Fred Perry Subculture films

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Heute empfehlen wir euch sechs Kurzfilme für euer Heimkino. Sind wir mal ehrlich, das Fernsehprogramm wird immer schlechter und was interessiert es uns welcher Bauer eine Frau findet oder welch dürres, narzisstische Fräulein zu Germany Next Superzicke gewählt wird. Dann doch mal lieber mal wieder wieder die Zeit etwas sinnvoller Nutzen und einen guten Film oder Doku mit Bezug zur Subkultur anschauen.

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Bereits im Dezember 2014 präsentierte Fred Perry Subculture eine sechsteilige Dokumentation über die Entwicklung der Marke, die Evolution des Streetstyles, der Musik und Gegenkultur der letzten sechzig Jahre. Es in Zusammenarbeit mit Don Letts ein herausragendes Werk entstanden, das euch mit auf eine Zeitreise nehmen wird. Angefangen von den Mods, den Rockern und den Teds, geht es weiter mit dem Aufkommen und der Geschichte der Skinheads, dem Northern Soul, dem lauten Gegröhle der Punks, dem 2-Tone bis hin zum Rave, Britpop und den Casuals. Die wirklich sehenswerte Filmdoku unterstreicht den weltweiten Einfluss der Marke mit dem Laurel, präsentiert in Bildern und interessanten Gesprächspartnern die Subkulturen im 20. Jahrhundert.

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Fred Perry Subculture films #1 : Born To Be Wild

Die erste Folge zeigt das Aufkommen der Teddy Boys und der Rocker in den 1950er Jahren. Großbritannien seufzt nach den zwei Weltkriegen vor Erleichterung. Es geht allen gut und auch die Arbeiterklasse hat etwas Geld in der Tasche. Es strömen immer mehr neue Klänge und Stile aus den USA herüber. Die Teddy Boys, auch Teds genannt, erscheinen auf der Bildfläche und sorgten für ihren Look und Vorliebe zur „Hottentotten Musik“, dem Rock´n´Roll, für Aufsehen. Der Stil war in Form von knielangen Anzugjackets, enge Hosen und Schuhe mit hohen Sohlen geprägt. Dieses Ensemble wurde von der sogenannten Elvis Tolle abgerundet. Kurz darauf kamen die Rocker mit ihren Lederjacken, schweren Bikes und zahlreichen Prügeleien.

Dieses Verlangen nach dem Rebellieren und die traditionellen Sozialschichten herauszufordern, immer in Verbindung mit der Musik und einem eigenen Kleidungsstil, war die Geburtsstunde der britischen Subkultur.

Fred Perry Subculture films #2 : This Is A Modern World

Die Mods oder auch Modernists genannt. Im zweiten Teil untersucht Fred Perry Subculture die Mods, die in den späten 1950er Jahren in London wie ein Blitz einschlugen sollten. Sie waren komplett der Kleidung und dem Stil gewidmet, dem reinen Stil. Die Arbeiterklasse hatte noch nie so viel Geld zur Verfügung gehabt und so entstand ein Fokus auf smarte Kleidung und den perfekten Accessoires. Es entstand weiter ein ganz neues Freiheitsgefühl, denn die Mods konnten mit ihren Motorrollern (Scooter) an die Küste fahren und einfach das Leben in vollen Zügen geniessen. Aus Sicht von Sapeur OSB waren die Mods einfach der Wegbereiter der meisten Subkulturen und auch wir sind sichtlich von dem Stil angetan.

Fred Perry Subculture films #3 : Made In England

Während der 1960er Jahren entwickelte sich unter dem Einfluss der jamaikanischen Rude Boys die Skinhead Subkultur. Immigranten aus der Karibik erreichten England und die multikulturelle Gesellschaft wurde in den Nachkriegsjahren immer größer und akzeptierter. 1968 war die rüberschwappende Rude Boy Kultur sehr stylisch und gegen den Mainstream ausgerichtet. Der junge Bruder der Mods war geboren: der Skinhead. Sie waren hart, gaben bei ihren Kämpfen niemals auf, war in ihrer Kleidung die abgespeckte Variante der Mods. Die Skinheads waren stolze Mitglieder der Arbeiterklasse, feierten die multikulturelle Gesellschaft und hörten Reggae und Ska.

Fred Perry Subculture films #4 : Soul Power

Teil Vier der Serie stellt uns die Soul Boys vor, die die Szene in Großbritannien der 1970er zum Tanzen brachte. Klamotten- und Tanzmusikbesessen und eine geografische Kluft zwischen den Soul Boys im Norden und Süden der Insel.

Die sogenannte Northern Soul Szene war im Nordwesten Englands (Manchester und Wigan) verwurzelt und hatte eine sehr wilde Begeisterung für den klassischen Soul der 60er Jahre. Der Southern Soul in Essex und Kent war dagegen mehr an den zeitgenössischen Soul interessiert. Die Klamotten waren etwas weiter geschnitten und die Parties waren wild und sehr exzessiv.

Fred Perry Subculture films #5 : Black ‚N‘ White Riot

Jetzt wird es wild. FP Subculture films präsentiert den Punk und den Two-Tone, die beide Ende der 1970er Jahre ihren ersten Auftritt hatten. Großbritannien ist gebrochen. Geld und Gelegenheiten sind knapp und die Jugend der Arbeiterklasse sehnt sich nach etwas Aufregendem, um den Status Quo zu zerschlagen. Der Punk war rebellisch, extrem und überdachte alles neu – die Kunst, die Musik, die Literatur und die Mode. Er war das Gegenteil zum Mod. Er wollte erschrecken und eine Reaktion erhalten.

In Coventry wurde unter starken Einflüssen von jamaikanischen Ska, Reggae und Rocksteady, Punk und New Wave Musik gemixt. Jerry Dammers gründete 2-Tone Records und so entstand die Two-Tone Musikszene.

Fred Perry Subculture films #6 : Beaten Generation

Fußball Casuals, Rave und Britpop. Fußballrowdys, die sich mit teuren Modemarken ausstatten. Kennt ihr oder? Die elektronische Musik um Acid House und Jungle, bei der die Raver bis hin zur völligen Ekstase tanzten und feierten. Der Britpop folgte den Elementen der Retromode und Musik, zurück zu Bands und dem Kleidungsstil der Mods.

Vielleicht ist der Abschluss der Serie mit der Folge Sechs gerade für die jüngeren von euch die interessanteste Folge. Sie zeigt die Football Casuals, die Rave Generation und wie diese quasi indirekt die Gewalt auf den Tribünen stoppte („Hooligans against Acid“). Darüberhinaus wird diskutiert, ob denn der Britpop wirklich eine eigene Subkultur war oder nicht nur eine schwache Kopie der Mods. Sehr interessant.

Fred Perry Subculture

 

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