Douglas Tompkins und sein Traum von Patagonien

Salute Sapeuristen,

heute möchten wir euch Douglas Tompkins vorstellen, welcher mit seiner Marke „The North Face“ in fast all euern Kleiderschränken zu finden sein dürfte. Am Anfang stand natürlich schon die Überlegung, ob „The North Face“ als Outdoor-Marke in unserem „Casual“-Blog passen würde, aber die Antwort war schnell gefunden. Kaum eine andere Marke, neben den Air Max von Nike, dürfte das Bild der deutschen Fankurve so in den letzten Jahren  geprägt haben. Der „Ultra“ in unseren Stadien tritt nicht nur oft als „Black Block“ auf, sondern hat auch meisten einen kleinen, weißen, dreizeiligen, quadratischen Schriftzug auf der Vorder- und Rückseite seiner Jacke. Schaut einfach mal im Kleiderschrank oder alternativ auf dem einen oder anderen Corteo-Foto nach und ihr werdet diese Logo sicher entdecken.

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Viel Interessanter als die Marke selbst, ist Ihr Erfinder Douglas Tompkins, welcher heute den Ruf als Umweltschützer genießt und nebenbei einer der größte Privatgrundbesitzer auf dem südamerikanischen Kontingent ist.

Die Marke „The North Face“

Douglas Tompkins eröffnete in 60er Jahren ein kleines Ladengeschäft in San Francisco, welches sich auf Bergsteigerausrüstungen spezialisiert hatte. Im Jahr 1968 wechselte Tompkins die Seite der San Francisco Bay und ließ sich in der Stadt Berkeley nieder, welche besonders durch ihre Universität weit über das Land hinaus bekannt ist. In Berkeley hatte Tompkins auch die Idee eine eigene Hausmarke zu entwickeln, welche auf den Namen „The North Face“ getauft wurde. Das bereits in der Einleitung kurze beschriebene Logo soll dabei einer Felsensilhouette im Yosemite-Nationalpark nachempfunden sein, welcher für amerikanische Verhältnisse, unweit von Berkeley liegt.

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Zeitgleich entwickelte Tompkins mit seiner ersten Ehefrau Susi Tompkins noch eine weitere Hausmarke mit dem Namen „Esprit“. Als „fliegende Händler“ verkaufte das Ehepaar seine selbstgenähten Kleidungsstücke in Kalifornien. Der Erfolg des Unternehmens sollte bereits 1971 dazu führen, dass die Marke Esprit ein eigenständiges Unternehmen wurde. Als erwähnenswert kann dazu noch gesagt werden, dass der Schriftzug „Esprit“ vom amerikanischen Designer John Casado entworfen wurde.

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Die Ehe zwischen Douglas und Susi Tompkins sollte 1989 in der Scheidung ihr Ende finde. Ein Jahr später trennte sich Douglas Tompkins von seinen beiden Marken „The North Face“ und „Esprit“. Esprit blieb dabei in den Händen seiner Ex-Frau und einem bisherigen Geschäftspartner. Die Marke „The North Face“ hingegen befindet sich heute im Besitz der amerikanischen VF Corporation, welche als eine der größten Bekleidungsfirmen der Welt gilt. Ihr Portfolio umfasst, u.a. auch die Marken „Eastpak“, „Lee Jeans“, „Timberland“, „Vans“ und „Napapijri“.

Douglas Tompkins – Sein Leben nach „The North Face“

Douglas Tompkins verkaufte seine Anteile an den beiden Unternehmen für ca. 250 Millionen Dollar, aber statt sich nun in den Ruhestand zu verabschieden, galt sein neues Interesse der Errichtung und des Schutzes von Patagonien und seiner Regenwälder. Aus diesem Grund erwarb Tompkins ab 1992 im Zeitraum von nur zwei Jahren rund 3000 km² Land im Staatsgebiet von Chile. Als starke Mitstreiterin an seiner Seite erweist sich dabei seine zweite Ehefrau Kristine McDiVitt, welche selber zuvor in einer führende Position beim Outdoor-Label „Patagonia“ gewesen ist. Dabei sei zu erwähnt, dass dieses Unternehmen ein Mitbegründer der Allianz „One Percent for the Planet“ ist, welche sich freiwillig dazu verpflichten 1% des Gesamtumsatzes oder 10% des Gewinnes an eine Umweltorganisation zu spenden. Aus unserer Sicht eine gute Sache, welche sicher auch anderen führenden Unternehmen der Modebranche gut zu Gesicht stehen würde.

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Das Ehepaar Tompkins konnte bis heute über 10.000 km² Landmasse in Argentinien und Chile in seinen Privatbesitz bringen. Diese Fläche entspricht etwa der vierfachen Größe des Saarlandes. Die größte zusammenhängende Fläche ist dabei der „Pumalin-Park“, welcher mit 290.000 Hektar etwa so groß wie das Saarland und Hamburg zusammen ist.

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Der „Pumalin-Park“ umfasst das letzte große Waldgebiet Chiles und wird mit viel finanziellen und persönlichen Aufwand von Tompkins in seine Ursprünglichkeit zurück versetzt. Als Belohnung für diese Bemühung wurde der Park im Jahr 2006 von der chilenischen Regierung als Schutzgebiet ausgewiesen. Die Bevölkerung der Landmassen durfte auch nach der Privatisierung dort verbleiben, aber sie musste sich den strengen ökologischen Regeln von Tompkins anpassen. Besonders die Fischindustrie und die traditionelle Schafsucht wurden dabei stark eingeschränkt. Beide Industrien und Ihre Anhänger kämpfen bis heute gegen die Pläne von Tompkins an.

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Douglas Tompkins beruft sich bei seinem Einsatz für die Umwelt auf den norwegischen Philosoph Arne Naess (1912-2009), welcher als Begründer der Tiefenökologie gilt. Die Tiefenökologie geht dabei von dem philosophischen oder religiösen Standpunkt aus, dass alle Lebewesen wertvoll und somit Schützens würdig sind. Die Verfechter der Tiefenökologie sind dabei aufgefordert, dieses Ziel aktiv mit allen legalen, aber auch in Ausnahmefällen mit nicht legalen Mitteln, zu realisieren. Aus diesem Grund setzt Tompkins darauf insbesondere vermögende Menschen von seinen Projekten zu überzeugen, da Geld immer noch das beste Argument ist.

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Zusätzlich zu seinem ökologischen Arrangement unterstütz Tompkins auch die Gruppierung „Adbusters“, welche Werbung im öffentlichen Raum verfremdet, überklebt oder auf eine andere Art und Weise umgestaltet und somit die Botschaft umgekehrt oder durch den berühmten Kakao zieht. Die Gruppierung „Adbusters“ sieht Ihre Aktionen als Kritik an der generellen Kommerzialisierung unserer Gesellschaft.

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Ich hoffe unser kleiner Ausflug in die Welt der Douglas Tompkins fand euer Interesse. In diesem Zusammenhang möchten wir auch auf einen Bericht des ZDF-Auslandjournal vom 21.01.2015 hinweisen, welcher sich mit Douglas Tompkins und seinem Projekt auseinander setzt. Schaut einfach mal in die Mediatheke des Senders rein.

Markus.