Nøne Futbol Club

 Grober Unfug unter dem Deckmantel der Kunst.

Hätte manch einer in seiner Kindheit und Jugend gewusst, welche diametralen Unterschiede einem perspektivischen Wechsel der Interpretation inne wohnt…

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Hä, was? Versteht keiner! Okay. Dann ein Beispiel aus eurer Kindheit:

Ihr kennt, das: Es sind Sommerferien. Gemeinsam mit euren Freunden spielt ihr im Innenhof oder auf irgendwelchen Parkplätzen Fußball. Neben blutigen Knien ist da ein besonderes Geräusch charakteristisch: Klirrrrrr. Und zwar so eine Art Klirrrr, das entsteht, wenn ein Lederball eine einfach verglaste Scheibe durchdringt.

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Üblicherweise setzt exakt bei der Entstehung des Klirrrs der natürliche Fluchtinsinkt ein, verbunden mit der Hoffnung nicht erwischt zu werden. Bekanntlich stirbt die Hoffnung zu letzt aber wenn sich dann gestorben ist klingelt es an der Tür. Der geschädigte Nachbar erzählt seine Geschichte und die lieben Eltern haben keine Sekunde am Wahrheitsgehalt des Gesagten gezweifelt. Da gab es nicht mal ansatzweise Überlegungen, die Vorwürfe gegen den eigenen Sohn zu leugnen („Unser Malte macht sowas nicht“) oder die Sache in ein Mediationsverfahren zu überführen („Da will ich mir auch mal anhören was unser Torben dazu sagt“). Nein, nein, die Sache war stets klar, den Eltern totpeinlich, der Arsch hatte Kerb und der Rest vom Kerl Hausarrest.

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Wenn ich heute nochmal in dieser Situation wäre, wurde ich systematisch Fenster mit Bällen einschießen, das Ganze als Kunstperformance deklarieren und filmen. Für Vandalismus kann man bestraft werden, aber doch nicht für schöpferisches Gestalten, denn nichts anderes ist Kunst!

So oder so ähnlich haben sich das bestimmt auch die beiden Herren von Nøne Futbol Club gedacht. Denn sie machen vieles, was man so in seiner frühen Jungend macht, aber eben jetzt als Künstler. Okay, okay die Aussage ist natürlich vorhanden.

Da wird etwa ein Ausstellungsraum mit einem Kleinwagen gerammt, ein Polizeiauto auf links gedreht und Taubenscheiße in Statements verwandelt.

Das Künstlerduo befasst sich mit banalen Alltagsgegenständen ebenso wie mit noblen künstlerischen Konzepten. Dabei hinterfragen die beiden vor allem den „Wert der Kunst“, der lange als unantastbar galt. Doch wer Stroh zu Gold spinnen will, muss sich auf Alchemie verstehen. Für die beiden Ex-Grafiker lautet das Zauberwort „beißender Humor“.

Leben als Kunst und Kunst als Haltung – aus dieser radikalen Position heraus schaffen Cavalière und Déplan völlig durchgeknallte Werke: Der eine hat sich das Emblem der Stadt Grenoble auf den Allerwertesten tätowieren lassen, der andere einen Heuhaufen aus Tausenden von Streichhölzern nachgebaut. Da ist Spaß garantiert!
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Photo Source: nonefutbolclub.com