mehr. Einige Jahre später, durch proper, fing ich an bei Oi Polloi (einem Shop in Manchester) zu arbeiten und durch diese Möglichkeit begann ich freischaffend für Magazine und Marken zu schreiben. Ich habe mich selbst nie wirklich angestrengt zu arbeiten. Ich war früher nie so der Macher. Ich denke, wir hatten einfach verdammtes Glück, dass wir sehr langsam gewachsen und sehr gut vernetzt sind und die Leute uns in dem vertrauen, was und vor allem wie wir es machen.

Der Markt für Printmedien ist nicht erst seit gestern verdammt schwer. Eine Menge guter Magazine kamen und sind bereits wieder verschwunden. Was ist das Geheimnis eurer Kontinuität?

Geduld. Viele Leute beginnen damit ein Magazin zu schreiben, um bekannt zu werden und wenn sie ihr Ziel erreicht haben, war es das auch schon mit der Kunst und es wird alles hingeworfen. Wir hatten niemals vor damit bekannt zu werden und die ersten zehn Jahre haben wir es auch nur wie ein Hobby behandelt. Ohne diese sehr relaxte Einstellung hätten wir nie den Platz gehabt in Ruhe durchatmen zu können und ganz natürlich zu wachsen.

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Ich schätze, dass euer Magazin von sehr vielen Fußball Casuals gelesen wird, denn die Bandbreite an Themen zur Subkultur ist sehr groß bei euch. Wie ist denn eure Verbindung zur Tribüne und deren Mode?

Während Neil ein Musik Geek ist, spielte ich als Kind mmer Fußball und folgte auch meinem Team Stockport County überall hin. Als Ich älter wurde hatte ich das Glück die Zeit miterleben zu können, als unser Klub von den unteren Profiligen den Aufstieg in die heutige Championship (zweithöchste Spielklasse) schaffte. Wir hatten insgesamt fünf Jahre in der Liga und schlugen diverse Male große Mannschaften wie zum Beispiel Manchester City. Aber Geld ist die Wurzel allen Übels und während die, die “Lotterie” gewonnen haben und mittlerweile einer der reichsten Klubs sind, ging es für uns in die entgegen gesetzte Richtung.

Wir spielen heute in der sechsten Liga gegen Mannschaften aus dem Nirgendwo. Aber es gibt auch hier kleine Dorfvereine mit 200 Fans und andere mit wiederum sehr reichen Klubeigner. Geld bleibt unser Feind. Diese Vereine ohne Geschichte oder Fans zahlen den Spielern vielmehr als wir ihnen jeh geben könnten.

Obwohl ich mit meinem Team diverse Abstiege erleben musste, war ich überall mit dabei und habe weit über 100 verschiedene englische Stadien besucht. Früher war ich selbst in einigen haarigen Situationen mit dabei, zum Beispiel von Stoke´s alten Victoria Stadion Anfang der Neunziger bis hin zu einigen anderen “fremden” Städte. Heute nehme ich aber meine Kinder mit zu den Spielen, denn wir spielen nur noch sehr selten gegen Teams mit einem besonderen Gefolge. Ich muss schon sagen, dass es ziemlich ruhig bei uns geworden ist.

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Was denkst du über die Entwicklung der britischen Casuals und der aktuellen Generation?

Für mich war das Attraktive an dieser Subkultur, dass die Jungs die dabei waren Ahnung von der Materie hatten. Ganz gleich ob Musik, Mode, Reisen und generell von der Kultur. Die Reibereien und Konflikte waren für mich nicht das Hauptinteresse. Das passierte einfach ab und dann. Ich kenne einige, für die war das dann doch eher der Lebensmittelpunkt und ich finde es tragisch, dass sie selbst noch in ihren Mitvierziger oder Mitfünfziger dem immer noch jeder Minute ihres Lebens widmen.

Heute macht das Internet und die Smartphones das ganze Thema viel einfacher erreichbar und transportiert es überall hin. Ganz besonders die junge Generation erhält so sehr einfach Informationen. Generell muss ich aber sagen, dass es sich kaum geändert hat. Vielleicht nur noch mehr CCTV und vor allem Youtube Videos.

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Die englische Szene hatte ihren Höhepunkt in den Achtzigern. Nach den Szenen von Marseille bei der Europameisterschaft 2016 scheint es jedoch fast so, dass sie gegenüber den europäischen Sportsfreunden nicht mehr ganz wettbewerbsfähig erscheinen?

Ich denke, dass was wir in Marseille gesehen haben ein Aufeinanderprallen der Kulturen war. Englische Lads sind immer darauf aus Spaß zu haben und die “Insel Mentalität” trat dann irgendwann wahrscheinlich durch den Alkohol gefördert auf.

Die letzte große Generation entstand durch den Hintergrund der Rassenunruhen, der Falklandkrise und der Arbeitslosigkeit. Die Jugend war entrechtet und fand beim Fußball eine gewisse Zugehörigkeit und Sinn in ihrem Sein. Es war ein kulturelles Phänomen, vielleicht die letzte echte Subkultur bevor das Internet jede Jugendbewegung in Kinderschuhen erwürgte.

Die Russen kamen nur um zu kämpfen. Das ist eine komplett andere Sache. Keine Nuancen, kein Witz, kein “Oneupmanship”. Das waren Bodybuilder, Cage Fighter, die ihr “bestes” gaben um einen 47-jährigen Großvater aus England umzubringen.

Kommen wir wieder zu propermag zurück. Wie bereitet ihr eine neue Ausgabe vor? Ist es Intuition, Glück oder bekommt ihr die besten Ideen zu neuen Artikeln nach drei Pints in dem Pub um die Ecke?

Es ist immer das gleiche. Wir schreiben über das was wir mögen und folgen unserem Instinkt. Dazu genügt es schon mal, wenn wir bei einem Auswärtsspiel oder bei einem Konzert jemanden in einem schicken Mantel sehen oder bei einem Schwatz während einer Trade Show mit jemanden, der versteht, wie wir ticken einen festquatschen und austauschen. Inspiration kommt von überall her. Wir schützen uns davor uns zu kommerzialisieren in dem was wir tun. Ein kurzfristiger Zuwachs ist nichts, was langfristig bleibt. Nichts kommt in das Magazin oder online, wenn es nicht das ist, wofür wir stehen.

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Trotz der Sprachbarriere mag ich den Erzähl- und Schreibstil von proper sehr gerne. Wann realisierst du, dass der eben von dir geschriebene Artikel nicht nur fertig, sondern auch gelungen ist?

Wir schreiben so wie wir reden. Manchmal ist es vielleicht zu regional gesprochen, aber immer ehrlich und direkt. Als wir damals das erste Mal von den Modeleuten in London wahrgenommen worden sind, sind wir zu ihnen runter gefahren, haben uns mit ihnen getroffen und ich war etwas eingeschüchert. Wir waren mit unserem kleinen Fanzine die Außenseiter, aber zu unserer Überraschung, war es genau andersherum gewesen. Wir haben ihnen das Gefühl gegeben die Außenseiter zu sein.

Wir mögen halt wirklich die Sachen über die wir schreiben und es scheint fast so, als wäre das heutzutage nicht mehr so üblich. Mit der Zeit wurden wir immer selbstsicherer, so dass wir auch einen Platz in der Industrie eingenommen hatten, aber wir arbeiten immer noch daran, um herzauszufinden wo er ist!

Wie sieht ein normaler Arbeitstag bei euch aus?

Ich bin oft ein wenig später im Büro, aber ich bin mein eigener Boss und so kann ich mir da schon recht schnell selbst verzeihen. Auf der anderen Seite habe ich dieses Jahr nicht mal meinen ganzen Urlaub genommen. Das erste und letzte was ich jeden Tag mache, ist es mein Telefon zu checken und um sicherzustellen das ich jede Email schnell lesen und beantworten kann. Und natürlich auch, um immer einen schnellen Blick auf die sozialen Netzwerke werfen zu können. Ich schreibe hier gerade die restlichen Antworten zum Interview um 1:17h und es ist schon manchmal sehr schwierig alles im Griff und Blick behalten zu können, da ja nur wir beide (Neil und ich) an den vielen Projekten arbeiten. Ich werde gegen 8 Uhr wach, verbringe eine halbe Stunde damit es irgendwie aus dem Bett zu schaffen (ich hasse es morgens aufzustehen), dann geht es manchmal unter die Dusche. Frühstück lasse ich meistens ausfallen und an manchen Tagen verbringe ich noch etwas Zeit mit meinem 18 Monate alten Sohn. Im Zug zur Arbeit checke ich dann erneut mein Handy und versuche mich darauf zu konzentrieren wie heute die Prioritäten auszusehen haben.

Häufig habe ich kein Geld dabei und so viel zu tun, dass ich diverse Liter von Diät Cola in mich reinkippe und Bagels in mich hereinstopfe. Ich bin nur fünf Minuten von einem sehr guten Restaurant entfernt, bin aber fast nie dort. An einem normalen Tag mache ich um 18 Uhr Schluß, aber wenn viel los ist, wird es auch schon mal nach 20 Uhr. So auch diese Woche!

Nach dem ich nach Hause geeilt bin, was wirklich ungesundes gegessen habe, versuche ich mich irgendwie mit meiner Familie zu treffen. Ich habe drei Söhne, 14 Jahre, 10 Jahre und 18 Monate alt. Sie sind meine Welt und bis zu diesem Jahr habe ich sie den ganzen Tag über gesehen. Jetzt kann es schon mal weniger als eine halbe Stunde am Tag sein. Es ist manchmal schwierig, aber das sind die Opfer, die man dafür aufbringt eine besser Zukunft aufzubauen.

Manchmal nehme ich noch eine Dusche, schreie meinen 10 Jahre alten Sohn an, endlich ins Bett zu gehen und muss mich aber selbst anstrengen so gegen 1 Uhr schlafen zu gehen.

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In der Ausgabe 19 schreibt ihr über euren Besuch im Massimo Osti Archive. Der Ort mit dem Erbe und den einzigartigen Stücken vom großen Maestro. Wie fühlte sich der Besuch des heiligen Grals aller Casualista an?

Es hat mich umgehauen. Ich musste mir alles mindestens zweimal anschauen, aber es war so gewaltig, dass ich das Gefühl habe irgendetwas verpasst zu haben. Es war einfach einzigartig und Lorenzo (Sohn von Massimo Osti) war der perfekte Gastgeber. Es scheint so, dass ich dort bald für ein zukünftiges Pojekt wieder einen Besuch machen werde. Behaltet uns im Auge!

Nach Jahrzehnten sind die Leute immer noch von den Designs von Massimo Osti fasziniert. Habt ihr die Magie und den Grund hierfür gefunden?

Ich denke, es war sehr interessant mehr über den Mann selbst herauszufinden. Den Vater. Den Ehemann. Den Chef. Er was so unglaublich zielstrebig und er achtete nicht darauf was andere Designer machten, um sich davor zu schützen sie vielleicht unterbewusst zu kopieren. Er war ganz er selbst. Seine Recherchen und sein Experimentieren sind nicht so bekannt wie sie es vielleicht sein sollten. Die Innovationen und Erfindungen sind anbetungswürdig, aber das was mich wirklich sehr beeindruckte, war wie er konventionelle Weisheiten ignorierte und es auf seine Art machte. Nicht genug Leute machen das heutzutage so. Lieber fangen sie damit an eine Jacke zu einem bestimmten Preis zu entwerfen, um dann das Design zu verändern, damit es wieder in die richtige Marge passt. Osti war nicht so. Er wollte neue Dinge machen, war so progressiv wie möglich, mochte die Talking Heads (ehemalige US Rockband) und ich denke, er benannte ein Label nach seiner politischen Einstellung.

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Was trägst du heute und was sind deine aktuellen Lieblingsmarken?

Obwohl ich über Kleidung schreibe, bin ich weit davon entfernt der best angezogenste Kerl in der Stadt zu sein. Ich trage die gleiche LVC Jeans jeden Tag. Morgen fahre ich nach London und ich werde meine Penfield X Saucony Trainers vielleicht mit einer alten Daunenjacke tragen. Vielleicht werden es auch meine Nike Lava Dome, die meine absoluten Favoriten sind.

Kleidung ist wichtig und fasziniert mich, aber meist trage ich das was auch immer ich gerade finde. Es sind einfach nur Dinge, damit du nicht nackt bist, richtig?

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Die Lads von propermag kennen den Markt wie keine anderen. Welche Marken warden bald so richtig groß sein?

Wenn ich das wüsste, wäre ich bereits reich. Vor kurzem bekamen wir Jacken von der russischen Marke “Nameless”, die sehr eindrucksvoll waren. Wir sind auch einen schwedischen Berg in “Klattermusen” Kleidung hochgeklettert, die technisch sehr erstaunlich war. Diese Tage veränderten mein Leben. Dann gibt es da noch natürlich die Klassiker wie Tender, Engineered Garments und Orslow, die alle sehr gut verarbeitet und aus natürlichen Textilwaren hergestellt worden sind. Die guten Marken bleiben eben einfach gut.

Mark, was denkst du welchen Effekt der Brexit auf die britische Modeindustrie haben wird?

Das ist aktuell sehr schwierig zu beurteilen, denn da gibt es so viele selbsternannte Experten, die von sich selbst denken, dass sie es am besten wissen. Es bringt uns aber ein Riesendurcheinander! Ich denke, dass sich einiges ändern wird, aber wir werden uns daran gewöhnen, irgendwie anpassen, denn wir haben gar keine andere Wahl.

Eure Tassen sind bei den Lesern so begehrt, so dass sie bereits seltene Sammlerstücke geworden sind. Wie seid ihr hierzu auf die Idee gekommen und woher nehmt ihr Anregungen zu den Designs?

Wie bei den meisten Ideen, habe wir sie uns ausgeliehen. Ein Freund von uns gehört eine Firma, die vor einigen Jahren damit begann diese großartigen Tassen zu produzieren. Sie hatten dann aber jedoch mit der Produktion aufgehört und so fragten wir ihn, ob er uns helfen würde unsere eigenen Tassen zu machen. Wir füllten eine Lücke und wussten was unsere Leser mögen würden. Sie verkaufen sich sehr gut und so machen wir immer weiter.

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Ich schätze, ihr steht in guten Kontakt zu den Agenturen und Marken. Wann kommt denn eure erste Colabo? Wir haben da einen kleinen Teaser mit CasualCo gesehen….

Seit dem wir Fuß gefasst haben, haben wir einige großartige Leute getroffen. Es gibt so viele talentierte Leute da draußen und wir sind immer scharf darauf neue Sachen auszuprobieren. Wir hoffen sehr mit Casual Connoisseur etwas anderes als Tassen machen zu können und da gibt es ja auch noch andere Projekte, die sich noch in einer sehr frühen Phase befinden. Wir sagen euch hierzu mehr, wenn es dann so weit ist.

(Zum Zeitpunkt des Gesprächs wurde nur der Teaser mit CasualCo gezeigt. Die gemeinsamen Mugs sind meines Wissens nach mittlerweile ausverkauft)

Wenn ihr eine CD mit dem Namen “proper sounds” zusammenstellen müsstet, welche Bands und Songs würden wir zu hören bekommen?

An jedem verdammten Tag kommen aus den Lautsprechern in unserem Büro Klänge von Lee Scratch Perry bis Lovely Eggs, von New Order, R. Kelly, Morrissey bis The The. Unser spotify Profil hat einige Wiedergabelisten. Sucht einfach nach “propertopper”. Ich habe gerade das Buch von Johnny Marr (u.a. The Smiths) gelesen und so hören wir aktuell sehr viel von dem Zeug.

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Eine meine Lieblingskategorien in eurem Magazin sind die „Favourite Fives“. Mark, jetzt bist du an der Reihe, was sind deine Lieblinge in Musik, Buch, Kleidung, Kunst und anderem Zeug?
Es würde ein Ewigkeit dauern bis ich hierauf antworten könnte, denn ich ändere ständig meine Gedanken und Meinung. Kann ich hierauf bitte ein andermal hierauf zurückkommen?

Mark, wir sind bereits sehr auf die kommenden Projekte und Ausgaben von proper gespannt. Die Intuition, Neuigkeiten rund um die Mode und Brands sind genau unser Ding. Wir wünschen euch weiterhin das richtige Gespür für Marken und Themen. Die letzten Worte gehören dir.

Danke für euer Interesse. Es ist immer noch faszinierend zu sehen, dass es Leute überall auf der Welt gibt, die genauso in dem Thema drin sind wie wir. In der Schule war ich nie ermutigt worden zu schreiben oder kreativ zu sein, auch wenn ich zurückblickend Interesse an beiden zeigte. Ich denke, dass zeigt heute, dass du alles sein kannst was du sein willst. Man benötigt nur Geduld zu lernen und die Überzeugung weiterzumachen. Allerdings kann auch schon morgen alles in die Binsen gehen und wir finden uns wieder in dem schrecklichen Call Center wieder und beantworten Anrufe von irgendwelchen Idioten. Ach hoffentlich nicht, da reibe ich mir lieber Hundescheiße in die Augen als noch einmal dahin zurück zu gehen.

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—————The Interview in English starts here—————

Sorry for my bad English, lads. Proper Magazine is a constant in the world of print media who cares about the delirium of the style from the terraces, labels, subcultures, art, sneaker and many more. Mark and Neil started with their magazine as a hobby, developed it more and more and it´s now their Full-time Passion. In addition to their lovely mag they sell their own tees and mugs. They engage in projects with brands, artists, other magazines and working with love for the details. Open a beer or make a tea and read what Mark had us to tell.

Mark, thank you very much for the opportunity to do this interview with you. We love what Neil and you are doing. Proper Magazine was for us the first reference work and will ever be. Cheers!

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Hello Mark, it´s our pleasure that you found time for our us. But for all the lads out there who don´t know you, who are you and what are you doing?

I’m one half of the Proper duo. We began making a fanzine at home a long time ago and since the start of this year we’ve been making a magazine in an office, plus working on projects with some of our favourite brands. It’s become a job but it started as a hobby.

Altough the language barrier propermag is one of my favourite mags. The stories, leading articles, columns, etc are fantastic and I miss a kind of such a mag in German. How did all started at proper?

It began around 15 years ago when Neil and I met while working at a boring call centre answering telephones. We were both looking for inspiration and we knew we wouldn’t find it answering calls and sitting amongst lots of middle aged women on a power trip. While the office became quieter and people moved on, the job became easy and in that comfort zone we set up a website called propertop.com. This was before facebook, twitter and instagram and before blog culture really took hold. We updated it every month like a magazine. Eventually we realised if we talked about clothing and culture a little more we could print our magazine on real paper (then photocopy it) and proper magazine was born. We never planned to go any further than three issues at the start and until around a year ago we took each issue one at a time, learning more and more. Now we work on the magazine almost every day we have to be a little more grown up about it, but it’s a dream job in many ways.

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When did you recognize for the first time your passion for fashion and writing?

Speaking personally, I left that dead end job around 14 years ago when my son was born. I looked after him full time but kids TV was melting my mind and I needed an outlet. In the quiet spells when he was asleep I found myself writing more and more. A few years later, via proper I was offered work at Oi Polloi and through that platform I began doing freelance work for magazines and brands. I’ve never really chased work, I’m not naturally pushy. I guess we’re lucky that we’ve grown really slowly so a lot of people know and trust what we do.

The market for print media isn´t since yesterday very difficult. A lot of good mags came and disappear. What´s the secret of your contuity?

Patience. A lot of people start a magazine to get noticed and once they’ve achieved their aim, they ditch it. We didn’t begin with that in mind and for the first ten years of printing the magazine we just treated it like a hobby. Without that relaxed attitude it wouldn’t have had the room to breathe and develop naturally.

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I guess your mag is well read by football casuals. The intersection of your topcis is big. Do you have any relation to the terraces and their couture?

Personally again, yeah. Neil is a music geek whereas I’m a nerd for football. As a kid I played a lot and have always followed my hometown team, Stockport County. When I was growing up I was lucky to see our rise from the bottom of the English professional leagues to what is now the Championship. We had five years in that division, regularly beating far bigger clubs, including Manchester City, several times. But money is the root of all evil, and while they won the lottery and grew into a huge club, we went in the opposite direction. We now play at the sixth level against teams with nowhere near our level of support so should be successful. But there are tiny village teams with 200 fans but super rich owners so once again, money is our enemy. These clubs with no history or fanbase pay their players a lot more than we can. Obviously seeing my team go up and down the leagues so regularly I’ve been everywhere, more than 100 different English stadiums at the last count. I’ve been in my fair share of difficult situations, everywhere from Stoke’s old Victoria Ground in the early 90s to strange towns at our current level. I take my kids these days, plus we hardly ever play teams with any serious following so things have got very quiet!

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What do you think about the development and the new generation of British casuals now?

For me, the thing that made it an attractive subculture was how clued up the participants seemed. Whether that be music, fashion, travel, culture in general. The conflict side of things was never the main point for me. It was just something that happened sometimes. I know for others it was vital but I find it a bit tragic that people in their 40s and 50s are still living every minute of it. Plenty of lads who grew up in the 80s and 90s have mellowed but occasionally lapse into their former self, and that’s totally normal. It’s the ones who never moved on I don’t understand. These days, the internet and smart phones have made the whole thing more accessible and therefore more widespread, especially to the younger generation. Generally though, it’s the same as it ever was. Just with more CCTV and YouTube videos.

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English Casual scene was big in the 1980s. Catch question. After the scenes from Marseille during the Euro2016 do you think the English are still competitive to their European opponents?

I think what you saw in Marseille was a clash of cultures. English lads were always about having a laugh and through alcohol eventually the island mentality came out to play. The last big generation of lads were brought up to a backdrop of race riots, the Falklands and unemployment. They were disenfranchised and finding a sense of belonging at football meant something. It was a cultural phenomenon, perhaps the last true subculture before the internet suffocated youth movements. In contrast, the Russians just wanted to have a fight. It’s a totally different thing. No nuances or subtle oneupmanship, just body builders and cage fighters doing their best to kill 47 year old grandfathers from England.

Let´s come back to propermag. How do you prepare the upcoming issues? Is it intuition, luck or are getting the best ideas for a new article after three pints in your local pub?

It has always been the same. We write about what we like and go with our instincts. Whether that comes from seeing someone wearing a nice coat at an away game or a gig, or a nice chat at a trade show with someone who understands what we’re about. Inspiration comes from everywhere. We are protective about commercialising what we do. Short term gain isn’t what made it a long term possibility. Nothing goes in the magazine or online if it’s not what we are about.

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Altough the language barrier (again) I really love the typical proper spelling style. When is the point you know the article is not only done but felicitous?

We write how we speak. Sometimes that’s too regional but at least it’s honest and unpretentious. When we started getting noticed by fashion industry  people in London we travelled down to meet some of them, and I felt a little intimidated. We were outsiders with this little fanzine. But to our surprise, we found the opposite to be true. We made them feel intimidated. We genuinely like and understand the things we write about and it seems that’d not as common as it perhaps should be, so as time has passed we’ve become more confident that we have a place in the industry. We’re still trying to work out where that is!

How does look a normal working day for you?

I’m often a little late to the office, but then as my own boss I’m quick to forgive myself because I’m never not switched on and I’ve taken nowhere near the full quota of holidays this year. The first and last thing I do each day is check my phone and make sure I catch up on emails as much as possible and make sure social media is attended to. I’m writing these answers at 1.17am. It’s hard to stay on top of things sometimes as there are still only two of us working on lots of projects. I’ll wake around 8am, spend half an hour trying to get out of bed (I hate mornings) then eventually get in the shower. I skip breakfast, then some days spend half an hour with my 18 month old son. On the train to work I once again check my phone and try and get my head straight to think about what the priorities for the day are.

Recently I’ve had no money and too much work to do so I end up just drinking loads of diet coke and eating bagels. I’m five minutes from some great places to eat but rarely sample them. On a regular day I’ll leave around 6pm but when there’s more work to do that can become 8pm. It has this week!

After that I head home, eat something really unhealthy then try and catch up with the family. I have three sons, 14, 10 and 18 months. They are my world and until this year I saw them all the time. Now it can be less than half an hour a day. It can be difficult but these are the sacrifices we have to make to try and build a better future.

Eventually I’ll take a shower, shout at my 10 year old to go to sleep and then drift off myself around 1am.

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In the acutal issue 19 you´re writing about your visit of the Massimo Osti Archive. The place with the heritage and outstandings pieces by the great maestro. How felt it for you to visit this holy place for all casualista?

It blew my mind. I looked at everything at least twice but it was so vast I still feel like I missed something. It was amazing, and Lorenzo was the perfect host. It looks like I may visit again soon for a future project. Watch this space!

After decades the people are still fascinated by Massimo Osti designs. Did you find the magic and the reason for it?

I think what was quite interesting was to find out about the man, the father, the husband, the boss. He was so incredibly driven and single minded. He purposely didn’t pay attention to other designers as he was afraid to subconsciously copy them. He was his own man, and his research and experimentation isn’t as well known as it should be. The innovation and invention are admirable but the thing that impresses me so much is how he ignored conventional wisdom and did it his way. Not enough people do that these days. They start making a jacket with a price point in mind and strip a design down until it has the right margins. Osti wasn’t like that.  He wanted to make new things. He was as progressive as possible, he liked Talking Heads and I believe he even named a clothing brand after his political leanings.

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What are your wearing today and what are your favourite brands?

Despite writing about clothes, I’m far from the best dressed man in town. I wear the same LVC denim every day. Tomorrow I’m going to London. I’ll wear my Penfield x Saucony trainers and perhaps an old bubble jacket. Or maybe some Nike Lava Dome. They’re my favourites. Clothes are important and they fascinate me, but most days I just throw on whatever catches my eye. It’s only things to stop you being naked isn’t it?

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The lads at propermag know the scene as no one other. Which brands are the next big ones?

If I knew that I’d be rich already. We recently received a couple of jackets by a Russian brand called Nameless which are really impressive. We also climbed a Swedish mountain wearing Klattermusen, which was technically amazing. It was a life changing couple of days. Then the more classic brands like Tender, Engineered Garments and Orslow are really well made, usually from natural fabrics. The good brands stay good.

Mark, what do you think which effect will have the Brexit on the British Fashion industry?

It’s difficult to judge at the moment as there are so many self appointed experts who think they know best. That’s what got us into this mess! I think things will change but ultimately we will adapt because we have to.

Your mugs are much sought-after by your reader and getting rare collectibles. How did this started and where do you take your design ideas?

Like a lot of the best ideas, we borrowed it. A brand owned by a friend began a few years back and at the very start they made these great mugs. They changed direction though and stopped doing them so I asked politely if they’d mind helping us do our own. We filled a gap and did things we knew our readers would like. They keep selling so we’ll keep making.

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I guess you have very good contacts to agencies and labels. When will come the first colabo? I saw a teaser with The Casual Connoisseur. New way for proper to do clothing beside your tees or is it a mug?

Since we’ve had a base we’ve met some great people. There are so many talented people out there and we are always keen to try new things. We’re hoping to do something else with Casual Connoisseur and there are other things in the early stages. We’ll tell you when we know.

One of my propermag columns is „Favourite Fives“. Mark, it´s your turn now 
– Music 
– Book 
– Clothing 
– Art 
– Something else
It would take me forever to choose and I’d immediately change my mind. Can I come back to you on this!

If you´re going to release a cd „proper sounds“ which bands and songs would you choose?

On any given day the sounds coming out of our office speakers could range from Lee Scratch Perry to the Lovely Eggs, via New Order, R Kelly, Mexrrissey and The The. Our spotify profile has some playlists, search for propertopper. I’ve just read Johnny Marr’s book so we’re listening to a lot of his stuff at the moment.

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Mark, we are already excited about your upcoming Proper projects. The intuition, news around fashion and brands and humor is our mug of tea and we wish you all the best for a proper future. The last words are yours and free….

Thanks for taking an interest. It still amazes me that people all over the world are so into what we do. At school I was never encouraged to write or be creative, even though looking back I showed an interest in both. I guess it shows these days you can be whatever you want to be if you have the patience to learn and the belief to keep going. Having said that, it could all fall apart tomorrow and we’ll be back sitting in a horrible office answering telephones to idiots. Hopefully not. I’d rather rub dog shit in my eyes than go back to that.

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