Im Gespräch mit Benny Kusk, LE-FIX Copenhagen


Es ist eine großartige Geschichte, die LE-FIX aus Kopenhagen seit 1999 schreibt. Als kleines Kunstprojekt gestartet, ist aus der Idee von drei Freunden ein viel größeres Projekt geworden, das mittlerweile zwei Shops, zwei Tätowierstudios, eine Kunstgalerie und einen sogenannten Wood Work Shop vereint. Hinzu kommt eine eigene Kollektion, die diesen Sommer den Football Casuals der Neunziger gewidmet ist. 

Einer der Männer, der hinter dem Projekt die Fäden zieht, ist Benny Kusk aka Benny Bees, dem wir Anfang des Jahres in Berlin zufällig über den Weg liefen. Normalerweise sind es ja der Fußball, Frauengeschichten oder Bier, die  die Männer zusammenführen, bei uns war es jedoch unsere gemeinsame Jackenauswahl. Bekloppt nicht? Benny trug die Frucht der gemeinsamen Zusammenarbeit mit Fabio von Plurimus und wir waren ohnehin sehr nach „Fußball angezogen“. So schwatzte man einige Zeit und blieb auch noch danach in Kontakt. Jetzt aber genug der Einleitung, macht euch ein Bier auf und lest selbst was der Head of Design uns zu sagen hatte. Tak for al, Benny!

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Gude Benny, es ist großartig dich bei uns zu haben und dass du Zeit für unser altes Frage-Antwort-Spiel gefunden hast. Stell dich doch bitte mal selbst vor. 

Hallo, mein Name ist Benny Kusk, aber eigentlich nennt mich jeder Benny Bees ;o)) Ich bin jetzt 42 Jahre alt, bin seit 1986 in der Graffitiszene und bin quasi immer noch dabei geblieben. Ich wurde bei dem Unternehmen „Zartow“ zum Industriedesigner für Kleidung ausgebildet und hatte so das Glück bei einem Unternehmen arbeiten zu können, das für einige richtig gute Casualmarken wie z.B. Pringle, Burberry, Paul Smith, Aquascutum, etc hochwertige Kleidung produziert hat. Hier entdeckte ich meine große Leidenschaft für die Casual Clothing Culture, die für mich perfekt zu meiner anderen Leidenschaft, dem Fußball, passte.

LE-FIX in Kopenhagen startete im Jahr 1999 und vereinigt zwei Ladengeschäfte, zwei Tattoo Studios, eine Streetart Gallerie und einen Holzwerkshop. Das klingt alles mehr als nur interessant und wir möchten hierzu mehr erfahren, Benny. Wo lag der Anfang und wie hattet ihr eure Erfolgsgeschichte gestartet?

Richtig, 1999 begannen wir mit LE-FIX und es war hauptsächlich eine Art Kunstprojekt für uns. Wir sind drei Freunde aus Kindheitstagen, die zusammen Mitte der Achtziger mit dem Graffiti anfingen und wir wollten etwas erschaffen, um noch etwas enger zusammenarbeiten zu können.

Erzähl uns doch mal was zu der Bedeutung des Namens und wie würdest du die Mentalität von LE-FIX beschreiben wollen?

Der Name kam von einer alten Dame, für die einige von uns nach der Schule arbeiteten. Sie war faszinierend, 90 Jahre alt, immer noch hart arbeitend und sie hatten einen kleinen Shop mit dem Namen „FIX“, wo sie alte oder kaputte Kleidung wieder fit machte. Zu ihren Ehren verwendeten wir den Namen FIX und wollten ihm einen nach Exklusivität klingenden Touch beifügen, in dem wir das französische Wort LE davor setzten.

Ich würde es wie folgt beschreiben wollen. Beginn nur Arbeiten, die sich für dich richtig anfühlen. Wenn nicht, lass es lieber direkt bleiben.

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Das Logo von LE-FIX trägt den Namen Kaj und erinnert mich an einen Geist, der vor den Cops abhaut ;o)) Was ist die echte Geschichte dahinter?

Ja, Kaj ist ein Charakter, der als Symbol für die gegensätzliche Extreme, Gut und Böse, kreiert worden war. Wenn er nett ist, ist er die freundlichste Person auf der Welt. Aber wenn er wütend ist, verfällt er in Raserei.

Ich habe ihn übrigens nach einem Typen benannt, mit dem ich immer gekämpft hatte, als ich noch jung war..ha ha ha.

Ein Hochglanz Start Up Magazin würde hinter eurer Marke eine Art „Konzept“ vermuten. Wir dagegen denken, dass das einfach so natürlich gewachsen ist, in dem ihr die Dinge miteinander kombiniert, die ihr liebt. Liegen wir falsch und ihr werdet doch von einem großen, bösen Unternehmen von gesichtslosen Menschen in schwarzen Anzügen dirigiert? ;o))

Ihr habt absolut Recht. Ich hasse dieses Wort „Konzept“, weil es oft dazu verwendet wird, um eine bestimmte Gruppe so zu bezeichnen. Wir funktionieren nur durch das, was wir fühlen, weil wir es mögen.

LE-FIX führt in den Shops adidas, Aquascutum, C.P. Company und viele weitere große Marken. Nach welchen Kriterien entscheidet ihr, welche Labels ihr aufnehmt?

Wir mögen alles, was eine Geschichte von mehr als 30 Jahren hat. Das ist eigentlich eines unserer Kriterien, aber manchmal tauchen neue Marken auf, bei denen wir einen gewissen Vibe fühlen, den die Marke umgibt. Dann wird sie natürlich ebenfalls aufgenommen.

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Es ist für uns großartig zu sehen, dass ihr auch eine eigene und einzigartige Kleidungslinie anbietet. Erzähl uns bitte hierüber mehr und beschreibe den Stil und die Inspiration dahinter.

Ich blicke ständig auf meine eigene Geschichte in den Subkulturen zurück, in denen ich selbst so abhing. Sie waren früher strikt unterteilt, wobei sie sich heute immer mehr verbinden und vermischen.

Den Stil, den ich designe, basiert somit auf die Einflüsse der verschiedenen Kulturen wie Graffiti, Punk, Fußball, Musikgeschichte und ist eine Hommage an sie, in einer vielleicht neueren und aktualisierten Version.

Neben den LE-FIX Kollektionen habt ihr starke Zusammenarbeiten mit Marken wie Alpha Industries, Plurimus, Rains, Casual Clothing Copenhagen und anderen präsentieren können. Wie entscheidet ihr, mit wem ihr eine Colabo eingeht und wie reflektiert ihr den Spirit von euch auf dem gemeinsamen Produkt? 

Es ist wirklich eine ganz andere Geschichte, wenn wir z. B. mit Plurimus oder Casual Clothing zusammenarbeiten. Das sind echte Freundschaftsprojekte. Ich mag die Jungs dahinter wirklich sehr gerne und ich habe so auch eine ganz besondere Beziehung bei der Sache.

Wenn wir mit Marken wie Alpha, Rains oder Lee arbeiten, ist es mehr so, dass wir versuchen unseren LE-FIX Stil in deren Markengeschichte umzusetzen.

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Benny, lass uns zu dir kommen. Wir trafen uns das erste Mal während der SEEK und Bright in Berlin diesen Januar. Was ist dein Job und wie sieht ein normaler Arbeitstag für dich aus?

Ich bin der Design Chef und mache auch Kunst. So können meine Tage natürlich sehr unterschiedlich aussehen. Manchmal arbeite ich ziemlich hart und lange, um Deadlines wegen den Designs halten zu können oder hänge den ganzen Tag in irgendwelchen Meetings fest.

Und dann gibt es noch die Tage, an denen ich an Dingen arbeite, die keinerlei Fristen oder einen bestimmten Auftrag haben. Das ist dann wieder genau das, was ich meinte, als ich sagte, dass man es einfach fühlen und machen muss. Das ist LE-FIX.

Die Kombination aus Laden, eigener Kleiderkollektion, Tattoo Studio und Galerie, klingt nach einem wahrgewordenen Traum. Welcher Teil hiervon ist denn dein „Wohnzimmer“?

Ich habe schon immer das Gefühl gehabt, das Kunst für mich etwas ganz besonderes und wichtiges ist. Der Grund dafür, all diese Dinge in unsere Marke miteinzubringen, kommt durch unsere Leidenschaft und unseren Respekt, von den von uns gelebten Subkulturen. Hinzu kommt natürlich auch noch der Sport, vor allem der Fußball, der einen großen Teil unseres Lebens einnimmt. Ganz egal, ob auf der Tribüne oder selbst auf dem Platz dem Leder hinterher jagend.

Du bist ein sehr kreativer Mensch, der die Wände bunt gestaltet und Streetwear designt. Was treibt den Künstler in dir an?

Das ist für mich sehr leicht zu beantworten. Ich kann einfach nicht damit aufhören. Immer weiter! Selbst wenn ich für meine Arbeit kein Geld bekommen sollte, ich würde immer so weiter machen.

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Welche Marken trägst du?

Ich habe meine erste Stone Island Jacke vor rund 25 Jahren gekauft und bin nach wie vor ein sehr großer Anhänger der Projekte von Massimo Osti. Heute trage ich Marken wie Plurimus, Lacoste – hier aber mehr die Vintage Sachen, vor allem den IZOD Teil, Ellesse, Paul & Shark, Aquascutum, Baracuta..um einige zu nennen. Generell mag ich Vintage Kleidung sehr gerne und natürlich auch die Sachen von LE-Fix.

Das Kopenhagener Derby ist eines der heißesten im Norden. Hast du eine Verbindung zu einer der Kurven?

Ja, ich bin Anhänger von FC Kopenhagen und schaue mir alle Spiele von meinem Klub an. Im Stadion bin ich allerdings nur bei Heimspielen, weil ich für die Auswärtstrips leider meist keine Zeit habe. Ich schaue sie mir dann vorm Fernseher an.

Einen Teil eurer Sommerkollektion habt ihr den Fußball Casuals aus den Neunzigern gewidmet. So interpretieren wir jedenfalls die guten Stücke. Liegen wir falsch?

Nein, denn wie gesagt trage ich selbst sehr gerne Vintagesachen und vor dem die von italienischen Designern der 1990er Jahre. Das ist auch eine der Gründe warum ich so viele Klamotten von damals selbst gekauft habe.

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Wie würdest du den typischen LE-FIX Kunden beschreiben?

Aufgrund der vielen Aspekte, die wir in unserer Marke vereinen, haben wir auch eine ziemlich breitgefächerte Kundenbasis. Natürlich haben wir da auch einen Teil aus der Fußballwelt dabei, aber darüberhinaus auch einen sehr modischen Stamm, der unseren Stil vereint, in dem er unsere Kollektionen in Verbindung mit den von uns angebotenen Marken trägt.

Kannst du schon aus dem Nähkästchen plaudern und uns verraten, auf welche kommenden Projekte wir uns freuen dürfen?

Wir arbeiten mit Clarks an gemeinsamen Schuhen und später in 2016 wird dann auch noch ein sehr großes Projekt präsentiert werden, über das ich jetzt zu dem Zeitpunkt leider noch nichts sagen darf.

Für den Sommer 2017 werden wir eine Zusammenarbeit mit Umbro veröffentlichen, auf deren Start ich mich jetzt schon unheimlich freue.

Benny, es war für uns eine große Freude mit dir sprechen zu dürfen und dich unseren Lesern vorstellen zu können. Wir sind wirklich große Fans, von dem was ihr da oben im kalten Norden so macht. Vielen Dank und wir wünschen euch viele weitere und spannende Projekte. Die letzten Worte gehören dir….

Ich bin sehr darüber erfreut, Teil eures Universums sein zu dürfen ;o)) so war das Vergnügen ebenfalls meinerseits.

Benny Bees, LE-FIX

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benny

 

—————-THE INTERVIEW IN ENGLISH STARTS HERE—————

It´s a fantastic story  of LE-FIX from Copenhagen which started in 1999. Founded as a small art project it combines today two Shops, two Tattoo studio, a gallery, a wood work shop and an own clothing line. The SS16 collection is a homage to the football casuals back in the 1990s. 

Benny is one of the men behind LE-FIX and we have met him by chance during our visit of the SEEK and Bright in Berlin this year. Normally it´s a story about beer, girls, football or a mix of all which is responsible how we met people but this time it was a question of style. Benny was wearing the Plurimus X LE-FLIX jacket and we were completely casual dressed. Both was too obtrusive on an event like the SEEK so we had to find each other ;o))  We stayed in contact and now it´s time to read what the head of design had us to tell. Tak for al, Benny!

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Hi Benny, it´s great to have you with us and that you found time to do the old answer and question. Please introduce yourself before we start the game.

Hi! My name is Benny Kusk but every body call me Benny Bees   ;o))  I am 42 years old and got into the Graffiti scene from 1986 and have hold it going until today. I was educated as Industrial clothing designer from Zartow and was so lucky to get into a company that was producing a lot of Casual Brands like Pringle, Burberry, Paul Smith, Aquascutum etc . http://www.zartow.dk/references.php.

This where I found my passion for this casual clothing culture which perfectly matched my passion for Football.

LE-FIX in Copenhagen started in 1999 and consist clothing stores, two tattoo studio, a street art gallery and a wood work shop. This sounds more than interesting. So let´s start with the beginning, Ben. What´s your background and how LE-FIX started back in the days?

We started Le Fix back in 1999 – and we did it mainly as an art project – we was 3 childhood friends that have been painting graffiti since the mid 80´ties and we wanted to do something more together and that was the begining of Le Fix.

By the way what does the name LE-FIX stands for and how would you describe your mentality?

Le Fix name came from and old lady that some of us worked for after school. She was amazing, 90 years old and still working hard. She had a little shop called „FIX“ where she fixed peoples old broken garments so in respect for her we took the name FIX and added som exclusively by adding the French word LE in front. It just kind of happened.

My Mentality is always to do things that feels right for me – otherwise I rather not do it.

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The LE-FIX logo is called Kaj. He´s reminds me on a ghost and the posture seems he´s running away from the police ;o)) What´s the story?

Yes Kaj was a characture that was created as an symbol on how to be extreme in both direction Good or Bad. So when he is kind he is the worlds kindest and when he is angry he is the worst person in the world. I named him after a guy I used to fight against when I was young –ha ha.

A glossy start up mag would suppose a „concept“ behind your brand, shops and gallery. But we think it´s born naturally and you combine just doing the things you do. Are we wrong and a big agency of black suits and ties are conduct the things for you? ;o))

You are totally right. Actually I hate the word concept because it often is something you do to aim a specific group. We only operates through what we feel like because we like it.

LE-FIX is stocking adidas, Aquascutum, C.P. Company and many more. What selection critieria do you follow?

We like every thing that has more than 30 years history – we normally go for that criteria but sometimes new brands pop up and makes us feel something about the vibe around the brand.

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It´s fantastic for us to see you are also designing a unique LE-FIX clothing line. Please tell us more about it. How do you would describe the style and what is the inspiration behind it?

I always look into my own history from subcultures I have been hanging in back in the days. These subcultures were more devided than today where things are more united. So the style I make is based on these different cultures like Graffiti, Punk, Football, Music history and makes a tribute to it in a new updated version

Beside the LE-FIX Collection you did also great colabos with labels like Alpha Industries, Plurimus, Rains, Casual Clothing Copenhagen and many more. How do you decide to cooperate with an other brand / shop and how do you want to reflect the spirit of LE-FIX on it?

It is really a different thing when we do collabs because like Plurimus & Casual Clothing it is more like a friendship project. I really like the guys behind these 2 projects so that has a very personal feeling to it. And brands like alpha, Rains, Lee is more about putting our Le Fix style into the brands with respect for their History.

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Benny, let´s speak about you. We met you during the SEEK and Bright in Berlin this year. What is your job and how is a normal work day for you?

I work as head of design and also make Art. So my days are very different. Some days I am working very hard to get deadlines in terms of designs and having meeting all day long. And somedays I make projects that does not have any dealines or have no reason why I am doing it and it is these kind of things that is so Le Fix to do things just because you feel for it

The combination of Shop, own clothing line, tattoo studio, gallery, etc is like a dream come true. Which part of it is your living room or better said hearfelt wish?

I always feel that Art is very important for me. So the reason we bring these things into our brand is made by passion and respect to our own culture but on the other side sports and especially football is very big part of our life, both watching and playing ourselve.

You are a very creative man who do colorful walls and design streetwear. What drives the artist in you?

Thats is very easy for me to tell – I just can´t stop. Even if I was not getting paid for it I would still do it.

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What brands do you usually wear?

I bought my first Stone Island Jacket 25 years ago and have been big fan of the Massimo Osti´s projects. So today I am more wearing brands like Plurimus, Lacoste mostly vintage – I really like the IZOD part, Ellesse, Paul and Shark, Aquascutum, Baracuta – but in general I really like Vintage clothing and of course Le Fix .

The derby of Copenhagen is one of hottest in the North. Do you have a relationship to the terrace?

Yes I am FC Copenhagen Fan and I watch all their games. But I only see them live when in Copenhagen. I dont really have time for aways today. But I still see it .

Let´s speak about your collection for the summer´16. You´re paying tribute to the good old 1990´s Football Casual – Terrace movement with fantastic color-blocking and bold stripes we know from the brands of the good old days. Are we wrong? Please tell us more about your inspiration to this collection.

Like I said in what I am wearing I am really inspired by the 1990´s style and espacially the Italian brands and that defintely where I am getting inspired. And that why I buy a lot of vintage gear.

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How would you describe a typical LE-FIX customer? 

I think because we are having so many aspects in our brand it is really a wide customer base. We have many from the Football world of course. But also the more fashionable part is wearing our styles both from own line but also from our selection of brands.

What are the next LE-FIX projects in 2016?

We have some Clarks shoes coming out and we also have a very big project coming that Iam not allowed to talk about before later this year. SS17 we made an collection collaboration with Umbro that I am looking really forward to get started

Benny, it was a great pleasure for us to present you on our blog. We´re really big fans of what you are doing in the cold north. Many thanks and please keep doing this great stuff you do. The last words are yours….

I am very pleased to be part of your universe ;o)) so the pleaure is defintely likewise.

Benny Bees, LE-FIX

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benny