¡CASUALUTION! Teil Drei – Massimo Osti

Neben Adi Dassler und Frederick Perry wird Massimo Osti auf unserem neuen höchstlimitierten T-Shirt abgebildet sein. Er gehört zweifelsohne zu den Ikonen der Casual Couture und Pionieren der Modewelt, der mit seinen Marken nicht nur Trends gesetzt hat, sondern auch mit den modernsten Materialien arbeitete und immer wieder den Chemiebaukausten zur Hilfe nahm, um spezielle Stoffe zu veredeln oder Effekte herbeizuführen. Vielen von euch werden vermutlich bereits sein Konterfei irgendwo gesehen haben. Die wenigsten von euch werden jedoch wissen, wer Massimo war und warum er als der Il Maestro von vielen verehrt wird. Wir möchten euch den Mann hinter Stone Island, C.P. Company und vielen anderen Marken einmal vorstellen.  An dieser Stelle müssen wir allerdings einräumen, dass wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit haben.

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Massimo, geboren 1944, wuchs im italienischen Bologna auf und arbeitete als Grafikdesigner in einer Werbeagentur. Er begann in den 1970ern Jahren mit dem damals relativ neuen 4/4 Farbendruck mit T-Shirts zu experimentieren. Aufgrund seiner erfolgreichen ersten T-Shirt Kollektion erweckte er schnell von anderen Unternehmen Interesse und Nachfrage an seiner Arbeit. Eine kleine Firma namens „Chester Perry“ bot ihn an als Partner zu beschäftigen und eine komplett eigene Kollektion für Männer zu designen. Ein Angebot welches er nicht ablehnen konnte und der erste Meilenstein in seiner Vita werden sollte. Denn aus „Chester Perry“ wurde wegen einem drohenden Rechtsstreit aufgrund von Namensähnlichkeit mit Fred Perry und Chester Barrie kurz darauf das Label, das sich bis heute einer großen Beliebtheit bei den Casuals erfreut: C.P. Company.

Die frühen 1980er Jahre sollte er seiner kreativen Philosophie und dem Experimentieren mit Materialien und Färbungen widmen. Die erste innovative Errungenschaft wofür Massimo Osti sich verantwortlich zeigt, revolutionierte so gleich die gesamte Bekleidungsindustrie: Garment Dying. Hinter dem Konzept verbirgt sich das Ergebnis, wenn man fertige Kleidungsstücke in ein Farbbad hängt und die Materialien unterschiedlich hierauf wirken. Osti entdeckte, dass die Kleidung so sehr interessante und vorher so noch nie gesehene Ton in Ton Effekte erhielt. Diese Färbetechnik sollte zum Markenzeichen von C.P. Company werden.

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Wer sich von euch vielleicht schon einmal mit Massimo Osti auseinandergesetzt hat, wird wissen, dass Il Maestro nicht nur bei einer Firma den Taktstock schwang, sondern sein Wissen, Experimentierfreude und Talent bei vielen weiteren Firmen entwickelte oder zum Einsatz brachte. Bereits im Jahr 1981 gründete er eine weitere Bkleidungsfirma namens „Boneville“. Die Marke feierte übrigens in den letzten Monaten ein kleines Comeback und präsentierte eine sehr gelungene neue Kollektion.

1982 sollte dann die Firma folgen, die wie keine zweite das Feld der Football Casuals bestimmen sollte: Stone Island. Die erste Kollektion wurde komplett aus einem völlig neuen und revolutionären Stoff geschneidert, der an LKW Planen (Tela Stella) erinnerte. Hier konnte Massimo seine innovativen Stoffentwicklungen vorantreiben, die für den cleanen Look von C.P. Company vielleicht zu progressiv waren. Die erste Kollektion von Stone Island war so erfolgreich, das sie bereits nach zehn Tagen überall restlos ausverkauft war. Ein Mythos war erschaffen. Der Name Stone Island sollte übrigens die Freiheit einer Insel und die Unverwüstbarkeit von Stein symbolisieren. Der Kompass stand für die See und die ständige Suche nach dem Neuen. Übrigens war der Badge anfangs grün umrandet und wurde erstmals für die Frühjahrskollektion im Jahr 2000 im Rahmen einer Designänderung schwarz gefärbt.

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Eine Ruhepause kannte Massimo nicht. Es ging immer weiter und weiter. So entwickelte er und sein Team neue Kommunikationsstrategien und Produkte für C.P. Company und im Jahr 1985 wurde er Herausgeber des C.P. Magazine, einem extragroßen Format von Katalog und Magazin, welches an internationalen Presseständen zu erwerben war. Das Magazin enthielt Aufnahmen von der C.P. Kollektion (jedes einzelne Teil!) und visualisierte den C.P. Lifestyle. Von jeder Ausgabe des C.P. Magazine wurden 40.000 Kopien in Umlauf gebraucht, was zu der Zeit ein wirklich ungewöhnliches Werbekonzept war. Aber der Erfolg gab Osti recht und es begann eine Entwicklung, die von vielen Firmen in der Modebranche übernommen worden war.

Wer nun von den Konkurrenten am Markt dachte, dass irgendwann auch mal Schluß sei, hatte die Rechnung ohne die zweite Hälfte der 1980er Jahre gemacht. Ja, wir sind noch immer in den 1980er Jahren. Während manch einem nur eine bahnbrechende Erfindung oder nur ein Meilenstein im Leben gegönnt waren, setzte Massimo weiterhin Ausrufezeichen und neue Massstäbe, die teilweise bis heute state of the art sind.

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Futuristisch anmutende Produktentwicklung wie z.B. die Stone Island Rubber Flax Jacket, die Stone Island Rubber Wool Jacket und die Stone Island Ice Jacket wurden von ihm erfunden, entwickelt und perfektioniert. Bei den Jacken wurden ganz neuen Fabrikationstechniken eingesetzt. Der Leinen und die Wolle mit einer dünnen Gummischicht überzogen, wasserdicht, verbesserter Widerstand gegen Wind und Wetter und ein völlig neuer Look und Gefühl beim Tragen der Kleidungsstücke. Im gleichen Jahr, 1987, experimentierte er zum ersten Mal mit gebürsteter Wolle, ein Verfahren das bis heute alle Mühlen bei der Verarbeitung von Wolltextilien verwenden. Das gleiche Jahr war auch die Geburtsstunde der legendären, Farbwechselnden Ice Jacke. Eine Jacke, die durch Temperaturschwankungen ihre Farbe verändert. Für viele die größte aller Erfindungen aus dem Hause Osti.

Dann folgte meiner Meinung nach das Meisterstück. Die Jacke aller Jacken, die wohl je vom Zeichenblock des Meisters realisiert worden waren. 1988 sponsorte C.P. Company das legendäre norditalienische Mille Miglia Autorennen (dt. Tausendmeilen Rennen). Anlässlich dieses Sponsoring erschuf er das Modell C.P. Company Mille Miglia, eine Jacke mit Gläsern in der Kapuze, Goggles genannt und einem Sichtglas für den Zeitmesser am linken Handgelenk, auch Watchviewer genannt. Ein Traum von einer Jacke. Diese Jacke in Verbindung mit einem Schal aus dem Hause Aquascutum kaum mehr aus der Casualszene wegzudenken. Mittlerweile gibt es die Mille Miglia in mehreren Ausführungen, kurz oder lang geschnitten und auch in vielen unterschiedlichen Materialien wie z.B. Dynafil, das angeblich stichfest sein soll.

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1991 eröffnete C.P. Company einen Shop in New York´s historischen Flatiron Buildung, dem Gebäude das aufgrund seiner Optik an ein Bügeleisen erinnert. Ein weiterer Meilenstein war die Entwicklung eines weiteren berühmten Kleidungsstück von Stone Island: die Reflective Jacket. Die Jacke wurde aus einem innovativen Material gefertigt, das die Frucht von sehr intensiven Forschungen in Japan vorangegangen war. Es kombiniert wasserdichtes Gewebe mit einer sehr dünnen Schicht aus Mikroglaskugeln, die sogar die schwächsten Lichtquellen mit erstaunlicher Effizienz wider.

Massimo Osto verließ jedoch in den frühen 1990er Jahren Sportswear Company, das Mutterunternehmen von Boneville, C.P. Company und Stone Island und begann mit der Gründung neuer Projekte und Marken wie Left Hand, Massimo Osti Production oder ST.95.

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Massimo Osti verstarb im Jahr 2005, doch sein Vermächtnis lebt weiter. Il Pioniere war vielleicht einer der wichtigsten Persönlichkeiten in der internationalen Modewelt, der ungezählte neue Produktionsverfahren und Entwicklungen auf den Weg brachte und sie bis zur Perfektion vorantrieb. Die große Legende, der Visionär, Erfinder, Innovator und Mastermind.

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